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Bilanz-Pressekonferenz der Volkswagen Financial Services AGDie Volkswagen Financial Services hat nach Unternehmensangaben auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008 ihren Wachstumskurs fortsetzen können. Danach erhöhte sich die Bilanzsumme des größten automobilen Finanzdienstleisters Europas um 9,5 Prozent auf 57,28 Milliarden Euro. Der Gesamtvertragsbestand wuchs um 9,3 Prozent auf 5,79 Millionen, die Zahl der Neuverträge soll um 5,6 Prozent auf 2,04 Millionen gestiegen sein. Das Vorsteuerergebnis lag mit 792 Millionen Euro rund 2 Prozent unter dem Rekordergebnis des Vorjahres. Für den Leasingbereich meldete das Unternehmen 30,5 Prozent mehr Neuverträge. „Vor dem Hintergrund der internationalen Krise sind wir mit unserem Ergebnis sowie unserem Volumenwachstum zufrieden“, resümierte Frank Witter, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Financial Services AG, auf der Bilanzpressekonferenz am 17. März in Frankfurt.

„Wir befinden uns allerdings in einer absoluten Ausnahmesituation“, führte Witter weiter aus. „Auch wir haben im abgelaufenen Geschäftsjahr die schwere globale Krise und die nach wie vor anhaltende Kapitalmarktkrise schon zu spüren bekommen.“ Zudem seien im Zuge dessen gegenwärtig signifikante Absatzrückgänge auf nahezu allen Automobilmärkten zu verzeichnen, allein in Spanien beispielsweise zu mehr als 40 Prozent.

„Zwar zeichnet sich in Deutschland auf Grund der Abwrackprämie gerade eine Sonderkonjunktur ab,“ so Witter, „dennoch kann das laufende Jahr 2009 insgesamt betrachtet 2008 in den Turbulenzen noch übertreffen. Wir glauben auch an einen Konsolidierungsprozess im Bereich der automobilen Finanzdienstleister. Grundsätzlich ist aber Volkswagen Financial Services als eine der größten und erfolgreichsten Direktbanken Deutschlands gut aufgestellt. Wir sind zuversichtlich, dass wir mittelfristig sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen werden.“

Im Hinblick auf die kürzerfristigen Aussichten wird seitens des Unternehmens auf Grund der „angespannten“ Volumen- und Margenentwicklung prognostiziert, dass das erwartete Ergebnis 2009 wohl unter dem von 2008 liegen werde. Insbesondere auch im Hinblick auf die Kredit- und Restwertrisiken sei eine definitive Ziel-Prognose erst nach Ablauf des ersten Quartals 2009 möglich. Weitere Wachstumspotenziale sehen die Strategen für die nächste Zukunft aber vor allem in den Bereichen Volkswagen Versicherungsdienst (VVD), junge Gebrauchtwagen bis zu einem Alter von vier Jahren und weltweites Flottenmanagement. Wahrscheinlich würde 2010 LeasePlan zu 100 Prozent übernommen werden können (gegenwärtige Beteiligung 50 Prozent).

„Wir stellen auch einen verstärkten Trend zu Leasing und Kredit für das Segment junge Gebrauchtwagen fest und verzeichnen hier gerade einen sehr guten Geschäftseingang“, ergänzte Lars-Henner Santelmann, Sprecher der Volkswagen Leasing GmbH und im Vorstand von VW Financial Services zuständig für Vertrieb und die Regionen Europa Mitte, Nord, Süd und Ost. „Überdies zeigt sich unser Kunden-Portfolio als sehr stabil. Zwar ist der gewerbliche Gesamtabsatz leicht zurückgegangen, wir können das bisher aber nicht für unser Haus sagen. Wir stellen auch fest, dass viele Kunden, die bisher gekauft haben, nun ihren Fuhrpark ins Leasing geben.“ Im Hinblick auf Restwert-Prognosen kann das Unternehmen auf rund 50.000 Daten zurückgreifen. „Wir sind im Gegensatz zum Handel zwar nicht direkt vom Restwertrisiko betroffen, können uns aber nicht den Marktentwicklungen entziehen“, erklärte Dr. Michael Reinhart, im Vorstand zuständig für Risikomanagement, Rechnungswesen und Marktfolge. „Wir unterstützen den Handel bei der Ermittlung der Restwerte und empfehlen gegenwärtig ein sehr konservative Ansetzung.“ Vor zwei Jahren ist ein neues Restwert-Prognose-Verfahren entwickelt worden. „Wir gehen hierbei sehr modellspezifisch vor und differenzieren beispielsweise auch zwischen unterschiedlichen Motorleistungen, Dreitürern oder Fünftürern“, detailliert Lars- Henner Santelmann. „Nicht zuletzt nehmen wir die Händler an der Hand mit ins Werk, um ihnen die Nachfolgemodelle zu präsentieren.“

„Wir müssen zwar die nächste Zukunft mit sehr viel Vorsicht und Realismus betrachten,“ resümierte Frank Witter, „aber wir haben den Optimismus und den Mut nicht verloren.“