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Als der Mercedes GLK 2008 das Licht der Autowelt erblickt, war schon beim flüchtigen Hinsehen eine neue Designausrichtung erkennbar: Linien in kantig-schneidiger Gestalt treffen das Auge mit voller und scharfer Wucht. Das manifestiert sich auch in einigen Details – prägnante Außenspiegel lassen grüßen. Aber da Design bekanntermaßen Geschmacksache ist, gilt es nun, die inneren Werte zu erkunden. Schließlich sollen kleine SUV auch eine ordentliche Portion automobiler Kultur kredenzen. Also nix wie rein in den feinen Alleskönner: Sämtliche Blicke richten sich auf die Materialverarbeitung, die – wie man es von einem Mercedes erwartet – mit tadellosen Eigenschaften glänzt. Feine Alubeläge verströmen einen Schuss kühle Noblesse, während Kunststoffapplikationen in verschiedenen Farben die Sinne ansprechen.

Wie schlägt sich denn der kernige Vierzylinder? Eines vorweg: Mit 170 Pferdchen präsentiert sich der GLK keineswegs untermotorisiert. Zumal die Version mit reinem Heckantrieb keine Leistung durch zusätzliche Schleppmomente frisst, was sich letztlich auch positiv auf den Kraftstoffkonsum auswirkt. Und auf die Performance? Nach kurzer Anfahrschwäche setzt sich der Schwabe jedenfalls nachdrücklich in Bewegung; die siebenstufige Wandlerautomatik schaltet derweil butterweich und flink durch die weit gespreizten Übersetzungen, um auf der schnellen Piste die Drehzahlen gering zu halten – dank langer Auslegung des größten Gangs kein Thema. In Kurven kommt die überaus präzise wie leichtgängige Servolenkung zum Tragen – bei Bedarf zirkelt der 1,7-Tonner durchaus behände durch Kehren.

Aber seine Spezialität freilich ist Fahrkomfort; punktgenau dosierte Dämpfer entschärfen selbst böse Straßenpatzer, ohne dem GLK die erfrischend straffe Note zu rauben. Dazu kommen kommode Stühle mit satter Langstrecken-Tauglichkeit. Recht luftige Platzverhältnisse lassen streckenweise vergessen, dass dieser Mercedes eher zu den kleinen Vertretern gehört. Hinten finden sich ebenfalls zwei schöne und vor allem üppige Plätzchen zum Reisen – das gilt sogar für großgewachsene Mitfahrer. Nur bei den Geländeeigenschaften muss diese Version passen – es fehlt einfach der 4matic-Zusatz. Aber keine Sorge, schließlich findet man die meisten Allradler ohnehin in der städtischen Umlaufbahn. Und da passt der Heckantrieb-GLK mit seiner einschlägigen Silhouette auch ohne Allradantrieb hin, denn wer braucht für Asphalt schon vier angetriebene Räder?