PDF DOWNLOAD

Meist hemmt der Oktober und der damit eingeläutete Herbstbeginn nicht nur die Laune der Menschen. Auch der Kostendruck aufgrund des bevorstehenden Reifenwechsels im Fuhrpark trübt das heitere Geschäftsbefinden eines jeden Fuhrparkverantwortlichen, der jetzt abwägen muss.
Premiumreifen sind nicht nur qualitativ, sie zeichnen sich auch durch ihre Preise aus. Entgegengesetzt einem Gebrauchtwagen haben Reifen auch keinen Restwert und sind ab 40.000 Kilometern Laufleistung nicht nur gebraucht, sondern auch verbraucht. Zudem sind Premiumfabrikate in den bekannten Reifentests unschlagbar und zeichnen sich vehement durch ihre Qualität und das hochwertige Material aus. Im Gesamtergebnis schneiden sie in punkto Geräuschentwicklung, Rollwiderstand, Laufleistung, Bremsweg (speziell bei Nässe und Winterverhältnissen), Kurvenhaftung etc. besser ab. Abzuwägen ist auch, dass nicht jeder Dienstwagennutzer, insbesondere derjenige der überwiegend im Stadtverkehr unterwegs ist, die nonplusultra Reifen schlechthin haben muss.

Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit im Fuhrpark ist vor allem die Laufleistung eines Reifens und genau diese ist bei Premiummodellen häufig höher als bei den ‚No-Name-Produkten’. Dieser Aspekt begründet nicht zuletzt auch den Preisaufschlag. Mehr Grip bei sportlichen Reifen bedeutet zugleich einen höheren Grip und damit mehr Abrieb, weil der Reifen eben weicher ist. Spürbar ist dies bei den sportlichen Premiumvarianten ebenfalls im Preis. Ist ein Fuhrpark mit Premiumfahrzeugen ausgestattet, sind diese automatisch auch auf Premiumreifen unterwegs. Sparsamkeit am Reifen bei Premiumfahrzeugen ist ein Widerspruch in sich selbst und macht hier demnach keinen Sinn. Bei Servicefahrzeugen sieht es etwas anders aus: Im Mittelpunkt steht hier die wirtschaftliche Lösung in den Gesamtkosten und der Fuhrparkbetreiber muss entsprechend abwägen. Eine mögliche Alternative wären durchaus No-Name-Varianten. Sicher ist hier das zu beachtende Hauptkriterium die Laufleistung.

Der Grund für die höheren Preise bei Markenherstellern ist deren finanziell aufwendige Investition in die Entwicklung neuer Produkte, von welcher aber zweifelsohne der Kunde profitiert. Ungewiss ist bei No-Name-Fabrikaten insbesondere deren Sicherheitsgarantie auf Extrem-Bedingungen wie Schnee und Eis. Schaut man sich vergangene Tests vom ADAC und anderen an, scheitern Billigvarianten insbesondere an extremen Wetterbedingungen. Ein weiteres wichtiges Qualitätsmerkmal ist die Materialzusammensetzung der Reifen: Enthält ein Reifen neben Schwefel und Kohlenstoff auch Silica ist er fester und haftet besser auf der Fahrbahn. Wer in der Materialmischung spart, verliert meistens wichtige Punkte bei der Sicherheitsgarantie seines Reifens.

Bei Nutzfahrzeugen sollten keine Kompromisse gemacht werden. Denn hier hat ein geplatzter, qualitativ schlechter Reifen fatalere Folgen, als sie beim PKW zu erwarten sind. Hohes Tempo, hohes Ladegewicht und auch fehlende Sicherheitseinrichtungen bringen den Fahrer und unbeteiligte Dritte in unnötige Gefahr. Am Reifen sollte man hier jedenfalls nicht sparen. Man geht in der Regel nicht davon aus, dass Dienstwagenfahrer von der Unvernunft geprägt sind und die Straße absichtlich mit einer Rennstrecke verwechseln. Fahrzeuge und Reifen werden demnach selten an ihre Grenzen gebracht. Beim Reifenkauf ist es eine hohe Kunst zwischen Nutzen und Kosten abzuwägen, und je nach Fahrzeugflottenstruktur kann der Fuhrparkverantwortliche entsprechend handeln und zwischen der richtigen, günstigen oder alternativen Reifenwahl entscheiden. Wichtig ist, dass er seinen Fuhrpark, sein Budget und im besten Fall seine Fahrer gut einschätzen kann. No-Name-Reifenmarken sind eine Alternative, wenn diese zum entsprechenden und individuellen Nutzen im Fuhrpark angemessen passen.