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Die Zeichen stehen günstig für Kleinsttransporter: In Zeiten von steigenden Spritpreisen, Parkplatzmangel und CO2-Verordnungen sind kompakte und verbrauchsoptimierte Fahrzeuge gefragter denn je. In diese Kerbe will der Fiat Fiorino, zusammen mit seinen Brüdern Citroën Nemo und Peugeot Bipper, schlagen. Bei allen identisch sind die kompakten Abmessungen von 3,86 Meter Länge, 1,71 Meter Breite und einer Höhe von 1,72 Metern. So beträgt der Wendekreis des Fiorino dann auch nur 10,5 Meter. Sollte sich der Fahrer beim Rangieren aber dennoch verschätzen oder aus Versehen ein Hindernis touchieren, können die bullig wirkenden Schutzleisten aus Kunststoff an Front und Heck kleinere Kratzer absorbieren, ohne gleich eine Neulackierung zu erfordern. Neben den Schutzleisten fällt vor allem auf, was ein Vergleich von Breite und Höhe schon vermuten lässt: Das Fahrzeug hat etwas Würfelförmiges an sich, wirkt dabei aber aufgrund der leicht geschwungenen Linienführung nicht kantig oder klobig. Außerdem hat das kubische Karosseriedesign zur Folge, dass der Laderaum optimal nutzbar ist, weil keine schrägen Flächen die Symmetrie des 90-Grad-Winkels zunichte machen. So fasst der „Kleine“ dann auch 2,5 Kubikmeter, bei umgelegtem Beifahrersitz sogar 2,8 Kubikmeter, beziehungsweise eine Nutzlast von 535 kg. Das Transportgut kann entweder über die im Verhältnis 1/3 zu 2/3 geteilte Heckflügeltür oder die seitliche Schiebetür eingeladen werden.

Das Cockpit bietet, für ein Nutzfahrzeug nicht überraschend, wenig Spektakuläres. Positiv fallen vor allem der hoch positionierte Schalthebel und die vergleichsweise bequemen Sitze auf. Und diesen Sitzkomfort lernt der Fahrer schnell zu schätzen, ist doch die Federung zumindest Mit dem Begriff Fiorino bezeichnete man im Hochmittelalter einen in Florenz geprägten Goldgulden. Ob auch der Fiat-Kleinsttransporter mit demselben Namen geeignet ist, die Bilanzen seines Besitzers zu verbessern, wurde im Test mit dem 1.3-L-Multijet-Diesel ermittelt. Quadratisch, praktisch...gut? bei unbeladenem Fahrzeug gewöhnungsbedürftig. Hat man jedoch gewichtige Ware oder Ausrüstung geladen, tritt dieses Problem weniger in Erscheinung. Übersichtlich wie die Fahrgastzelle ist auch das Motorenangebot. Neben einem 1.4-Liter-Benziner mit 54 kW/73 PS zum Basispreis von 9.750 Euro netto gibt es noch einen 55 kW/75 PS starken 1.3-Liter-Multijet Dieselmotor für erschwingliche 10.850 Euro netto. Letzterer läuft zwar relativ hochtourig, beschleunigt aber dementsprechend flott. Beachtenswert sind vor allem die Verbrauchswerte. Nach Herstellerangaben benötigt der Dieselmotor auf 100 Kilometer gerade einmal 4,5 Liter, was sich auch in der Realität ungefähr bestätigte. Der CO2-Ausstoß beläuft sich auf 119 g/km.

Nach seiner Markteinführung als Kastenwagen ist der Fiorino mittlerweile auch als Kombi, und in der Ausstattungsvariante „Adventure“ (Aufpreis: 193 Euro netto) erhältlich. Mit größerer Bodenfreiheit, Unterbodenschutz, 15-Zoll Rädern und breiteren Seitenschutzleisten soll er so beispielsweise auf Baustellen zum Einsatz kommen. Die ab September erhältliche Version Panorama soll mit Rundumverglasung und Heckklappe die Rolle des Personentransporters übernehmen. Unter dem Namen Qubo wird, ebenfalls ab September, die Pkw-Variante auf den Markt kommen. Preise für die beiden letztgenannten Derivate stehen noch nicht fest.

Er ist zwar im Gegensatz zu seinem Namensverwandten nicht aus Gold, könnte sich aber dennoch positiv auf den Kontostand seines Nutzers auswirken. Denn ein günstiger Anschaffungspreis und niedrige Verbrauchswerte sind schlagende Argumente – gerade im Fuhrparkgewerbe.