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Wie bitte, Citroën legt seine altgediente DS wieder auf? Nein, diesmal ist es nicht die legendäre Göttin, die in den Fünfzigerjahren auf einzigartige Weise den Charme einer französischen Automarke vermittelte. Okay, aber die Assoziationen, die bei den Konsumenten wachgerufen wurden, als der Pariser Hersteller sein DS-Vorhaben verkündete, waren sehr wohl gewollt. Nun, es wird drei Modelle dieser distinguierten Linie geben bis in die Mittelklasse hinein – den Anfang macht der Kleinwagen DS3, der im Grunde ein Bruder des profanen C3 ist – auch er trat kürzlich erneut an, um Kleinwageninteressenten zum Kauf zu animieren. Der DS3 tut dies auf besondere Art – er spielt vor allem mit optischen Reizen. Da erwarten den Passagier Armaturen mit lackierter Oberfläche, die sich perfekt an die in schwarzem Klavierlack gehaltene Mittelkonsole anschmiegen.

Der unten abgeflachte Volant versprüht drahtige Gene. Und die Botschaft ist klar: Sportlichkeit ist hier keineswegs unerwünscht. Dank knackiger Abstimmung der Feder-Dämpfer-Einheiten mag der Fronttriebler Kurven durchaus. Leicht untersteuernd witscht er durch die Kehre, die elektrische Servolenkung ist deutlich präziser, als man es von anderen Markenanhängern gewöhnt ist – Mission geglückt. Allein die Schaltung spricht PSA-Sprache, will heißen: Der Hebel geht einen langen Gang, aber er kennt die Richtung. Dafür wird man von Mini fahrenden Passanten angesprochen, die sich nach Marke und Modell erkundigen – was wohl als sicherer Beweis dafür gelten darf, dass die Marketingexperten Ziel und Zielerreichung exakt übereinanderlegten.

Bleibt der Antrieb: Freilich kommt auch im DS3 die feine Selbstzünder-Ware aus der PSA-Ford- Ehe zum Einsatz. Den Testwagen befeuerte der bekannte 1,6-Liter – hier mit 92 PS und natürlich bester Laufkultur. Einmal warmgefahren, muss man schon genau horchen, um den Vierzylinder als Diesel auszumachen. Spätestens, wenn sich Radiotöne und Windgeräusche in die Akustik des Fahrkonzerts mischen, avanciert der kräftige Vierventiler zur Belanglosigkeit. Das gilt selbstverständlich nicht für seinen Antritt. Schließlich setzt der Commonrail-Vertreter schon bei niedriger Drehzahl mächtig Drehmoment frei, so dass die Fuhre ordentliche Fahrleistungen an den Tag legt. Hurtig geht es auf Richtgeschwindigkeit, und bei Bedarf wird die auch übertroffen. Im Gegenzug fließt nicht allzu viel Kraftstoff durch die Einspritzleitungen.

Bei gemischtem Fahrbetrieb sind es lediglich 5,3 Liter – damit kann man leben. Leben kann man auch mit der Wohnstube: Dass der DS3 dem Kleinwagen-Segment angehört, merken allenfalls großgewachsene Europäer – und das auch nur auf den Rücksitzen. Vorn hält der eigenwillige Franzose viel Bewegungsfreiheit bereit, die lange Strecken zur Kleinigkeit degradiert. Dabei spielen auch die beinahe sesselhaften Sitzmöbel eine Rolle; wer hätte es gedacht, sie sind obendrein mit ausgeprägten Wangen ausgestattet, damit in zügigen Kurven keine hin- und herfliegende Besatzung beklagt werden muss. Klagen sind auch beim Umgang mit sämtlichen Knöpfchen nicht zu verzeichnen, wenngleich die Menüeinheit, die auch das optionale Navigationssystem aus dem Hause Magnetti Marelli einschließt, etwas Sportsgeist erfordert, da sie mit vielschichtigen Bedien-Ebenen aufwartet. Technikfans werden Freude daran haben.

Wie ist es um die Preisgestaltung bestellt? Der DS3 ist nicht einfach nur ein schnöder Kleinwagen, also müssen die Kunden mit einem kleinen Zuschlag rechnen: für eine Ikone – egal welcher Kategorie – gibt man aber gerne ein paar Euro mehr aus. Deren 12.773 netto müssen es schon sein, allerdings für den 95 PS starken Basisbenziner. Der Flottenkunde wird aufgrund hoher Kilometerleistungen hingegen lieber 15.462 Euro für den kleinen Selbstzünder mit 92 PS ausgeben. Für diesen Preis rollt der Franzose aber auch satt ausgestattet vom Hof – zu den Selbstverständlichkeiten zählen nicht nur eine ausgezeichnete Sicherheitsausrüstung inklusive sechs Airbags, ESP und LED-Tagfahrlicht, sondern ebenso Komfortmerkmale wie Bordcomputer, elektrische Fensterheber, Klimaanlage, Radio mit MP3-Funktion sowie Tempomat.

Angesichts des Gebotenen ist der Lifestyle- Kleinwagen also ein durchaus wohlfeiles Vergnügen. Unabdingbar für Flottenkäufer sind Bluetooth-Freisprecheinrichtung und der heute völlig etablierte Navigator. Für 798 Euro bietet Citroën ein großes Bildschirm-System an, das die Straßendaten Europas auf einer kleinen SD-Karte speichert und zudem freihändiges Telefonieren erlaubt. Wer möchte, bekommt für seinen DS3 auch Extras, die eigentlich in der Mittelklasse zu Hause sind – ein automatisch abblendender Innenspiegel gehört genauso dazu wie Park- und Regensensor (im Paket zwischen 252 sowie 420 Euro). Besonders schön aber ist doch, dass der exklusive französische Zwerg mit einer Fülle spezieller Dekors und Lackierungen geordert werden kann. Innen wie außen lässt sich großzügig gestalten – ob nun mit ein- oder zweifarbiger Karosserie. Warum sonst schließlich greift man zum DS3? Individualität siegt eben oft.