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Flottenmanagement: 2009 ist das Jahr eins nach dem Start der sogenannten Finanzkrise. Sehr wahrscheinlich wird die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland auch nicht spurlos am Flottengeschäft vorbeigehen; sei es, dass Fuhrparkkosten noch einmal deutlicher zur Optimierung anstehen, sei es, dass die Prozesse im Fuhrparkmanagement zur weiteren Verschlankung wieder auf den Prüfstand kommen, sei es, dass Firmen in die Insolvenz geraten werden. Wie beurteilen Sie aus Sicht der Aral AG momentan die Entwicklung?

Wansart: Das ist momentan schwierig abzuschätzen. Derzeit spüren wir die Auswirkungen im Pkw- und Kleintransportergeschäft noch nicht. Ich sage das aber mit aller Vorsicht. Sollte sich die wirtschaftliche Entwicklung so fortsetzen, wird das deutsche Flottenkartengeschäft spätestens im dritten Quartal 2009 auch in der Breite betroffen sein. Gegenwärtig profitieren wir allerdings noch von der guten Entwicklung der letzten Jahre. Die drastischen Einbrüche bei den gewerblichen Fahrzeugneuzulassungen werden sich aber zeitversetzt auch in unserem Geschäft niederschlagen.

An der grundsätzlichen Situation, in der sich unsere Branche befindet, ändert das aber nichts. Das heißt, unabhängig von der Finanzkrise sind unsere Kunden ständig bemüht, ihre Fahrzeugflotten effizienter und vor allem kostengünstiger zu gestalten. Sie erwarten deshalb auch von uns, dass wir sie darin unterstützen, Kosten transparenter darzustellen, die Kontrolle über den Fuhrpark und ihre Fahrer zu verstärken und die Sicherheit der eingesetzten Tankkarten zu gewährleisten. Dazu gehören natürlich auch Kraftstoffe, die mit dazu beitragen, den Verbrauch zu reduzieren. Von daher bestätigt und bestärkt die derzeitige wirtschaftliche Lage unsere Kunden nur auf ihrem Weg der Flottenoptimierung.

Werner: Wir gehen zuversichtlich davon aus, dass wir mit unserem aktuell platzierten Aral CardPlus-Angebot so aufgestellt sind, dass wir unseren Kunden genau diese Hilfestellungen geben können. Das Feedback unserer Kunden zeigt uns sehr deutlich das wachsende Interesse an unserem online Kundencenter. Auch Kunden, die bisher skeptisch im Umgang mit den Online Tools waren, setzen sich zunehmend intensiver mit der Karten- und Transaktionsanalyse auseinander und stellen fest, welch hervorragendes Instrument sie zur Hand haben.

Flottenmanagement: Welche generellen Maßnahmen für das Tankkartengeschäft haben Sie sich möglicherweise vor diesem Background schon in die Agenda geschrieben, welche Geschäftsziele können Sie sich denn momentan setzen?

Wansart: Wir halten auch jetzt ganz klar an unseren Zielen fest. Wir wollen das Wachstum der letzten Jahre fortsetzen und gehen auch für 2009 davon aus, das wir nicht nur unseren Marktanteil ausweiten können, sondern auch in absoluten Zahlen wachsen werden.

Werner: Auf der Angebotsseite werden wir immer sehr genau beobachten und analysieren, was der Kunde erwartet. Sollte es sein, dass sich Kundenbedürfnisse ändern oder verschieben, werden wir uns auch solchen Anforderungen stellen können. Für die aktuellen Bedürfnisse wie absolute Transparenz und maximale Kontrolle ist die Aral CardPlus ein geradezu ideales Instrument.

Flottenmanagement: Nun können Sie durchaus auf die simple Wahrheit setzen, wer Firmenwagen einsetzt, braucht auch weiterhin Tankkarten. Es mag dennoch sein, dass sich die Aral CardPlus in naher Zukunft in einem enger werdenden Wettbewerb weiter behaupten muss. Welche generellen Stärken ihres Produkts gegenüber der Konkurrenz werden denn ihre Position weiter festigen oder sogar noch ausbauen?

Wansart: Ich glaube vor allem an zwei wichtige Bausteine in unserem Aral CardPlus-Angebot. Zum einen an unser online Kundencenter, mit dem wir nochmals verstärkt auf mehr Sicherheit und mehr Kontrolle für den Flottenbetreiber gesetzt haben. Auch das führt unter dem Strich schon dazu, dass der Fuhrparkbetreiber die Kosten im Griff behält, wenn er sie nicht sogar reduziert. Andererseits wird im Markt das sogenannte Komplett-Angebot unserer Aral CardPlus sehr gut angenommen. Während in der Branche die Aufschlagskalkulation noch sehr verbreitet ist, das heißt für jede zusätzliche Leistung wird auch eine zusätzliche Gebühr fällig. Wir haben uns vor zwei Jahren zu einem anderen Weg entschieden. Bis auf wenige Ausnahmen erhält der Kunde bei uns das komplette Angebot inklusive der Online Services zu einer wettbewerbsfähigen Kartengebühr.

Flottenmanagement: Welche Anforderungen stellt der Flottenbetreiber heute generell an eine Tankkarte, was macht die Aral CardPlus im Detail aus, inwieweit erleichtert sie das Leben des Fuhrparkmanagers, was kann er über sie abwickeln, wie einfach ist die Handhabung geworden?

Werner: Wir haben mit der Entwicklung der Aral CardPlus schon sehr frühzeitig die Zeichen der Zeit erkannt und decken die seinerzeit identifizierten Bedürfnisse unserer Kunden mit unserem Angebot auch punktgenau ab. Möglichst uneingeschränkte Mobilität und ein flächendeckendes Akzeptanznetz zählen zu den Grundbedürfnissen. Auch Einfachheit und Bequemlichkeit gehören zu den elementaren Anforderungen. Es ist für uns eine wesentliche Aufgabenstellung, die tägliche Arbeit des Fuhrparkmanagers zu erleichtern. Für ihn muss das komplette Tankkartenmanagement einfach und online steuerbar sein. Er kann beispielsweise bis heute mittag Tankkarten online bestellen und hat sie bereits in der Regel morgen früh auf dem Schreibtisch. Zudem kann man online weitere Funktionen nutzen, beispielsweise Karten sperren oder Kundenvermerke ändern. Ein weiteres wichtiges Bedürfnis und Kriterium für den Kunden ist die Sicherheit der Tankkarte. Aral CardPlus bietet den heute größtmöglichen Schutz. So haben wir in punkto Kontrolle die Möglichkeit entwickelt, das unsere Kunden online jeder Tankkarte ein spezielles Nutzungsprofil für den Karteneinsatzes zuweisen können. Der Flottenmanager kann dann genau beobachten: Wann wird eine Tankkarte wofür an welchen Wochentagen um wieviel Uhr eingesetzt. Verstöße gegen das definierte Profil werden sofort per e-Mail und/oder SMS gemeldet. Dann kann der Flottenmanager zeitnah einschreiten: So berichtete uns ein Kunde, dass einer seiner Fahrer den falschen Kraftstoff getankt hatte. Der Fuhrparkmanager erhielt sofort eine SMS und konnte den Fahrer gerade noch rechtzeitig stoppen und die Weiterfahrt mit dem falschen Kraftstoff verhindern.

Flottenmanagement: Sicher ist im Tankkartengeschäft ein hohes Akzeptanznetz ein ganz wichtiger Faktor. Steht das im Ranking der Flottenbetreiber ganz oben, oder sind andere Prioritäten noch wichtiger für ihn? Wenn ja, welche sind das und warum?

Wansart: Wie bereits angedeutet werden die Themen Kontrolle und Sicherheit sowie die Einfachheit der Instrumente für den Fuhrparkmanager immer wichtiger. Allerdings bleibt die Mobilität und damit das Akzeptanznetz das Grundbedürfnis. Mit unseren rund 2.400 Aral Tankstellen steht unseren Kunden traditionell das größte Tankstellennetz in Deutschland zur Verfügung. Durch den ROUTEX-Verbund kommen nochmals rund 1.600 Akzeptanzstellen dazu. Darüber hinaus wird unser Netz ständig erweitert und ergänzt. Insbesondere haben sich in den letzten zwei Jahren viele große mittelständische Mineralölhändler dazu entschlossen, große Teile ihres Tankstellennetzes unter der Marke Aral zu betreiben. Alleine 2009 erweitert sich das Aral Tankstellennetz auf diese Weise um weitere rund 80 Stationen. Doch nur die Anzahl der Standorte zu erhöhen, reicht nicht aus. Schließlich tragen wir auch der stetig wachsenden Bedeutung des Themas Autogas Rechnung, indem wir hier unser Tankstellennetz bis 2010, insbesondere an Autobahnen und Autohöfen, um rund 50 Standorte nachrüsten werden.

Flottenmanagement: Sie haben im Jahr 2007 die neue Aral CardPlus eingeführt und die Dienstleistungen und Funktionen des Aral Card Kundencenters erweitert. Über welche Erfolge im Einzelnen können Sie berichten?

Wansart: Sowohl über unsere Außen- und Innendienstler als auch über unsere Kundenbefragungen erhalten wir ein sehr positives Kunden- Feedback. Einerseits legt der Kunde heute generell deutlich mehr Wert auf die Möglichkeit alle Tankkartenaktivitäten online durchzuführen. Andererseits hat aber auch seine Zufriedenheit mit unseren Online-Services deutlich zugenommen. Bereits im ersten Jahr nach der Einführung des neuen Angebotes wurden schon rund 50 Prozent der Tankkarten- Transaktionen online abgewickelt. Das hat unsere Erwartungen bei weitem übertroffen, und wir sind überzeugt davon, dass der Erfolg der letzten beiden Jahre auch maßgeblich darauf zurückzuführen ist.

Werner: Dass die Kunden bereits nach zwei Jahren 50 Prozent online abwickeln, ist ein ganz überzeugender Indikator. Natürlich müssen wir erst einmal Gewöhnungszeiten für den Umgang mit neuen Medien berücksichtigen. Wir bleiben also auch ständig darum besorgt, weniger online-affinen Kunden jegliche Hilfestellung zu geben. So laden wir sie beispielsweise dazu ein, die Vorteile des Kundencenters live mitzuerleben und selbst auszuprobieren. Wenn der Kunde einmal gesehen hat, wie schnell er seine Tankkarte ordern kann, welche Zugriffsmöglichkeiten auf welche Transaktionsdaten er hat, in welcher Form er die Kartenkontrolle nutzen kann, wie schnell er reagieren kann, wenn irgendetwas aus dem Ruder läuft, ist er sehr schnell überzeugt.

Flottenmanagement: Was kommt im Tankkar tenmanagement in absehbarer Zeit noch auf Sie zu, welche anderen Kundenanforderungen, die sich dann in den Gesprächen mit den Flottenbetreibern ergeben, geben Ihnen Anregungen für den Ausbau Ihres Dienstleistungsprogramms beziehungweise werden jetzt schon von Ihnen bedient?

Wansart: Wir werden sicher den Themen Sicherheit und Kontrolle noch weiter Rechnung tragen und auch die Online-Services weiter ergänzen und verbessern. Darüber hinaus arbeiten wir sehr stark daran, Konzeption und Aufstellung der Aral-Tankstellen noch stärker auf die Bedürfnisse unserer Tankkartennutzer, die geschäftlich unterwegs sind, auszurichten. So ist beispielsweise auch angedacht, auf Autohöfen oder anderen ausgewählten Stationen einen Internet-Service für Laptop- Nutzer einzurichten. Hier wird uns in Zukunft noch Einiges einfallen.