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Der jüngste ADAC-Reifentest hat es bewiesen: SUV-Reifen ist nicht gleich SUVReifen. Trotz Allradantrieb macht es schon einen Unterschied, ob Sommerreifen, Winterreifen, Straßen- oder Geländereifen montiert sind. Dabei warnt der ADAC, sich nicht auf ein M+S-Zeichen auf der Reifenflanke zu verlassen, das sich auch auf reinen Gelände- oder typischen Sommerreifen befindet. Dieses besagt nur, dass M+S-Reifen gröbere und weiter voneinander entfernte Profilstollen haben als normale Reifen, und bezieht sich nicht einmal auf die Gummimischung. Das M+S-Logo ist gesetzlich nicht geschützt, jeder Reifenhersteller kann entscheiden, welche Reifen es erhalten sollen.

Das Schneeflockensymbol umrandet vom stilisierten Gebirge mit drei Spitzen („Snowflake on the mountain“) wird auf Basis eines Tests vergeben. Ein mit einem Schneeflockensymbol ausgezeichneter Reifen befindet sich in der Regel im oberen Drittel der Leistungsfähigkeit von Winterreifen, wie Zeitschriftentests immer wieder belegen. Richtige Winterreifen sind übrigens an den feinen zickzack-förmig angeordneten Lamellen auf der Lauffläche erkennbar. Die Gummimischung ist weicher ausgelegt.

Der ADAC-Test hat gezeigt: auf schneebedeckter Fahrbahn versagten Sommerreifen am SUV völlig, Kurven bergauf waren nur bei geringer Geschwindigkeit zu meistern, der Bremsweg war fast doppelt so lang wie mit Winterreifen, und bergab war das Fahrzeug nicht mehr lenkbar. Ergo: auch auf ein allradbetriebenes SUV gehören im Winter echte Winterreifen. Zumindest, wenn der Einsatzzweck hauptsächlich Straßen und Asphalt betrifft. Im Gelände wiederum, erfahren wir von Continental, eignen sich All-Terrain-Reifen eher, denn für die weiche Wintermischung sowie die filigrane Rillenstruktur wären scharfe Steine und spitze Äste schädlich. Empfehlenswert wären bei regelmäßigem Geländeeinsatz idealerweise drei Sätze Reifen: Sommerreifen, Winterreifen mit Schneeflockensymbol für die Straße, M+S-gekennzeichnete All-Terrain-Reifen fürs Gelände.

Der grundsätzliche Unterschied zu normalen Pkw-Reifen besteht darin, dass die SUV-Reifen für die schwereren Fahrzeuge, für extremere Belastungen und verschiedene Oberflächenbeschaffenheiten entwickelt wurden. Die meisten Reifen für den Standard-Straßeneinsatz lassen sich ebenso in leichtem Gelände benutzen, die Hersteller geben schon mal in Prozent an, welche Fähigkeiten überwiegen. Der Matador Wisentta leistet mit 80 Prozent mehr in schwerem Gelände, zu 20 Prozent empfiehlt die slowakische Firma aus dem Continental Konzern den Straßeneinsatz.

Wer gelegentlich abseits befestigter Straßen unterwegs ist oder von dort auch einen Hänger ziehen will, sollte auf High Performance Straßenreifen verzichten, denn Tests haben hier bewiesen, dass der Grip schlechter ist, als bei All-Terrain-Reifen. Entscheidend wird die Wahl des Reifens, wenn es um sein Bremsverhalten geht, besonders Nässe verlangt dem Profil einiges ab. Die einschlägigen Reifentests und auch die Beratung im qualifizierten Reifenhandel helfen natürlich im Einzelfall weiter.