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Flottenmanagement: 2010 – das Licht am Ende des Tunnels war Licht. Auch das Flottengeschäft in Deutschland ist wieder gewachsen, um einen zweistelligen Prozent-Wert. Wie haben Sie bei Ford den Übergang 2009/2010 erlebt, führen Sie das Wachstum des Flottenmarktes eher auf die Erholung der allgemeinen Wirtschaftslage insgesamt zurück oder darauf, dass die 2009 vielerorts geübte Kaufzurückhaltung aus Vorsicht letztes Jahr ad acta gelegt wurde?

Sawallisch: Sicher hat das allgemeine Wirtschaftswachstum auch dazu beigetragen. Zum anderen haben aber die Leasinggesellschaften, die vormals die Verträge verlängerten, nun wieder verstärkt neue Fahrzeuge angefragt. Kurzum: Es war absehbar, dass Neufahrzeuge früher oder später bestellt werden müssten. Für Ford entwickelte sich die Auftragseingangslage ab April/ Mai 2010 sowohl im Pkw-, als auch im Nutzfahrzeugbereich sehr gut. Deshalb sind wir mit unserem Geschäftsjahr 2010 insgesamt recht zufrieden.

Flottenmanagement: Wie hat sich Ihr Flottengeschäft 2010 im einzelnen entwickelt, in welchen Fahrzeugkategorien und -klassen konnten Sie nach vorn marschieren, wo wünschen Sie sich noch mehr Erfolg, worauf können Sie in Bezug auf die Fahrzeuge selbst zu Beginn des neuen Jahres setzen?

Sawallisch: Der Ford Focus, die nächste Modellgeneration kommt im April 2011 auf den Markt, hat sich letztes Jahr prima gehalten. Das war schon einmal eine gute Basis. Enorme Zuwächse konnten wir bei unseren großen Modellen Mondeo, S-MAX und Galaxy erzielen. Beim Ford SMAX verbuchten wir einen Auftragseingang von 51 Prozent über Vorjahr, beim Ford Galaxy war es ein Plus von fast 25 Prozent, und der Ford Mondeo lag in den vergangenen Monaten wieder auf dem Rekord-Niveau von 2008.

Sackczewski: Dem neuen Ford S-MAX und dem neuen Ford Galaxy haben die Produktneuerungen im vergangenen Jahr sehr gut getan – dies bezieht sich nicht nur auf das Design, sondern auch auf die Motoren, Getriebe und die flottenrelevanten Fahrer- Assistenzsysteme, die wir in diesen Baureihen nun anbieten. Zudem ist in einem Fahrzeugsegment mit einem Diesel-Anteil von über 90 Prozent das Thema Verbrauch – und damit auch das Thema CO2 – sehr wichtig. Auch auf diesem Feld setzen die neuen Ford S-MAX- und Ford-Galaxy-Varianten Bestmarken. Außerdem erhielt der Ford Mondeo im vergangenen Herbst eine gründliche Überarbeitung im Design, im Innenraum und in punkto neue Fahrer-Assistenzsysteme. Deswegen sprechen wir hier gerne von unserem neuen Ford Mondeo.

Sawallisch: Zudem haben wir Ende des Jahres den neuen Ford C-MAX und das Schwestermodell Ford Grand C-MAX auf den Markt gebracht. Für diese Baureihe stellt sich die Auftragseingangs- Situation ebenfalls sehr erfreulich dar – hier liegen wir deutlich über unseren selbst gesteckten Zielen. Auch unser SUV-Modell, der Ford Kuga, hat sich nach einem eher verhaltenen Start inzwischen im Flotten-Segment durchgesetzt. Die Bestellungen bewegen sich mittlerweile auf einem konstanten, hohen Niveau. Und um das Bild abzurunden: Auch bei unseren Nutzfahrzeugen entwickelt sich das Geschäft mit unseren Großkunden sehr gut, bezogen auf die Auftragseingänge lagen wir im vergangenen Jahr 22 Prozent über 2009.

Flottenmanagement: Jeden Moment ist der neue Ford Focus in dritter Generation auf dem Markt, ein ganz klassisches Zugpferd im Ford-Flottengeschäft. Der Focus trifft hier traditionell vor allem auf die harte Konkurrenz von zwei anderen deutschen Anbietern. Welche Maßnahmen müssen Sie gegebenenfalls im Flottengeschäft zusätzlich ergreifen, um dieses an sich schon hoch akzeptierte Produkt im Flottenmarkt in eine schlagkräftige Angriffsposition für 2011 zu bringen?

Sawallisch: Das Produkt spricht für sich selbst. Wenn man die Summe seiner für Flottenbetreiber wichtigen Vorteile betrachtet – wirtschaftliche, moderne Motoren, hohe Sicherheitsausstattung, sinnvolle Fahrer-Assistenzsysteme, ausgezeichnetes Fahrwerk, exzellente Verarbeitung, um nur einige Beispiele zu nennen – dann bedarf es eigentlich keiner außergewöhnlicher Maßnahmen. Wir sind davon überzeugt, dass auch der neue Ford Focus seinen Weg gehen wird.

Sackczewski: Zu erwähnen ist die sehr gute Restwertprognose der EurotaxSchwacke-Experten. Hier liegt der neue Ford Focus nicht nur deutlich über dem Vorgänger-Modell, sondern auch mit an der Spitze des Kompaktwagen-Segments. In diesem Zusammenhang werden auch flottenrelevante Aspekte wie beispielsweise das Kofferraum- Volumen und die Anhängelasten berücksichtigt. Letztendlich geht es auch darum, das Fahrzeug bezüglich der Leasingangebote richtig zu positionieren. Wir befinden uns mit dem neuen Ford Focus mit all seinen Vorteilen zum Beispiel bei den total costs of ownership oder bei den Kosten pro Kilometer im grünen Bereich. Und genau das erwartet der Firmenkunde.

Flottenmanagement: Ford achtet in der Modellpolitik seit einigen Jahren auch streng darauf, stets mit einer vom Design her jungen, bisweilen futuristisch anmutenden Modellpalette anzutreten. Wie reagieren die Flottenkunden auf diese generelle Hausphilosophie bei Ford, inwieweit spielt das in den Kundengesprächen eine Rolle?

Sawallisch: Ich glaube, das muss man in zwei Ebenen betrachten. Der User Chooser agiert ähnlich oder sogar genauso wie der Privatkunde, das heißt: Für ihn spielen Emotionen bei der Wahl seines Fahrzeugs eine nicht zu unterschätzende Rolle, also Aspekte wie Design oder fortschrittliche Technologien. Im klassischen Segment der Funktionsflotten dagegen geht es fast ausschließlich um rationale Kriterien. Emotionen oder Design spielen eine weniger wichtige Rolle, hier stehen das konkurrenzfähige Angebot, die Zuverlässigkeit und die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund.

Sackczewski: Wenn der Kunde für eine identische Leasingrate oder ein identisches Preis-Niveau ein schickes Auto bekommen kann, wird es ihm sicher nicht schwer fallen, sich dafür zu entscheiden. Wichtig ist, die Balance zwischen Design und Funktionalität zu treffen. Das Erstaunliche am neuen Ford Focus Turnier ist beispielsweise, dass er trotz einer sehr dynamischen Linienführung das gleiche Lade-Volumen hat wie das Vorgänger-Modell – das ist dem neuen Ford Focus Turnier auf Anhieb gar nicht anzusehen.

Flottenmanagement: Können Sie bitte einmal zusammenfassen, was für den Pkw-Flottenbetreiber 2011 besonders im Fokus steht?

Sawallisch: Das sind im Wesentlichen die gleichen Themen wie im Vorjahr: Der Flottenbetreiber will wettbewerbsfähige Fahrzeuge mit günstigen Betriebskosten. Immer stärker an Gewicht gewinnt das Thema CO2-Reduzierung und damit auch das Thema Kraftstoffverbrauchssenkung. Sackczewski: Darüber hinaus scheinen die Fahrer-Assistenzsysteme im Kommen zu sein. Außerdem beobachten wir einen Trend hin zu Multimedia und zur Vernetzung im Auto – das Fahrzeug als rollendes Büro mit Kommunikation, Navigation und mobilem Zugang zum Internet, um nur einige Beispiele zu nennen.

Flottenmanagement: Ford gehört zu den wenigen Anbietern, die seit langem parallel auch auf dem Nutzfahrzeug-Sektor erfolgreich Flottengeschäft generieren. Welche Neuigkeiten können Sie hier am Beginn des neuen Jahres melden, und inwieweit können Sie möglicherweise von Synergie-Effekten oder Wechselwirkungen zwischen Pkw- und Transporter-Schiene profitieren?

Sawallisch: Wir sind einer der Vollsortimenter im Markt und können unseren Kunden sowohl Pkw als auch Nutzfahrzeuge anbieten. Hier arbeiten unsere Nutzfahrzeug- und Flottenorganisationen sehr eng zusammen. Bei Großkunden verkaufen unsere Flottenrepräsentanten die gesamte Modellpalette, das heißt: Der Kunden hat hier nur einen einzigen Ansprechpartner. Sollte es bei Nutzfahrzeugen knifflige technische Fragen geben, wird der Produktspezialist hinzugezogen. Im Gewerbekundengeschäft sind unsere Ford-Handelspartner die ersten Ansprechpartner.

Sackczewski: Als Neuerungen bringen wir in den kommenden Wochen den Ford Fiesta Van auf den Markt, im Spätsommer folgt der Ford Transit mit neuen Euro 5-Motoren und – als echte Produktneuheit – der Ford Ranger. Dieses Pickup- Modell kommt voraussichtlich Ende des Jahres auf den deutschen Markt. Außerdem wird mit dem Ford Transit Connect Electric ebenfalls in diesem Jahr auch unser erstes reinrassiges Elektrofahrzeug hier in Deutschland verfügbar sein. Auf dem Feld der Nachhaltigkeit engagiert sich Ford ohnehin traditionell sehr stark. Es ist unsere erklärte Strategie, möglichst viele „grüne“ Antriebstechnologien zu entwickeln, da es keinen Königsweg zur Nachhaltigkeit gibt und niemand mit Bestimmtheit sagen kann, wohin die Reise letztendlich gehen wird. Was wir uns in diesem Zusammenhang von der Politik wünschen, sind steuerliche Anreize zum Kauf von Elektrofahrzeugen. Die Szenarien der Bundesregierung lassen momentan aber nur einen Schluss zu: steuerliche Kaufanreize für Elektrofahrzeuge nein, Förderung von Forschung und Entwicklung ja.

Sawallisch: Jede alternative Technologie muss am Ende des Tages bezahlbar sein. Und gerade bei Elektrofahrzeugen sind noch einige, durchaus flottenrelevante Fragen abschließend zu beantworten, wie zum Beispiel die Res twer tentwicklung, die Praxis-Reichweite und die Ladedauer.

Flottenmanagement: Abgesehen von der geeigneten Modellpalette für das Flottengeschäft, die Ford zweifellos aufbieten kann, spielt hier auch das Konzert der Rahmenbedingungen eine große Rolle, wie beispielsweise auch das Beziehungsmanagement gegenüber den Kunden, das Zusammenspiel der Kräfte Autohaus/Fahrzeughersteller. Wie ist Ford hier, wie ist Ihr Team aufgestellt?

Sawallisch: Wir haben uns im letzten Jahr im Bereich „Major Fleet“, die sich um Kunden mit 50 und mehr Autos im Bestand kümmert, verstärkt. Wir setzen hier jetzt bundesweit elf Mitarbeiter und einen Vollzeit- Leasing-Koordinator für die großen Leasinggesellschaften ein. Zusätzlich haben wir einen Spezialisten für Wohlfahrtsverbände, Taxiunternehmen und Fahrschulen eingestellt. Außerdem haben wir demnächst fünf so genannte Gewerbeberater, die unsere Händler bundesweit bei allen Fragen rund um das Gewerbegeschäft beraten und schulen werden.

Flottenmanagement: Auf welche aktuellen Besonderheiten für Flottenkunden möchten Sie auf den Feldern Garantiebedingungen und Service- Pakete verweisen?

Sawallisch: Exklusiv unseren gewerblichen Kunden bieten wir das Ford Flatrate II Leasing- Pogramm an. Die Kunden profitieren bei diesem Service-Paket von den Vorteilen der Ford Flatrate in Kombination mit einem Leasingvertrag. Die Leistungsbausteine sind: der Ford Protect Garantieschutzbrief plus, die Ford Assistance Mobilitätsgarantie sowie wahlweise zwei bis fünf Inspektionen beziehungsweise Wartungen. Ergänzt wird dieses Angebot durch attraktive Leasing-Konditionen der Ford Bank.

Letztes Jahr haben wir die Ford Flatrate Full Service auf den Markt gebracht. Die beiden Kernbestandteile des Angebots: zum einen attraktive Leasingkonditionen mit individuell kalkulierten, konstanten Monatsraten für alle Pkw- und Nutzfahrzeug-Modellreihen von Ford inklusive der Sondermodelle und der Fahrzeuge mit alternativen Antriebstechnologien mit Laufzeiten von 24 bis 60 Monaten bei freier Wahl der Gesamtfahrleistung. Zum anderen geht es um ein so genanntes Full-Service-Technik- Paket, das folgende Leistungen umfasst: alle Wartungs- und Inspektionsarbeiten gemäß Herstellervorgaben sowie Reparaturarbeiten ausgenommen Unfall-/Versicherungsreparaturen, alle anfallenden Verschleißreparaturen inklusive der Verbrauchsmaterialien, Übernahme der Abschleppkosten bei Verschleiß bis zur nächsten Vertragswerkstatt sowie Kostenübernahme für die fällige Haupt- und Abgasuntersuchung. Auf Wunsch kann dieses Leistungspaket um weitere Bausteine ergänzt werden. Vorteil für den Gewerbetreibenden: Kosten- und Planungssicherheit.