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Ralph Wuttke, Chefredakteur DienstReisen-Management

(Ver-)Handlungsbedarf

Ralph Wuttke, Chefredakteur DienstReisen-Management:

War die Arbeit der Travel Manager in den vergangenen zwei Jahren hauptsächlich auf unternehmensinterne Prozesse fokussiert – die Umsetzung restriktiver Reiserichtlinien beispielsweise, die sich vor allem aus der Krise 2009 ergeben haben –, so wird sich 2011 der Aufmerksamkeitsschwerpunkt wieder mehr auf externe Anbieter richten müssen. Die Krise ist vorbei, der Dienstreisemarkt zeigt wieder deutliche Wachstumsraten. Damit steigt das Bedürfnis der Anbieter, an der Preisschraube zu drehen, um möglichst stark vom Wachstum zu profitieren.

Die Aufgabe des Travel Managers ist es nun, die Kosten weiterhin im Griff zu behalten. Denn auch die Dienstreisenden selbst, die in wirtschaftlich schwierigen Zeiten vielleicht ein Downgrading von fünf auf vier Hotelsterne oder von der Business- in die Economy Class akzeptiert haben, sehnen sich nach den liebgewonnenen Standards aus vergangenen Zeiten zurück – schließlich wird wieder mehr Geld verdient. Hier gilt es nun, fein zu differenzieren, welche Sparmaßnahmen weiterhin sinnvoll und zumutbar sind und welche nur während der Zeit der Krise angemessen waren.

So spielt es auf der Kurzstrecke innerhalb Europas sicher keine große Rolle, ob der Dienstreisende in der Economy- oder Business Class sitzt. Das ist, wenn überhaupt, lediglich eine Frage der Einstellung und des gefühlten Prestiges. Auf der Langstrecke hingegen ist Economy eine Tortur, vor allem, wenn vom Reisenden erwartet wird, im Anschluss an den Flug frisch und motiviert in ein wichtiges Meeting zu gehen oder mit einem Kunden zu verhandeln. Die Frage, die sich hier stellt, ist die, ob der Mitarbeiter – wenn der Aufpreis für die Business Class gespart werden soll – einen Tag früher fliegt und als Ausgleich für den günstigeren Flug einen (zumindest teilweise) freien Tag am Zielort verbringt. Sogar ein ganzes Wochenende, sprich zwei Tage Hotelaufenthalt, ist allemal günstiger als der Aufpreis für die Business Class.

Die Preise für Reisen – ob Flug oder Hotel – werden nach allen gängigen Prognosen weltweit anziehen. Da Downgrading derzeit schwieriger durchzusetzen ist, bleibt bei nicht entsprechend steigendem Budget nur die Möglichkeit, höhere Rabatte durch Konzentration auf weniger Anbieter herauszuhandeln oder die Prozess- und Nebenkosten zu optimieren.

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