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Professor Menne, Leiter des Aachener Ford-Entwicklungszentrums, ist sichtlich stolz, wenn er über die jüngste Ausbaustufe des 2,2 Liter großen Commonrail-Diesels spricht, der dem Leistungsprüfstand mit Hilfe von speziell geformten Leitschaufeln, variabler Ladergeometrie und piezoelektrischen Einspritzdüsen satte 175 PS meldet. Bis zu 420 Newtonmeter bekommt die Kurbelwelle ab (Overboost), ansonsten stehen zwischen 1.750 und 2.750 Umdrehungen immerhin noch 400 Nm zur Verfügung. Das System sei, so verlautet es aus Ford-Kreisen, kostengünstiger als die derzeit ebenfalls noch eingesetzte Doppelaufladung – außerdem gibt es eine fülligere Drehmomentkurve bei moderatem Verbrauch, mehr Fortschritt geht nicht. Erste Ausfahrten mit diesem Motor im S-Max bescheinigen dem Van Zugpferdcharakter. Eine kleine Anfahrschwäche allerdings kann sich der mehrfach einspritzende und daher besonders kultiviert laufende Vierzylinder dann doch nicht verkneifen. Sobald der Abgasstrom mitspielt und den Turbolader füttert, zerrt der Fronttriebler hektisch an den Vorderrädern und zeigt sich im Vergleich zur 140 PS-Variante deutlich bissiger. Höhere Autobahntempi legt der stärkste Selbstzünder-S-Max souveräner hin als die Basis; 160 Stundenkilometer sind ein Leichtes, und selbst bei 200 Sachen endet der Vortrieb noch lange nicht. Im Gegenzug sind Verbräuche von unter sieben Litern realistisch: Ein lang übersetzter sechster Gang sorgt für niedrige Drehzahlen. Somit avanciert dieser Ford zum attraktiven Expressgleiter mit ausgeprägten Langstreckenqualitäten.