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Lässt sich aus der Tatsache, dass Privatwagen nicht gleich Firmenwagen ist, auch folgern, dass Gutachten nicht gleich Gutachten für Fuhrparkbetreiber ist? Das kann so nicht pauschal beantwortet werden, denn zunächst einmal unterliegen Gutachten gesetzlichen Vorgaben. So hat beispielsweise das Institut für Sachverständigenwesen in Köln, das seit 1995 auch als Zertifizierungsstelle auf diesem Feld fungiert, die so genannten „Mindestanforderungen auf dem Sachgebiet ‚Kraftfahrzeugschäden und –bewertung’“ herausgegeben. Im einzelnen gibt dieser Katalog als standardmäßige Inhalte eines Kfz-Schaden-Gutachtens vor:

- Auftrag, Besichtigung,
- Technische Daten des Fahrzeugs und alle Zustands-Angaben,
- Ermittlung des Fahrzeugwertes zum bestimmten, anzugebenden Stichtag,
- Feststellung der Unfallschäden, voraussichtliche unfallbedingte Instandsetzungskosten, Reparatur- bzw. Wiederbeschaffungs-Dauer,
- Stellungnahme zur Wertminderung mit Begründung oder Begründung, warum diese unterbleibt, Angaben zum Wertausgleich Abzüge „neu für alt“ (Kasko-Schaden) oder Wertverbesserungen (Haftpflichtschaden)
- Anzahl Seiten und Fotos des Gutachtens, Ort, Datum der Fertigstellung des Gutachtens, Stempel und Unterschrift des Sachverständigen

Insofern ist also ein gewisser Rahmen fest definiert, und insofern ist Gutachten auch gleich Gutachten. Die wesentlichen Unterschiede – und damit kommt das Thema beim Fuhrparkbetreiber an -, können in der Detail-Ausführung, abgestimmt auf einen vom Firmenkunden vorgegebenen Verwendungzweck, im Tempo der Erstellung, in einer für den Kunden möglichst hohen Transparenz sowie in zusätzlichen, Gutachten-verwandten oder gar Gutachten-fremden Angeboten der Gutachter-Organisation liegen. Fuhrparkbetreiber wünschen sich tendenziell eine Überschaubarkeit an Dienstleistern und neigen dazu, sinnvolle, kostengünstige Dienstleistungs-Pakete mit wenigen Anbietern zu vereinbaren. Es kommt hier nicht zuletzt auch auf die Professionalität der jeweiligen Gutachter-Organisation im Umgang mit Flottenbetreibern an, bundesweit hohe Standards und eine gewisse Manpower an angeschlossenen, bestens qualifizierten Gutachtern.

„Wir setzen die selbst entwickelte Begutachtungs- und Dispositions-Software CarData 24 kombiniert mit einer PDA-Lösung für den Sachverständigen ein,“ erklärt beispielsweise Bernd Hüsges für die Hüsges Gruppe in Willich, „mithilfe derer wir in der Lage sind, große Fahrzeugvolumina zeitnah zu begutachten und Zustandsberichte umgehend fertig zu stellen. Wir können beispielsweise an einem Tag über 150 Fahrzeuge aufnehmen, welche dann innerhalb von zwei Tagen fertig in unserem System multilingual zur Verfügung stehen. Über eine Online-Schnittstelle ist der Kunde ständig in der Lage, mit uns zu kommunizieren und sich über den Zustand seiner Aufträge zu informieren.“ Dabei würden die unterschiedlichen Anforderungen von Fuhrparkbetreibern und Privatkunden immer wieder zu neuen innovativen Ideen führen. „Daraus resultierend“, verdeutlicht Arndt Hüsges, „bekommt der Fuhrparkbetreiber gegebenenfalls mehrere Gutachten für diverse Verwendungszwecke, wie etwa Gutachten für die Vermarktung mit HEK/ HVK oder mit Angabe zu Reparaturkosten oder Minderwerten. Jede Darstellung ist möglich, um dem Kunden ein Höchstmaß an Individualisierung zur Freistellung interner, neuer Ressourcen an die Hand zu geben.“

Um die Gutachten vergleichbar und standardisiert erstellen zu können, entwickelte die Hüsges Gruppe einen „Quality-Pass“ für Pkw und Lkw mit dokumentierten Schäden, aufgebaut auf bundesweit einheitlicher Bewertungsgrundlage. „Unsere eigentliche Stärke besteht jedoch darin, dass wir die Schadenkataloge der Herstellerkunden oder Leasinggesellschaften digital in unser System CarData24 einlesen, so dass unsere Sachverständigen vor Ort direkt die jeweiligen Bewertungskriterien berücksichtigen können, ohne den Schadenkatalog in Papierform mit sich führen zu müssen.“

Seit 1993 ist auch der TÜV Rheinland über das Partner-Unternehmen FSP-SWD GmbH auf diesem Feld professionell unterwegs, und zwar nicht nur in Deutschland, sondern auch in den angrenzenden EG-Ländern. Die Dienstleistungern werden von 300 Angestellten sowie Franchise-Partnern umgesetzt. Neben den klassischen Schaden- und Wertgutachten bietet die FSP-SWD GmbH unter anderem Rechnungsprüfungen von Reparaturrechnungen, Technische Gutachten beispielsweise für Aggregatschäden, Lackschaden-Gutachten, Begutachtung von Diebstahl- und Brandschäden sowie Gebrauchtwagenbegutachtungen. Zu den Gutachten-fremden Angeboten zählen auch Flotten- und Schadenmanagement, Prozessberatungen, so genannte Light-Produkte wie Telekalkulation und Telezustandsbericht sowie Unfallanalytik, Fahrerschulungen, Riskmanagement oder auch diverse amtliche Prüfungen.

Seit 40 Jahren und seit Mitte der 90er Jahre bundesweit ist hier die GKK Gutachtenzentrale mit Hauptsitz in Düsseldorf, sieben Bereichsniederlassungen und 70 Home-Offices engagiert. Hier bedienen sich die 130 personenzertifizierten, fest angestellten Sachverständigen der webbasierten Managementplattform HelpData2010, die für den Fuhrparkverantwortlichen Echtzeit Auftragstracking, detaillierte Gutachten- und Rechnungsinformationen, direkte Beauftragung sowie weitestgehende Transparenz vorhält. Die Software soll eine lückenlose Laufzeitenüberwachung und die Möglichkeit bieten, praktisch per Mausklick zutreffende Angaben über den jeweiligen „Live“- Bearbeitungsstand eines Produktes erhalten. Die Laufzeiten sind individuell, entsprechend der mit dem Kunden getroffenen Vereinbarungen, hinterlegt. Wesentliche Motive für die Entwicklung von HelpData2010 waren auch hier stetig höhere Ansprüche der Kunden an kürzere Erstellungszeiten und ein hohes prozessuales Qualitätsverständnis. Darüber hinaus bietet HelpData2010 vielfältige Auswertungsmöglichkeiten für die Fuhrparksteuerung, wie beispielsweise, ob ein bestimmter Fahrzeugtyp häufiger anfällig für bestimmte Schäden ist.

In der Erstellung der Gutachten setzt die GKK bundesweit auf Tablet-PCs mit angeschlossenem Backoffice. „Für unsere Flottenkunden zählt in erster Linie die Geschwindigkeit in der Auftragsbearbeitung“, verdeutlicht GKKGeschäftsführer Michael Vollrodt. „Je schneller wir ein Fahrzeug besichtigt haben, desto schneller hat der Kunde auch die beauftragte Dienstleistung vorliegen.“ Im Hinblick auf besondere Dienstleistungen verweist das Unternehmen zudem unter anderem auf die „GKK Live-Rückgabe“, den „GKK Fair- ReturnCheck“ als Prüfung der Wirtschaftlichkeit einer SmartRepair-Lösung vor Fahrzeugrückgabe oder auch die ausgefeilte Dienstleistung Schadenmanagement. Darüber hinaus sind Kalkulationsprüfungen, Reparatur- beziehungsweise Aufbereitungsbestätigungen, UVV-Abnahmen und Führerscheinkontrollen im Sortiment.

Drei Beispiele von mehreren – was die Gutachten-Dienstleister im einzelnen anbieten, hat Flottenmanagement in der unten stehenden Tabelle zusammengefasst.