PDF DOWNLOAD

Von der Geburt einer zündenden Idee hin zum zweitgrößten Taxihersteller in Deutschland, das ist, auf einen kurzen Nenner gebracht, die Entwicklungsgeschichte der INTAX Innovative Fahrzeuglösungen GmbH in Oldenburg. Unter diesem Namen firmiert das stetig expandierende Unternehmen mit heute über 60 Mitarbeitern seit zehn Jahren, Firmengründer Jörg Hatscher ist als alleiniger Geschäftsführer jetzt seit 20 Jahren im Bereich Funkmietwagen und Taxis selbständig. „Taxis mit Folie“, skizziert er seine Erfolgsformel, „sind einfach besser wieder zu vermarkten.“

Die Lösung genau dieses Problems, der schweren Wiedervermarktung elfenbein lackierter Fahrzeuge durch vollflächige Beschichtung der Wagen mit einer überdies noch lackschonenden Folie im problematischen Farbton brachte ihn schnell nach oben. 1996, als er auf den Gedanken kam, hatte eine interne Abteilung bereits fortlaufend Lösungen im Bereich Elektronik und der anderen vollständig rückrüstbaren Einheiten bis zur markttauglichen Reife entwickelt. So konnte Hatscher schon 1997 mit der Mazda Motors Deutschland GmbH den ersten Großkunden für die Serienfertigung von Taxis und Mietwagen gewinnen. Inzwischen umfasst das Lieferprogramm bis hin zum kompletten Taxi (also mit sämtlichen Merkmalen Taxameter, Telefonfreisprech-, Funk-, Notalarmanlagen und Dachzeichen) nicht weniger als 18 Automarken, darunter Ford, Skoda und Toyota.

Die hauseigene Marke folioCar steht nach Unternehmens-Angaben für rückstandslos rückrüstbare Folierungen, die den Wagen gegen normale Steinschläge, leichte Kratzer und Verwitterung schützen sollen. Das Rollenmaterial wird von Hand aufgelegt und, wie der Fachbgeriff heißt, angerakelt, erst auf den geraden Flächen. In Kurven und an den Bauteilkanten kommt dann zusätzlich der Heißluft-Föhn zum Einsatz. Im Gegensatz zur Aufbringung der Folie kann die Entfernung selbst oder beispielsweise durch einen Aufbereiter vorgenommen werden. Damit die Entfolierung problemlos gelingt, empfiehlt INTAX die Folie leicht zu erwärmen, um den Kleber geschmeidig zu machen. Danach könne die Folie relativ leicht heruntergezogen werden.

„Der ganze Vorgang nimmt mit zwei Mitarbeitern etwa drei bis vier Stunden in Anspruch,“ weiß Prokurist Marco Kimme, „es hängt im Einzelfall noch davon ab, ob beispielsweise eine Dachreling zu demontieren ist oder vorübergehend Türgriffe aus- und eingebaut werden müssen.“ Kimme beziffert den zusätzlichen Wertverlust elfenbein lackierter Fahrzeuge übrigens mit rund 1.500 Euro, das sei in etwa der Preis für eine kostengünstige Umlackierung. Ein foliertes Taxi wiederum würde beim Wiederverkauf etwa noch 200 bis 300 Euro dadurch gewinnen, dass der ursprüngliche, geschützte Lack in neuwertigem Glanz erscheine.

Dass inzwischen drei Bundesländer (Baden-Württemberg, Niedersachsen und Saarland) die Taxifarbe freistellen, beunruhigt ihn nicht. „Etwa 90 Prozent des gesamten Taxigeschäftes laufen über die Taxi-Zentralen“, kalkuliert er, „und die sagen gegenwärtig unisono, wer Fahrten vermittelt bekommen möchte, dessen Fahrzeug muss eindeutig als Taxi erkennbar sein. Hier ist einfach die Farbe elfenbein ein Markenzeichen geworden, auch spielen hier Imagegründe mit hinein. Wer würde schon so ohne weiteres im Augenwinkel ein vorbeifahrendes Taxi in anderer Farbe als solches wahrnehmen?“