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Die globale Krise verankert sich immer mehr in den Köpfen. Dabei spielt es nun auch keine Rolle mehr, ob die betroffenen Unternehmen wirklich nur wegen der weltweiten Krise in eben dieser sind, oder ob der vorherige Daueraufschwung nur ohnehin vorhandene Fehler in der strategischen Ausrichtung lange überdeckt hat. Und auch milliardenschwere Hilfspakete wie die Abwrackprämie, die einigen Autoherstellern mitten in der sogenannten Krise sogar neue Verkaufsrekorde beschwert hat, scheinen die negative Grundstimmung derzeit noch nicht aufhellen zu können. Ein eher psychologisches Problem also: Es läuft zwar eigentlich ganz gut, aber schlecht geht es uns trotzdem.

Viele Unternehmen nutzen die allgemeine Stimmung jetzt auch, um die große Schublade „Böses & Gemeines“ aufzuziehen, in der all die Dinge lagern, die man immer schon mal ändern wollte, es sich aber nie getraut hat. Die AMI in Leipzig hat es vielleicht nur deshalb dieses Jahr mit etlichen Absagen von Herstellern erwischt.

Auch eine Neuaufstellung des Fuhrparks kann in so einer Schublade schlummern. Denn auf das Totschlag-Argument „Krise“ gibt es derzeit bei Downsizing-Debatten nicht viele Gegenargumente. Wann, wenn nicht jetzt, sollen denn bitte echte und grundsätzliche Einsparungen machbar und vor allem politisch nach innen sowie ohne Imageschaden nach außen durchsetzbar sein? Und wem „Krise“ noch nicht als Argument ausreicht, der setzt einfach noch „CO2“ obendrauf und ist dann sogar noch Gutmensch.

Dabei sollte jedoch bedacht werden, dass Dienstwagen vor allem auch ein Motivationselement sind. Wer hier zu viel einspart, dämpft leicht nicht nur die Kosten, sondern auch die Einsatzfreude der Mitarbeiter. Kleinere Korrekturen nach unten werden derzeit sicher akzeptiert – sofern der Chef es vorlebt. Größere Einschnitte bereut man hingegen vielleicht schnell wieder. Die Hauptgegner des Downsizing erreicht die interne Unternehmenskommunikation nämlich nicht: Die Nachbarn der Mitarbeiter, die auch – oder gerade – in der heutigen Zeit ein Hauptgrund sind, warum der Mitarbeiter seiner Fahrzeugklasse treu bleiben möchte. Image ist eben alles, da geht es den Menschen nicht anders als Markenartikeln. Hier hilft höchstens der Umstieg in eine ganz andere Klasse, also von Kombi auf VAN oder kleines SUV; das ist dann „für die Nachbarn“ nicht so leicht vergleichbar und der Mitarbeiter hat ein Argument.

Besser ist es jedoch, den Fuhrpark wirklich in Richtung CO2-Reduktion – ein weit netterer Ausdruck für Kraftstoffkosten sparen – zu entwickeln. Und da tut sich derzeit einiges im Markt; nahezu alle relevanten Hersteller haben inzwischen Eco-Versionen mit niedrigem Kraftstoffverbrauch im Angebot, die dennoch hervorragende Fahreigenschaften bieten. So zeigte uns für diese Ausgabe Dr. Dieter Zetsche persönlich die neue E-Klasse, die trotz ihrer gut 1,7 Tonnen Leergewicht mit nur 5,3 Litern Durchschnittsverbrauch unter die magische 140g-Grenze CO2 kommt.