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Auch auf der 4. Fuhrpark-Lounge, die wie im letzten Jahr wieder im Landhaushotel Waitz in Mühlheim-Lämmerspiel bei Frankfurt stattfand, wurde für die über 50 Teilnehmer ein informatives und fesselndes Vortragsprogramm organisiert. Die offizielle Begrüßung und Moderation der zweitägigen Veranstaltung übernahm erneut der Rechtsanwalt Joachim Ottig, der sich unter anderem auf Schadenersatzrecht und Kaskorecht spezialisiert hat. Zu diesen Thema hielt der Experte ebenfalls einen sehr interessanten Vortrag zu einer aktuellen BGHEntscheidung.

Fuhrparkrecht
Der Bundesgerichtshof hatte Ende des letzten Jahres ein neues Urteil in Sachen Restwert- Ermittlung durch einen Gutachter gefällt. „Ein solches Urteil bedeutet meiner Meinung nach in der Praxis, dass jedes Gutachten ab sofort die Vorgehensweise der Wertermittlung nachvollziehbar erkennen lassen muss und die drei eingeholten Angebote dort eindeutig benannt werden müssen, wobei das höchste als Restwertergebnis festzuhalten ist“, fasste Otting die richterliche Entscheidung zusammen. Außerdem sei durch einen weiteren Beschluss bestätigt worden, dass sich der Gutachter am örtlichen, allgemeinen Markt bei seiner Restwertbeurteilung richten müsse. Für den Fuhrparkmanager bedeutet das laut Otting in der Praxis, dass er sich, falls die oben genannten Kriterien alle eingehalten wurden, auf das Gutachten verlassen kann und nicht mehr die Versicherung vor der Verwertung um Erlaubnis fragen muss.

Underwriting
Über die aktuelle Situation der Kfz-Flottenversicherung klärte Volker Leukers, Maklerbeauftragter bei HDI-Gerling, die anwesenden Fuhrparkmanager auf. Nach seinen Aussagen befände sich der gesamte Kfz-Flotten-Versicherungsmarkt zur Zeit in einem harten Preiskampf. Hinzu wäre ein außergewöhnlich harter Winter mit extrem schlechten Witterungsverhältnissen gekommen, der die Schadenanzahl (plus 55.000 Schäden) und -aufwendungen (plus 230 Millionen Euro) für die gesamte Branche signifikant hätte ansteigen lassen. „Dies alles hat dazu geführt, dass die Schaden- und Kostenquote marktweit momentan bei circa 106 Prozent liegt“, so Leuckers. „Durch die ausbleibenden Erträge auf den Kapitalmärkten sind zudem aktuell keine Subventionierungen möglich. Trotzdem tragen die Sanierungsbemühungen der Flottenversicherer aus der letzten Zeit langsam zarte Blüten.“ Laut Leuckers wird der Informationsbedarf und die Datenqualität beim Quotierungs-Procedere zwischen versichertem Fuhrpark und Versicherung weiter zunehmen müssen, wollen beide Seiten möglichst gute Angebote erzielen.

Einsparpotenzial
TCO ist weiterhin das Thema der Stunde. Welche vielfältigen Möglichkeiten es gibt, um die Fahrzeugbetriebskosten eines Fuhrparks weiter zu senken, zeigten Wolfgang Kallweit (Geschäftsführer) und Dennis Geers (Gesschäftsleiter FleetControl) von ControlExpert, einem unabhängigen Dienstleister für Schadenbearbeitung und Kostenprüfung, in ihren Vorträgen. Mit Hilfe von speziell entwickelten EDV-Techniken und mathematischen Verfahren werden Rechnungen, Kostenvoranschläge und Gutachten auf Plausibilität und Marktüblichkeit geprüft. „Unter anderem mit Hilfe unseres PostMaster können wir das tägliche Fahrzeugmanagement unserer Kunden deutlich vereinfachen und verbilligen“, so Geers. „Der PostMaster ist ein kleines, effizientes Programm, das wie ein Druckertreiber installiert wird. Es bündelt Dokumente und Dateien aus allen gängigen Computer-Programmen und Dealer-Management-Systemen. Die Daten werden schnell, zuverlässig und vor allem sicher übermittelt.“

Die Initiatoren zeigten sich überaus zufrieden mit der Resonanz, so dass bereits jetzt für 2011 die fünfte Fuhrpark-Lounge geplant ist. Weitere Informationen zur Veranstaltung gibt es unter www.fuhrpark-lounge.de.