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Fans großer Hubräume haben es in dieser Zeit schwer. Die meisten Hersteller kürzen Volumen weg, wo es nur geht. Doch keine Sorge, denn das, was nach einem alten Stammtischspruch keinesfalls zu ersetzen ist, wird heute sehr wohl erfolgreich ersetzt: nämlich durch massive Aufladung. Wenn nötig, lädt man gar doppelt auf, unten mittels Kompressor und oben per Abgas-Turbolader – Volkswagen macht es vor. So sind die im O-Ton „Twincharger” genannten Aggregate bereits seit einigen Jahren im Einsatz und treiben einen aktuellen Golf mit immerhin 160 Pferdchen kräftig nach vorn – bei mageren 1,4 Litern Zylindervolumen wohlgemerkt. Das Resultat kann sich sehen lassen: Kombiniert man den Hightech-Motor auch noch mit dem effizienten Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, verbraucht der Kompakte bei ordentlicher Performance lediglich sechs Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer im gemischten Betrieb.

Auch Opel betont, dass seine EcoFLEX-Modelle rein gar nichts mit Magerkost zu tun haben. Besonders die ebenfalls 160 PS starke Variante des Insignia Sports Tourer 2,0 CDTi mit dem Öko-Badge zeigt, dass ordentliche Fahrleistungen bei gezügeltem Durst und vorzüglicher Praktikabilität obendrein keinen Widerspruch darstellen. Start-Stopp-System und eine etwas längere Übersetzung gegenüber den Grundversionen machen es möglich. Ambitionierte 4,5 Liter nennt das Werk als kombinierten Verbrauch für die immerhin 215 km/h rennende Effizienz-Ausgabe. Dabei kommt der moderne Commonrail ohne komplizierte Technik- Features aus, was den Geldbeutel zusätzlich schont – es muss also nicht immer der ganz tiefe Blick in die Trickkiste sein, um durchweg gute Ergebnisse zu erzielen.

Dafür kommt Mazda gleich mit einem ganzen Bündel an Spritsparmaßnahmen um die Ecke und wird künftig eine Menge Technik in seine neuen Modelle packen. Unter der Bezeichnung „SKYACTIVE” firmieren eine ganzen Reihe von Komponenten, die allesamt zu einer hervorragenden Effizienz beitragen sollen. Ein fast sensationeller Schritt ist die Entwicklung einer neuen Wandlerautomatik, die auch in Verbindung mit den (ebenfalls neuen) Dieselmotoren zu haben sein wird – bei Mazda ein Novum. Damit dürfte das Interesse zahlreicher Fuhrparkentscheider sprunghaft ansteigen – schließlich handelt es sich um eine im Flottenbereich begehrte Kombination. Bei Langstrecken- Fahrern werden Automaten immer beliebter, ein Trend, der nicht zuletzt durch die effizienter gewordenen Getriebe eingeleitet wurde.

Dass der Autobauer aus Hiroshima ausgerechnet eine sechsstufige Wandlerlösung als Energiespar- Modul auserkoren hat, dürfte Fans besonders geschmeidiger Anfahrattitüde entgegenkommen. Eine sehr früh einsetzende Überbrückungskupplung sowie die kompakt bauende Wandlereinheit dienen als Garant für einen hohen Wirkungsgrad. Verbesserte Schwingungsdämpfer und neu entwickelte Lamellenkupplungen sind Tribut an Komfort wie Haltbarkeit. Blitzschnelle Schaltvorgänge verpassen der taufrischen Box das i-Tüpfelchen. Doch ein effektives Getriebe macht wenig Sinn, wenn das Eingangsdrehmoment nicht von einem angemessenen Aggregat stammt. Mazda hat vorgesorgt und einen Diesel entwickelt, der das Publikum staunen lässt.

Von wegen Euro 6 bereitet Probleme – der SKYACTIVE-Commonrail schafft die anspruchsvolle Schwelle gar ohne hochtechnischen NOx-Killer. Wie ist das möglich? Mit der Entwicklung dieses neuartigen Diesel fand ein Umdenkprozess unter den Ingenieuren statt. So weist der Selbstzünder ein sensationell niedriges Verdichtungsverhältnis von nur 14:1 auf – der Einspritzvorgang beginnt hier äußerst früh, die Verbrennung verläuft ohne drastische Druckspitzen und weniger heiß, was sich positiv auf die Stickoxidbildung auswirkt. Und saubere Rohemissionen vereinfachen die Abgas-Nachbehandlung – eine Binsenweisheit. Damit der Vierzylinder auch bei tiefen Außentemperaturen problemlos anspringt, sind die Auslassventile variabel steuerbar und transportieren während des Ansaugens bei leichter Öffnung Heißgase in den Brennraum, um die Selbstzündung sicherzustellen und die Kaltlaufeigenschaften zu verbessern.

Wie kommt das moderne Triebwerk zu Kräften? Zwei Turbolader – ein kleiner für den unteren, abgasflauen Drehzahlbereich sowie eine große Turbine für höhere Tourensphären – machen den Kolben gehörig Dampf bei 20 Prozent Spritersparnis gegenüber der Vorgänger-Generation, und das ganz ohne Downsizing. Block, Kurbelwellen wie Kolben verloren darüber hinaus an Gewicht, insbesondere letztere wirken sich positiv auf den Drehmomentverlauf aus. Masse übrigens sparten die Techniker auch an weiteren Stellen ein – ebenfalls ein Teil der SKYACTIVE-Kur. Statt teurer Materialien optimierten sie die Karosseriestruktur und erreichten damit nicht nur eine Verringerung des Gewichts um 100 Kilogramm (dieses Ziel gilt für jedes neue Modell gegenüber seinem entsprechenden Vorgänger), sondern auch deutlich mehr Steifigkeit. Willkommen in der Zukunft.