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Wer sich mit Autos nicht auskennt, sieht den Unterschied nicht. Manche Passanten erkennen nicht einmal akustisch, dass der Leaf ein besonderes Fahrzeug ist: Es steckt nämlich kein Verbrenner unter seiner Haube, sondern ein waschechter E-Motor. Und zwar ausschließlich. Demnach macht der völlig konventionell gezeichnete Kompaktklässler keine Geräusche – auch nicht, wenn der Fahrer wie von einer Tarantel gestochen mit „Vollgas” losfährt. Leise surrend geht es recht kräftig vorwärts – immerhin stehen 109 PS (umgerechnet) zur Verfügung und 280 Nm Drehmoment. Jedoch nicht etwa ab der Umdrehung 0, sondern bei exakt 2.730 – das ist immerhin fast die Hälfte jener Drehzahl, bei der die gesamten Pferdestärken abgegeben werden.

Allerdings: Das außergewöhnliche Vehikel braucht nicht – wie beim Verbrennungstriebwerk – erst über 1.000 Touren, um spürbare Kräfte zu entfalten. So rollt man vor sich hin, beschleunigt, bremst und rekuperiert dabei. Es ist ein entspanntes Fahren – keineswegs nur, weil kein Lärm entsteht, sondern ebenso, weil es keine Schaltrucke gibt. Schließlich besitzt der Nissan nur einen einzigen Gang, da immer genug Zugkraft anliegt. So einfach wie die Handhabe selbst ist das Tanken – Stecker in die Dose, fertig. Aber es sollte natürlich auch eine Dose in der Nähe sein, sonst findet die Heimkehr von der Arbeit im Taxi statt. Wer also ein Elektroauto kauft, sollte sich darüber im Klaren sein, dass aus einer spontanen Tour von Köln nach Hamburg nichts wird. Wer wirklich nur 50 oder 60 Kilometer pro Tag fährt, über genug Lademöglichkeiten Herr ist und gerade 31.084 Euro netto übrig hat, möge gerne zugreifen. Klima und Navi sind übrigens inklusive.