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Kleine SUVs
Immerhin 28 Prozent Gesamtkostenunterschied liegt zwischen dem Klassensieger Volkswagen Tiguan 2.0 TDI und dem nach Vollkosten teuersten Fahrzeug, dem Kia Sorento 2.5 CRDi. Hier macht sich wieder einmal die alte Regel bemerkbar, dass ein hoher Restwert eben ein deutlich mitentscheidendes Kriterium für die Gesamtkosten ist. Aber auch der um einen Liter günstigere Verbrauch bringt dem Volkswagen gleich einen Kostenvorteil von rund 1.400 Euro oder 5 Prozent über die Laufzeit von 90.000 Kilometern in drei Jahren. Bis auf den Zweiplatzierten Chevrolet Captiva, der mit einem extrem günstigen Nettopreis punktet, liegen die fünf bestplatzierten Fahrzeuge alle unterhalb der Sieben-Liter-Grenze beim Dieselkonsum.

Drei Jahre übliche Haltedauer sind heutzutage eine lange Zeit: Da weiß man nicht, wie die Kraftstoffpreise schwanken werden, und auch 1,30 Euro netto pro Liter hatten wir dieses Jahr bereits. Steigt also der Dieselpreis, wird die Schere in den Vollkosten breiter. Auch mit den kalkulierten 1,15 Euro netto macht der Kraftstoffanteil bereits 39 Prozent der Gesamtkosten des Volkswagen Tiguan über die Laufzeit aus!
Der zweitbeste Restwert von 52,2 Prozent und der mit 6,5 Litern niedrigste Verbrauch verhilft dem BMW X3 nur zu Platz sieben der Vollkosten-Betrachtung seines Segments: Der Basispreis ist eben auch ungeschlagen hoch, dennoch liegen fünf in der Anschaffung teilweise deutlich preisgünstigere Fahrzeuge hinter dem BMW.

Große SUVs
Von zwei teuren Ausreißern (Cadillac und Porsche) einmal abgesehen, liegt das Feld der großen SUV kostenmäßig viel näher zusammen als das der kleinen SUV. Nur knapp 12 Prozent oder 4.300 Euro in drei Jahren Laufzeit trennen die Plätze eins bis sieben. Der Kostensieger Volvo XC90 D5 Kinetic gewinnt mit nur maximal 5,5 Prozent Preisvorteil vor seinen direkten Verfolgern BMW X5, Mercedes-Benz ML 280, Lexus RX400h und Mazda CX-7.

Auch bei den großen SUVs ist der Kraftstoffverbrauch ein entscheidendes Kriterium: Auf den Plätzen eins, zwei und vier liegen SUVs mit Verbräuchen von 8,1 bzw. 8,2 Litern, was rund 30 Prozent Anteil an den Gesamtkosten entspricht. Lediglich der Mercedes liegt mit 9,1 Litern Verbrauch trotzdem auf Rang 3 der Vollkosten, weil er mit 54,4 Prozent den zweitbesten Restwert im Feld aufweisen kann. Weit abgeschlagen mit 32 Prozent Mehrkosten gegenüber dem Erstplatzierten sind Cadillac SRX und Porsche Cayenne, die beide allerdings auch mangels Dieselmotor im Programm mit Benzinern in den Vergleich gehen mussten – und durch die hohen Verbräuche allein schon über 6.000 Euro Mehrkosten beim Kraftstoff aufweisen. Der dritte Benziner hingegen, der Lexus RX 400h, schaffte es immerhin auf Platz 4 der Vollkostenübersicht: Sein Hybridantrieb sorgt für moderaten Verbrauch, und auch der günstige Steuersatz für Benziner hilft bei der Gesamtkosten-Betrachtung.

Trotz sehr unterschiedlicher Basispreise zeigt sich auch bei den großen SUVs der tendenzielle Einfluss der Restwerte: Die Plätze zwei bis vier weisen alle deutlich über 50 Prozent Restwert auf, einzig dem Klassensieger Volvo genügen 46,6 Prozent Restwert für Platz 1 der Vollkosten. Der Basispreis liegt schlicht 8.000 Euro unter dem des Zweitplatzierten BMW X5.

 

Basis für alle Modelle sind die von EurotaxSchwacke ermittelten Echtkosten bei Wartung und Reparaturen, Reifen und Kraftstoffverbrauch. Grundsätzlich wurden alle Fahrzeuge mit 36 Monaten Laufzeit und 90.000 Kilometern Gesamtfahrleistung gerechnet, den Netto-Kraftstoffpreis haben wir mit 1,15 Euro angesetzt. Vom aufgelisteten Netto-Kaufpreis haben wir kalkulatorisch 12 Prozent Großkundenrabatt bei der Berechnung der Gesamtkosten abgezogen. Wir haben einen festen Aufschlag von 10 Prozent für Sonderausstattungen für die Berechnung hinzuaddiert. Alle Fahrzeuge entsprechen Euro 4.

Einzig die internen Verwaltungskosten sowie die Kosten für Finanzierung und Versicherung konnten wir in die Kalkulation nicht einbeziehen, da die Werte hier doch sehr individuell sind. Ebenfalls ein wichtiger interner Entscheidungsfaktor ist natürlich der individuelle Steueransatz aus der „1-Prozent-Regelung“, die in der Praxis – je nach Entfernung des Wohnortes – ja auch schnell einmal 2 Prozent oder mehr ergibt.