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Dass die Basis-S-Klasse 204 PS leistet, ist kein Problem. Wie sieht es mit 2,1 Litern Hubraum aus? Ungewöhnlich, aber geht in Ordnung. Doch jetzt kommt‘s: Der S 250 CDI hat nur vier Zylinder – natürlich, es handelt sich schließlich um den wohlbekannten Commonrail-Diesel OM651, der in zahlreichen Leistungsstufen viele Modelle der Marke antreibt. Vier Zylinder in der S-Klasse – das ist einschneidende Premiere, vier Zylinder in der Oberklasse allerdings auch. Am Image scheiden sich die Geister: Vier Zylinder in diesem Segment seien absolut nicht standesgemäß, kritisiert die eine Gruppe, während die andere den Vorstoß lobt und in dieser Maßnahme neue Chancen sieht, um solch große Fahrzeuge in ein neues, umweltfreundliches (5,7 Liter Kraftstoff je 100 km) Licht zu rücken. Doch die spannende Frage ist: Wie fährt sich der verbrauchsarme Hecktriebler?

Freilich macht der Ton die Musik, und so ein bisschen hört man diesem S seine fehlenden zwei Töpfe natürlich an, keine Frage. Leicht knurrend rollt das Schiff also los, aber der Fahrkomfort leidet unter der profanen Geräuschkulisse mitnichten; laute Mundart und Vibrationen sucht der penible Beobachter ebenso vergebens (aktive Motorlager). Und dass der Punch ausreichen würde, war ja vorher schon klar. Immerhin wüten in der Spitze 500 Nm Drehmoment, damit lässt es sich fein leben. Deutlich unter neun Sekunden sprintet der Zwofünfziger auf 100 km/h – nicht gerade unsportlich. Mit etwas Anlauf werden 240 Sachen erreicht, da bleiben keine Wünsche offen. Beim Federungskomfort gibt der Diesel ganz den herrschaftlichen Gleiter und ist über Straßenpatzer jedweder Art erhaben. Selbst aggressive Dämpfer scheinen seine Luftpolster einfach wegzulächeln.

Hinzu kommt feines Gestühl für die Langstrecke sowie üppige Raumverhältnisse; sogar die in dieser Motorliga wohl häufiger georderte Kurzversion kredenzt den Fondpassagieren schier unbegrenzte Beinfreiheit – so kann man verreisen. Währenddessen gleiten die Blicke immer wieder auf feine Materialien in standesgemäßer Verarbeitung erstklassiger Güte. Mit Tasten knausert der W221, stattdessen setzen die Verantwortlichen auf umfangreiche Menüs – es dauert zwar eine kleine Weile, aber dann sitzen sämtliche Bediener-Schritte. Klassische Rundskalen sind beim Flaggschiff aus Stuttgart längst Vergangenheit, das Instrumentarium besteht vielmehr aus einer modernistischen Mischung von Analoganzeigen und Bildschirm.

Mit 60.400 Euro netto bildet der S 250 CDI nicht nur in puncto Performance die Basis, sondern ebenso den preislichen Einstieg in die luxuriöse Mercedes-Welt. Hier fehlt es keineswegs an Komfort- und Sicherheitsfeatures: Elektrische Helferlein machen sich nützlich bis hin zur Lenksäulenverstellung; die zahlreichen obligatorischen Schutzfunktionen umfassen gar Presafe und Xenonscheinwerfer. Auch eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung ist inkludiert. Bei Lederpolstern (2.200 Euro) wie dem elektronischen Weglotsen (2.050 Euro) muss indes nachgeholfen werden – immerhin eine sinnvolle Investition..