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Der nachhaltige Klimaschutz gehört weiterhin zu den wichtigsten Themen der internationalen und nationalen Automobilindustrie! Dabei hat sich neben Hysterie, Hektik und Unsachlichkeit in den Diskussionen leider auch das Gezerre zwischen politischen Parteien, Bund und Ländern gesellt und Lösungen immer weiter verzögert. Die Quittung: Der Binnenmarkt, der Konsum ist nicht in Schwung gekommen und die Folgen der Finanzkrise treffen jetzt auch die Automobil- und Zulieferindustrie in vollem Umfang.

Nach dem Banken-Rettungspaket muss meines Erachtens allerdings auch die Automobilkonjunktur dauerhaft durch gezielte Maßnahmen gestützt werden. Eine gezielte staatliche Förderung der Anschaffung abgas- und CO2‑armer Pkw leistet darüber hinaus einen entscheidenden Beitrag zur Steigerung des Umweltschutzes und zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Die Parameter für die Umstellung der Kraftfahrzeugsteuer auf CO2‑Bezug mit deutlichen Steuervorteilen für Neuwagen mit moderner Abgastechnologie und niedrigeren CO2‑Emissionen müssen schnellstens gesetzt und es muss ein zusätzliches Förderprogramm für abgasarme Pkw initiiert werden. Nur so kann Sicherheit und Klarheit geschaffen und die Nachfrage nach modernen Fahrzeugen angekurbelt werden! Eine wieder belebte Automobilkonjunktur sichert und schafft Arbeitsplätze in der gesamten Automobilwirtschaft.

Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) hat die Zeichen der Zeit früh erkannt und bereits im Oktober 2005 die Initiative ‚Pro saubere Luft‘ gestartet. Die Initiative ‚Pro saubere Luft‘ fördert den Austausch alter gegen neue, emissions- und verbrauchsarme Fahrzeuge mit deutlich höherem Sicherheitsniveau. Damit wollen die internationalen Fahrzeughersteller aktiv die ins Stocken geratene Erneuerung des überalterten Fahrzeugbestandes wieder in Gang bringen. Nur durch eine drastische Verjüngung des Fahrzeugbestandes sind die Ziele der Europäischen Kommission in Bezug auf Klimaschutz, Luftqualität und Verkehrssicherheit zu erreichen.

Wir freuen uns, dass die Bundesregierung mit ihren Beschlüssen nun der Argumentation der VDIKInitiative ‚Pro saubere Luft‘ folgt und endlich erste, allerdings sehr zögerliche, Schritte zur Erneuerung des Fahrzeugbestandes in Deutschland eingeleitet hat. Neben den ökonomischen und ökologischen Vorteilen sorgen die Maßnahmen auch für eine erhöhte Verkehrssicherheit, indem verstärkt moderne Fahrzeuge mit optimierter Sicherheitstechnik auf Deutschlands Straßen kommen.

Wie ernst die internationalen Fahrzeughersteller die Unterstützung der Klimaschutzziele der Europäischen Union nehmen, zeigt sich am ständig zunehmenden Angebot sparsamer Fahrzeuge mit niedrigen CO2-Emissionen. So enthält der DATLeitfaden zur Jahresmitte 430 Fahrzeugmodelle mit CO2-Emissionen von bis zu 140 g/km und davon 243 Modelle bis zu 130 g/km sowie 111 Modelle bis zu 120 g/km. In allen drei Gruppen liegt der Anteil der VDIK-Mitglieder zwischen 63 und 68 Prozent und damit weit über unserem Marktanteil bei allen Pkw-Neuzulassungen in Deutschland von rund 36 Prozent.

Dass dieses Angebot von unseren Kunden auch verstärkt angenommen wird, belegen die aktuellen amtlichen Auswertungen des Kraftfahrt-Bundesamtes in Bezug auf den durchschnittlichen Flottenverbrauch und auf die durchschnittlichen CO2-Emissionen der internationalen Fahrzeughersteller. Die Zahlen verdeutlichen eindrucksvoll: jedes zweite Fahrzeug mit CO2-Emissionen von weniger als 140 g/km wird von einem VDIK-Mitglied ausgeliefert.

Die durchschnittlichen CO2-Emissionen aller von den VDIK-Mitgliedsfirmen verkauften Pkw sind von 195,7 g/km im Jahr 1995 um über 20 Prozent (oder 36,43 g/km) zum 31.05.2008 auf 159,27 g/km abgesunken. Die durchschnittlichen CO2-Emissionen aller nicht dem VDIK zuzurechnenden Personenkraftwagen sind in Deutschland auf 170,05 g/ km gesunken, und damit liegen die durchschnittlichen CO2-Emissionen unserer deutschen Wettbewerber um knapp 11 g/km über dem vergleichbaren Durchschnittswert der VDIK-Flotte.
Diese Fakten belegen eindeutig, dass der VDIK und seine Mitgliedsunternehmen die Klimaschutzdiskussion ernst nehmen. Wir sind sicher, dass jeder seinen Beitrag leisten muss, dass alternative Techniken und Kraftstoffe weiter vorangetrieben werden müssen, um die Umwelt zu schonen und die Abhängigkeit von nicht erneuerbaren Energien zu vermindern.

Volker Lange, Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK)