PDF DOWNLOAD

Nun ist sie also in der Realwirtschaft angekommen, die Krise. Immer mehr Unternehmen bekennen, es ginge ihnen schlecht und sie benötigten Hilfe, vom Staat, und das im Superwahljahr. Klar, dass nach den zwar vielen, aber oft eher schlecht angelegten Milliarden für die Banken auch alle anderen etwas abbekommen wollen und sollen. Es sind ja Wahlen.

Auch die Automobilbranche kämpft, dem eigenen Bekunden nach. In Deutschland hatten wir zwar nur einen Absatzrückgang von 2 Prozent im Jahr 2008 zum Vorjahr, eher eine gewöhnliche Schwankung. Aber die Krise soll ja erst noch kommen, und schon gibt es eine Verschrottungsprämie für Altautos, satte 2.500 Euro für Fahrzeuge, die älter als neun Jahre sind und dann verschrottet werden. Das wird sicher den Gebrauchtwagenmarkt beleben, und ist damit auch gut für den Flottenmarkt. Aber war das wirklich notwendig?

Nur immer Wachstum zu erwarten ist doch unrealistisch. Und vielleicht liegt es ja bei dem ein oder anderen auch an der Produktpalette – bei Chrysler, Ford und GM in den USA allemal. Da hilft es derzeit auch nicht, dass der Rohölpreis im Dezember 2008, gemessen am Januar 2008, um immerhin 61 Prozent gesunken ist, gegenüber dem Höchststand im Juli gar um fast 75 Prozent. Die Menschen wollen jetzt sparsame Autos, weltweit. Auch aus ökologischen Gründen, sicher. Aber vor allem, weil derzeit niemand weiß, wann die Kraftstoffpreise wieder steigen und um wie viel.

Es liegt aber auch viel Panikmache in der Luft. Man muss den drastisch gefallenen Ölpreis nicht als Vorzeichen einer lang anhaltenden globalen Rezession verstehen. Es kann auch einfach nur eine drastische Korrektur des Marktes sein auf einen Preis, der lange eher von Spekulanten als vom realen Bedarf getrieben war.

Mit den richtigen Produkten und gutem Marketing ist auch heute noch Wachstum möglich, einige Auto-Marken sind auch 2008 gegen den Trend gewachsen. Vielleicht sollten wir uns in Deutschland einfach nur auf unsere guten alten Tugenden besinnen: Innovative und vor allem qualitativ hochwertige Produkte entwickeln. Und nicht zu sehr auf die Weltuntergangs-Prediger hören. Das klingt zwar immer schön dramatisch, aber richtig lagen die noch nie.

 

P.S. Als Beilage zu dieser Ausgabe des Flottenmanagement erhalten Sie den aktuellen Modellplaner 2009. Praxisgerecht in drei Blöcke gegliedert – deutsche, europäische sowie asiatische und amerikanische Hersteller – inden Sie alle relevanten Produktneuheiten der Fahrzeugindustrie.