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Das Jahresende bietet regelmäßig einen Zeitpunkt um Bilanz zu ziehen. Und im Autojahr 2008 hat sich einiges bewegt, das den Verantwortlichen für das Flottengeschäft des Initiativkreis Erdgas als Kraftstoff (IEK) in die Hände spielt. Der IEK, ein Verband von führenden Erdgasversorgungsunternehmen, der mit sämtlichen Automobilherstellern mit Erdgasengagement, regionalen Erdgasversorgern sowie Mineralölkonzernen zusammenarbeitet, setzt sich seit Jahren für die Verbreitung von Erdgasfahrzeugen und als Vermittler ein, um die notwendige Infrastruktur zu gewährleisten. Gerade Fuhrparks gehören zu den Adressaten des IEK, denn hier schauen die Entscheider regelmäßig auf die Kosten. Und dieses Jahr war kein gutes Jahr für die Kraftstoffkosten. Wohingegen sowohl die Achterbahnfahrt der Kraftstoffpreise als auch die Modellergänzungen der Hersteller bei den Serienerdgasfahrzeugen für das Thema Erdgas in Flotten einen kräftigen Anschub bedeutete.

Mercedes brachte die B-Klasse mit einem bivalenten, 85 kW/116 PS-starken Antrieb sowie den Sprinter als bivalenten und quasi monovalenten Erdgastransporter auf den Markt. Fiat steuerte kürzlich den Grande Punto mit 51 kW/70 PS bei, und Volkswagen kündigt an, dass ab Ende des Jahres der VW Passat als Limousine und Kombi mit dem 110 kW/150 PS 1.4 TSI EcoFuel-Motor bestellbar sein soll. Im 2. Quartal 2009 folgen soll der VW Caddy Maxi mit dem bekannten 80 kW/109 PS-Aggregat. Opel lässt den Worten Taten folgen und stellt im Dezember den ersten Serien-Van mit Erdgas-Turbomotor vor: Der Zafira wird dann von einem quasi-monovalenten Erdgas-Motor mit 110 kW/150 PS angetrieben, soll 200 km/h Höchstgeschwindigkeit erreichen und 5,3 kg Erdgas im Durchschnitt auf 100 km verbrauchen.

Mit diesen Impulsen hoffen auch die Key Account Manager des IEK, Heiko Zimmermann und Joachim Mursch, noch viel mehr Flottenpotenzial im nächsten Jahr auszuschöpfen. In diesem Jahr lief es bisher außerordentlich gut, bis Oktober 2008 hat sich die Zahl der Anträge für die Förderungsangebote des IEK fast verdoppelt auf 580. „Auffällig ist dabei, dass mehr Fuhrparks die Förderung beantragt haben. Auch befinden sich mehr Verbände unter den Antragstellern”, fasst Joachim Mursch zusammen. Hier fruchtet die individuelle Beratungsarbeit, wenn die Key Account Manager zu den Fuhrparks gehen, dort ausführlich über die Wirtschaftlichkeit von Erdgasfahrzeugen referieren und auch Testfahrzeuge bereitstellen. „Dabei ist der Erfolg wesentlich abhängig vom Engagement des Fuhrparkmanagers”, weiß Heiko Zimmermann.

Die Förderung soll einen Beitrag zur Kostenrechnung leisten und zum Einsatz umweltfreundlicher Fahrzeuge in Flotten motivieren. Sie beträgt für Fuhrparks mit mindestens 100 Fahrzeugen Gesamtflottengröße einheitlich 300 Euro durch den IEK, zusätzlich können die Fuhrparks für die Erdgasfahrzeuge bei den regionalen Erdgasversorgern Unterstützung beantragen, so dass in Summe durchaus 1.000 bis 1.200 Euro pro Fahrzeug zusammen kommen können. Zusätzlich spart der alternative Kraftstoff 35 bis 38 Prozent Kosten gegenüber Diesel ein. Die Key Account Manager des IEK wünschen sich zudem, dass die Leasinggesellschaften offensiver in der Restwertkalkulation von Erdgasfahrzeugen werden. „Die Restwerte stimmen nicht mit der Praxis überein”, so Heiko Zimmermann, „sie sind zu niedrig angesetzt.”

Weitere Unterstützung sehen sie durch den Ausbau des Tankstellennetzes, vor allem an den Autobahnen. Laut Joachim Mursch sollen dort bis Ende 2008 rund 30 Erdgastankstellen entstehen, 150 sind bis Ende 2009 geplant. Damit und mit der erhöhten Reichweite der neuen Erdgasmodelle öffnet sich die Antriebs-Alternative weiteren Fuhrparks, die nicht nur auf den städtischen oder regionalen Radius beschränkt sind. Auch eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey bescheinigt dem Erdgasfahrzeug eine positive Zukunft, wenn die erfolgsbestimmenden Pflichten erfüllt werden: Ausweitung der Modellpalette bei den Fahrzeugen, die konsequente Einbindung des Autohändlernetzes in die Vermarktungsaktivitäten und die Optimierung der Tankstelleninfrastruktur.