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Flottenmanagement: Das wohl schlimmste Jahr in der Geschichte der deutschen Wirtschaft liegt hinter uns. Wie haben Sie bei Citroën die letzten 18 Monate im Flottengeschäft erlebt, was haben Sie gelernt?

Tekedereli: Neben den Kunden, die bereits Citroën-Kunden sind, suchen wir natürlich verstärkt Kooperationspartner, die wiederum ihren Kunden unsere Produkte anbieten. Außerdem haben wir in den letzten 18 Monaten neue Produkte wie die DS-Reihe auf den Markt gebracht. Sowohl im PKW-, als auch im Nutzfahrzeugbereich konnten wir unsere Volumen steigern.

Flottenmanagement: Auch Citroën konnte seine Verkaufszahlen im Flottengeschäft im Halbjahr 2010 gegenüber 2009 steigen. Können Sie damit Ihre für 2010 gesetzten Ziele verfolgen, welche Erwartungen haben Sie aktuell an den Auslauf des Geschäftsjahres 2010?

Tekedereli: Wir schauen eigentlich schon auf 2011. Für das kommende Jahr erwarte ich zunächst einmal im Nutzfahrzeugmarkt eine Einheit von etwa 220.000. Auch beim Flottenmarkt gehe ich von einem Marktvolumen von etwa 650.000 Einheiten aus, das ist leicht über dem Niveau von 2010. So werden wir mit zirka fünf bis sechs Prozent Wachstum unseren Anteil im Gesamtmarkt steigern.

Flottenmanagement: Citroën ist traditionell im deutschen Flottengeschäft insbesondere im Transportersegment stark vertreten. Worauf führen Sie diese Erfolge wesentlich zurück?

Bloch: Zunächst einmal hat es sich in der Vergangenheit so ergeben, dass Citroën im Transporterbereich sehr stark vertreten ist, weil wir primär die Handwerker angesprochen haben und insbesondere den mittelständischen Firmen sehr attraktive Konditionen angeboten haben. Zehn Prozent aller in Europa verkauften Fahrzeuge sind Transporter, aber eines von acht verkauften leichten Nutzfahrzeugen ist ein Citroën.

Flottenmanagement: Wenn Sie im PKW-Flottengeschäft zum Zuge kommen, übernimmt dann hauptsächlich ihr erfolgreiches Transportergeschäft eine Schlüsselfunktion, oder gibt es auch Branchen oder Wirtschaftszweige, in denen Citroën-PKW-Modelle von vorn herein unabhängig davon punkten?

Tekedereli: Wir sind im Transportersegment europäischer Marktanteilführer. Im PKW-Segment werden wir mit der speziellen DS-Reihe neue Kunden gewinnen. Wir stellen auch fest, dass wir mit unserem C5, unserem Flaggschiff, noch vor dem C6, bei den Kunden gut ankommen. Vor allem ist das Preis-Leistungsverhältnis der Citroën-Fahrzeuge gegenüber den deutschen Produkten sehr gut, und das findet natürlich auch immer mehr Anklang. Zudem haben insbesondere unsere Vertragspartner die Kunden bereits für Citroën begeistert, aber auch diejenigen die einen Citroën bisher noch nicht kannten, kommen nach einer Probefahrt als Neukunden zurück.

Flottenmanagement: Auf welche aktuellen Zugpferde der gesamten Palette können Sie sich im Flottengeschäft besonders gut stützen, welche Stärken der Zugpferde gewinnen die Firmenkunden?

Lützenkirchen: Im PKW-Bereich ist der Citroën C5 unser Flaggschiff, auf das wir auch weiterhin setzen. Weitere Zugpferde sind im Nutzfahrzeugbereich Citroën Jumper und Citroën Berlingo. Mit dem neuen Citroën C4 rechnen wir uns ebenfalls sehr gute Chancen im Firmenkundenbereich aus, weil er mit dem e-HDI aktuelle Trends setzt, interessante Umweltkonzepte bedient und zugleich durch eine luxuriöse Ausstattung im Kleinwagensegment individuell erscheint.

Flottenmanagement: Das heißt, dass Sie im Umweltsegment künftig auch stärker vertreten sein werden?

Lützenkirchen: Citroën ist auf diesem Feld ein Pionier. Beispielhaft ist unsere derzeitige Zusammenarbeit mit der HAYMOZ Fleet Performance, einer unabhängigen Beratungs-, Management- und Servicegesellschaft aus der Schweiz. Wir haben hier einen Kooperationsvertrag abgeschlossen, der unseren großen Flottenkunden kostenlos die Möglichkeit bietet, ihren Fuhrpark neutral auf CO2-Emissionen hin analysieren zu lassen. Daraus können mögliche Handlungsempfehlungen abgeleitet werden.

Flottenmanagement: Aktuell beträgt der Anteil der deutschen Fahrzeughersteller im hiesigen Flottengeschäft klar nicht mehr 80 Prozent, die Importmarken halten jetzt sogar 23 Prozent. Wankt hier Ihrer Meinung nach eine traditionelle Bastion der deutschen Fahrzeughersteller, ist das Gespräch mit den deutschen Firmenkunden nun keine so hohe Hürde mehr?

Lützenkirchen: Ich glaube, man kann die Situation der Importeure nicht verallgemeinern, man muss da schon klar differenzieren. Wir halten Citroën für bestens gerüstet, was die hohen Hürden und Ansprüche der deutschen Fuhrparkmanager angeht. Wir halten eine sehr junge Fahrzeugpalette vor, die permanent erneuert wird, um den sehr differenzierten Ansprüchen entgegenzukommen.

Tekedereli: Was die deutsche Bastion anbetrifft, so mag sie auch aufgrund der Multinationalität vieler Unternehmen in Deutschland wanken. Wir haben in Paris eine Division gegründet, die Citroën Business International. Damit gewinnen wir Kunden von internationalem Rang. Wir begleiten damit auch das internationale Citroën-Geschäft und bieten unseren Kunden neben unseren Kooperationspartnern auch die Möglichkeit, europaweit einen Ansprechpartner zu finden.

Flottenmanagement: Im User Chooser-Bereich wird immer wieder gerne auch über den Begriff ‚Premiumfabrikat’ diskutiert. Halten Sie eine solche Differenzierung des Angebots für sinnvoll, mit welchen Fahrzeugen gewinnt Citroën die Individualisten unter den User Choosern?

Lützenkirchen: Aufgrund moderner Produkte, einer engagierten, leistungsfähigen Handelsorganisation, großer Niederlassungen, die wir gerade in Ballungsräumen betreiben und weitere Top-Maßnahmen im Backoffice ist Citroën eine echte Alternative, das spiegelt sich auch in unserer Kundenzufriedenheit wider. Entscheidend ist, was unsere Kunden, die Fuhrparkbetreiber, aber noch mehr die User Chooser denken. Es ist keine Frage, dass das Thema Premium eine Inszenierung und eine Kulisse der deutschen Automobilhersteller ist. Wir haben eine klare Botschaft mit unserer neuen Politik der zwei Baureihen, der C-Reihe, die breite Käuferschichten wollen, sowie der DS-Reihe, für Käufer mit dem besonderen Geschmack, die sich differenzieren wollen. Wir verstecken uns nicht vor der Diskussion, ob wir Premium-gerechtfertigt sind oder nicht. Wir beantworten die Frage damit, dass wir eine Alternative zu den Premiumfahrzeugen anbieten, unsere „Different Spirit“-Modelle.

Tekedereli: Wir gehen natürlich mit der Technik und haben insbesondere mit dem DS3, den sie sich sogar auf dem iPhone konfigurieren können, Akzente gesetzt. Dieser technische Fortschritt ist heute ein wichtiges Instrument, mit dem wir die Kunden erreichen.

Flottenmanagement: Unabhängig von einer sehr flottenrelevanten Citroën-Modellpalette, ist der Erfolg im Flottengeschäft stets von Rahv menbedingungen wie Garantien, Services, Finanzierungskonzepten oder Kundenbetreuung abhängig. Was kann Citroën von Haus aus anbieten, wie gestalten Sie das Verhältnis zu den freien Leasinggesellschaften?

Lützenkirchen: Wir beobachten sehr genau, wie sich die Trends im Flottenmarkt verändern und dort auch Akzente für den Privatkunden-Markt gesetzt werden. Vielleicht auch deshalb, weil der User Chooser wiederum sein Auto nicht selbst bezahlen muss und schnell auch andere Ansprüche hat. Auf der Vertriebsseite unterstützen wir die Kundenbetreuung mit unseren nationalen und internationalen Key-Account-Managern und Spezialisten wie etwa für Autovermietungen, Ausschreibungen oder speziell Leasinggesellschaften. Im Service-Bereich leisten wir erhebliche Investitionen in Millionenhöhe, um die Zufriedenheit der Kunden auf vielfältige Art und Weise abzusichern. Wir bieten eine Premium-Assistance im Sinne einer optimalen, am Markt bisher noch nicht vorgekommenen, anspruchsvollen Kundenbetreuung. So gewinnen wir zunehmendes Vertrauen in die Marke Citroën. Sie brauchen heute maßgeschneiderte Lösungen, um auf die Ansprüche der Firmenkunden punktgenau eingehen zu können. Wir propagieren das auch gegenüber unseren Partnern und bei den Leasinggesellschaften, weil diese darauf allergrößten Wert legen und für die Kundenzufriedenheit mitverantwortlich sind. Ein ganz wichtiger Aspekt dabei ist, dass das Budget der Leasinggesellschaften durch den primären Rückgriff auf Citroën nicht belastet wird.

Flottenmanagement: In den nächsten Tagen steht mit der Nutzfahrzeug IAA auch für Sie wieder ein wichtiges Event ins Haus. Welche Impulse erhoffen Sie sich, welchen Schwung wollen Sie noch bis zum Jahresende mitnehmen?

Bloch: Citroën wird sich mit seinen Produkten auf der Nutzfahrzeug-IAA breit aufstellen und auf dem Citroën-Stand, in der Messehalle 13, insgesamt 22 Fahrzeuge präsentieren. Damit werden wir beweisen, dass wir in diesem Bereich sehr viele neue Produkte, wie zum Beispiel Sonderlösungen und unsere Euro-5-Motoren, zum Jahresende anbieten können. Die Produktpalette reicht insgesamt vom Nemo bis zum Jumper und steht für Modernität und Vielfalt. Wir zeigen beispielsweise auch das neue Berlingo Plattformfahrgestell mit Tiefkühlaufbau und bieten in Zusammenarbeit mit der Firma Sortimo einen VIP-Shuttle mit flexibler Sitzkonfiguration. Damit wollen wir unsere Zielstückzahlen in diesem Jahr realisieren.

Lützenkirchen: Und ganz nebenbei haben wir einen Grund zum Feiern. Wir ergreifen auf der Nutzfahrzeug-IAA die Gelegenheit, um unsere 10-jährige Kooperation mit dem Bundesverband des deutschen Schornsteinfegerhandwerkes noch einmal in den Mittelpunkt des Interesses zu stellen. Es ist uns nämlich gelungen, in den letzten zehn Jahren über 5.000 Citroën Berlingo und Nemo als Schornsteinfegerbetriebsfahrzeuge auf den deutschen Markt zu bringen. Mittlerweile greifen die allermeisten Betriebe dieses Handwerks auf unser Angebot zurück, weil unsere exklusive Kooperation mit dem Verband Zeichen setzt und Citroën sich dort sehr stark engagiert.