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Schon die Besucherzahl lässt durchblicken, dass der Begriff „Telematik“ für den Fuhrparkleiter kein unverständlicher mehr ist. Rund 190 Interessenten machten sich am 26. und 27. April auf nach Mönchengladbach ins Kunstwerk, wo Wollnikom zum zweiten Mal den Telematik Treff veranstaltete.

Die Produktschwerpunkte der vertretenen 30 Aussteller definieren schon am besten, was Telematik eigentlich beinhaltet: von der Freisprechanlagentechnologie, mit oder ohne Bluetooth, über mobile und festeingebaute Navigationsgeräte, Flottensteuerung, Ortungssysteme, elektronische Fahrtenbücher und Arbeitszeiterfassungssysteme bis hin zur elektronischen Führerscheinkontrolle.

Schließlich wollen die vorgestellten Produkte individuelle Einsparpotenziale und Effizienzsteigerung im Fuhrparkmanagement bieten. Das versprechen sich auch die befragten Fuhrparkentscheider, die sich bei den Herstellern ausführlich informiert haben. Besonders im Fokus standen hierbei mobile Navigationsgeräte. „Wir interessieren uns für die portable Lösung, weil wir dadurch etwa 1.000 Euro zu einem Festeinbausystem – mit dem wir im übrigen auch nicht immer zufrieden waren – pro Fahrzeug sparen können“, erklären Frank Kühnel und Heinz-Peter Willems von der Firma Karrena. „Hier haben wir die Möglichkeit, uns gleich diverse Lösungen anzuschauen und erklären zu lassen.“

Vermehrt wird auch bei diesen Geräten die Integration einer Freisprecheinrichtung angeboten, so auch beim neuesten Produkt aus dem Hause naviflash, dem 1040i, das Navigation und Telefonie ermöglicht. „Auf 4 GB Speicherkarten stehen Tele Atlas- Europakarten von 28 Ländern bereit, per Lenkradfernbedienung lassen sich sowohl Routenführung als auch das Telefon steuern“, veranschaulicht Key Account Manager Oliver Wunderlich die Funktionen. Ganz ohne Fernbedienung kommt das naviflash 1021i aus, welches sich per Touchscreen einstellen lässt.

Fast ohne Diebstahlrisiko präsentiert sich das Nachrüstgerät von paragon, nämlich in den Rückspiegel integriert und dadurch gut „getarnt“, aber mit sämtlichen Funktionen, die man von einem Navigationsgerät erwarten kann. Mit 600 Gramm wiegt es nur etwa 200 Gramm mehr als ein „normaler“ Spiegel mit Abblendfunktion. „Für den Stromanschluss wird die 12V Versorgung der Innenbeleuchtung genutzt, die Kabel verlaufen im Fuß“, erläutert Klaus Brand-Anheuser, Vertriebsmanager Navigation/Telematik der paragon fidelity GmbH, weitere Vorteile. „In den Rückspiegel schaut der Fahrer sowieso, da ist der Weg zum Navigationsdisplay nicht mehr weit.“ Auch wenn die Darstellung klein scheint, sie sieht sehr klar und deutlich aus. Die Bedientasten liegen unten am Spiegelgehäuse, eine Fernbedienung wird mitgeliefert.

Für mehr als nur ein Telematik-Produkt interessiert sich Maria Weßeling, die den aus 130 Fahrzeugen bestehenden Fuhrpark der Firma Wessling betreut. „Für den Einsatzbereich unseres Fuhrparks benötigen wir eine Kombination von Navigation, Freisprecheinrichtung und Ortungsmöglichkeit, da die Fahrer oft alleine im Gelände unterwegs sind. Auf dem Telematik-Treff habe ich Kontakt zur Firma Wollnikom gesucht, über die wir Beratung und Einbau aus einer Hand erhalten und die auch über einen deutschlandweiten Service für unseren dezentralen Fuhrpark verfügt. Bald wollen wir mit ein, zwei Testfahrzeugen starten“, fasst Maria Weßeling erste Ergebnisse zusammen.

Dem Bereich Fahrzeugortung wird hierzulande in den meisten Branchen noch eine gewisse Skepsis entgegengebracht, da damit gleich „Überwachung“ assoziiert wird. Aufklärungsarbeit leisteten die Vorträge von Andreas Klemautzki, TomTom Work, Michael Zander von Funkwerk Dabendorf, Dr.Uwe Bertram von Sycada und Dietmar Wagner von CSB Hanse GmbH, die auf der Galerie parallel zur Ausstellung stattfanden.

„Mittlerweile erreichen wir potenzielle Kunden und überzeugen auch den Betriebsrat eher mit den Argumenten „Kosteneffizienz und Einsparung“, die wir durch Flottensteuerungssysteme zum Wohl der ganzen Firma erreichen, es geht nicht gegen den Angestellten“, weiß Robert van Gestel, National Account Manager der Minor Planet Systems GmbH. „Privatfahrten lassen sich von der Ortung ausblenden, werden allerdings mit Anfangs- und Endkilometerstand vermerkt.“ Das Flottensteuerungssystem VMIgreenlight von Minor Planet verfügt über eine Fülle von Individualisierungsmerkmalen und Auswertungsmöglichkeiten, sprich Berichte, die über den aktuellen Fahrzeugstandort hinausgehen. Jede Minute wird das Fahrzeug über das GPRS Modul in der Blackbox getrackt und der Betriebszustand in Echtzeit an den Server übermittelt. Damit können über das Internet und über eine Software detaillierte Berichte abgerufen werden, beispielsweise um Start- und Stopp-Aktivitäten, benötigte Zeiten, Entfernungen zu belegen, ob für die Rechnungsstellung, die Arbeitszeiterfassung, die Optimierung der Mitarbeiterdisposition oder die Auftragsübermittlung.

„60 Prozent unserer Kunden kommen aus dem Dienstleistungssektor, mit Flotten zwischen 2 und 600 Fahrzeugen“, so van Gestel. Je nach Flottengröße und Aufwand kostet die Telematikanwendung den Nutzer pro Fahrzeug 30 bis 50 Euro/Monat, grundsätzlich als Flatrate und zuzüglich einmaliger Einbaukosten von 175 Euro für den Vorort-Einbau beim Kunden.

Wie er den Telematik-Treff bisher bewertet, haben wir Robert van Gestel gefragt. Seine Antwort deckt sich mit dem Tenor vieler Aussteller: „Nicht die Quantität der Gespräche, sondern die Qualität zählt. Und davon sind wir restlos begeistert.“

Nach den zwei Tagen kann auch Claus Wollnik, Geschäftsführer von Wollnikom und Veranstalter der Messe, zufrieden sein. Die Besucherzahlen haben sich im Vergleich zum Vorjahr stark vermehrt, und auch die Aussteller freuen sich auf ein nächstes Mal.