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Es gab Zeiten, da war ein Jaguar in Kombination mit Dieselantrieb undenkbar. Die Zeiten haben sich eben geändert, und seit PSA zusammen mit Ford (wozu Jaguar früher gehörte) einen V6- Selbstzünder entwickelt hat, der mindestens so sahnig läuft wie der beste Reihensechszylinder, den die Marke mit der Raubkatze früher verbaut hat und das Drehmoment eines kleinen Trucks stemmt, wird sich niemand beschweren. Satte 600 Nm wüten nämlich an der Kurbelwelle – zwar erst ab 2.000 Touren, was aber kaum hinderlich ist, um den Briten souverän voranzutreiben. Dabei bleibt der Dreiliter derartig zurückhaltend im Tonfall, dass Unbedarfte niemals auf die Idee kämen, es sei ein Diesel am Werk. Lediglich bei ausgeschalteter Lüftung und genauem Hinhorchen identifiziert man die Klangfarbe des Vierventilers mit seinen ausgewachsenen 275 Pferden.

Kein Wunder, dass die 100 km/h-Marke binnen weniger als sieben Sekunden erreicht wird – und naturgemäß liegt die Höchstgeschwindigkeit bei abgeregelten 250 Sachen. Und das Ambiente? Mit dem XF haben die Verantwortlichen Neuland betreten: weg von der Tradition, hin zur Moderne. Allein der als Drehregler surrend herausfahrende Ersatz für den klassischen Automatik-Wählhebel ist eine Gedenksekunde wert. Dennoch kommen Materialien wie Holz und Leder keineswegs zu kurz – gepaart mit kühlem Metall und erfrischend blauer Beleuchtung durchaus ein Augenschmaus. Günstig ist der Engländer nicht gerade – bei 45.294 Euro netto beginnt der preisliche Einstieg; zum Serienumfang indes gehören Klimaanlage, Radio, Tempomat sowie Xenonscheinwerfer. Bluetooth-Freisprechanlage und Navi kosten 436 respektive 2.092 Euro netto extra.