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Seit der Range Rover in den Siebzigern die Sport Utility Vehicles auf deutschen Straßen populär machte, werden Besitzer dieser Fahrzeuge mit einem altbekannten Vorurteil konfrontiert. „Das sind doch alles Spritschleudern“, ist allenthalben von mehr oder weniger informierter Seite zu hören. Doch wie begegnen die Hersteller diesem Vorwurf, gerade in Zeiten, in denen die Begrenztheit der Erdölreserven immer häufiger Thema von Politik und Wirtschaft ist, die Treibstoffpreise weiter steigen – es werden schon 1,50 Euro pro Liter Super gesehen – und die Diskussion um eine CO2-basierte Steuer den Käufer verunsichert?

Eines ist sicher unbestritten. SUVs haben, bedingt durch ihre Bauart, zunächst einmal einen relativ hohen Verbrauch. Das Gewicht liegt oft zwischen zwei bis zweieinhalb Tonnen. Um dieses Tonnage zu bewegen, sind PS-starke Motoren nötig. Außerdem liegen die Wagen recht hoch, was zusätzlich einen erhöhten Luftwiderstand und damit einen weiteren Mehrbedarf an Kraftstoff bedeutet.

Von Seiten der Hersteller gibt es deshalb mittlerweile verschiedene Strategien um die Verbrauchs- und Emissionswerte zu senken. Auch in diesem Segment wird das Thema Hybrid immer wichtiger. Sowohl bei Audi (Q7; ab Mitte 2008), als auch bei BMW (X6; 2009), Porsche (Cayenne; 2009), Mercedes-Benz (ML 450; 2009) und VW (Touareg; 2008) wird man bald einen SUV mit Hybridtechnologie anbieten. Lexus offeriert als Pionier auf diesem Sektor mit dem RX 400h bereits heute ein Serienfahrzeug mit Hybridantrieb. Bei Peugeot und anderen Herstellern wie Landrover setzt man heute und in naher Zukunft auf effiziente Diesel. „Unser 4007 ist der erste Schritt in Richtung grüner SUV“, so der PSA-Konzern Vorstandsvorsitzende Christian Streiff über den ersten Geländewagen aus seinem Hause. Nach Herstellerangaben verbraucht der 156 PS-Diesel 7,2 Liter bei einem CO2-Ausstoß von 191 g/km. Im C-Crosser von Citroën ist derselbe Motor verbaut, seine Werte sind dementsprechend identisch. Mitsubishis Outlander verfügt mit seinem 2,0 DI-D Aggregat ebenfalls über einen wirtschaftlichen Diesel: Die 103 kW/140 PS starke Maschine verbraucht gerade einmal 6,7 Liter bei 177 g/km CO2-Emission. Auch die Fabrikate von Mercedes-Benz sollen über besonders ökonomische Diesel verfügen. „Den größten kurzfristig umsetzbaren Stellhebel mit Breitenwirkung sehen wir bei der Dieselmotorisierung“, lässt der Konzern verlauten und verweist in diesem Zusammenhang beispielsweise auf den M 320 CDI mit einem Verbrauch von 9,5 Litern. Desweiteren sollen zukünftig die Emissionen in der R-, M-, und GLKlasse durch das sogenannte Bluetec Verfahren gesenkt werden.

In vielen Konstruktionsbüros setzt man auf ein ganzes Bündel an Maßnahmen, um unter anderem auch die Offroader sparsamer und umweltfreundlicher zu machen. Bei BMW hört dieses Optimierungspaket auf den Namen „Efficient Dynamics“: In Brems- und Schubphasen wird Energie gewonnen, die das Bordnetz versorgt. Nebenaggregate schalten sich automatisch aus, wenn sie nicht benötigt werden, und der Klimakompressor wird, sofern die Klimaanlage nicht in Gebrauch ist, abgekoppelt. Weitere Lösungsansätze, wie man sie unter anderem bei Mercedes-Benz verfolgt, sind eine Optimierung der Aerodynamik, rollwiderstandsoptimierte Reifen oder eine Start-Stop Automatik.

Möglichkeiten, einen SUV ökonomischer und ökologischer zu gestalten, gibt es also genug. Aber: Auch mit einem vergleichsweise sparsamen High Tech-Geländewagen ist man nicht gezwungen, das Gaspedal bis zum Anschlag durchzutreten oder auch auf Asphalt den 4-Rad- Modus zu aktivieren. Sprit spart eben nicht nur der Wagen, sondern vor allem der Fahrer.