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Je mehr sich die Taxen bewegen, umso mehr gerät auch der Markt in Bewegung – natürlich auch umgekehrt. Laut Geschäftsbericht 2005 des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes e.V. (BZP) verbesserte sich die Auftragslage zumindest in den Städten um bis zu 5 Prozent, und auch das Jahr 2006 hat gut angefangen, nicht zuletzt durch die „psychologisch gestützte Sonderkonjunktur wegen der Fußball-WM“.

Effektiv hat die WM das Geschäft in den WM-Städten deutlich belebt, was bis in den sonst eher lauen August spürbar blieb, so Thomas Grätz, Geschäftsführer des BZP. Dennoch zwingen die massiv gestiegenen Treibstof fkosten zu immer wirtschaf tlicheren Denk- und Arbeitsweisen. Schließlich kann zur Jahreswende 2006/2007 durch die Anhebung der Mehrwertsteuer wieder ein Abflauen der Taxifahrfreude drohen.

Der Trend zu Kosteneinsparungen seitens der Unternehmer drückt sich bereits in der Fahrzeugwahl aus. Seit einigen Jahren drängen die Importeure verstärkt auf den Taximarkt, allen voran die Japaner mit Mazda und Toyota sieht man vielerorts. Gut aufgestellt mit einer bundesweiten Taxipolitik macht Citroën auf sich aufmerksam. In den östlichen Bundesländern gehört die tschechische VWTochter Skoda zum Taxibild, allerdings betreibt sie einen von VW unabhängigen Taxi- Geschäftsbereich.

Auf dem Taximarkt hat sich Volkswagen einen guten Stand verschafft, hier spielen ebenfalls günstigere Preise eine Rolle und vor allem das seit 1998 kontinuierlich entwickelte Konzept mit Taxipaket und entsprechendem Händler- und Servicenetz, denn günstige Preise sind nicht alles. Mit dem Touran und dem Passat konnten die Wolfsburger Marktanteile gewinnen, in 2005 stieg der Bestandsanteil auf etwa 15 Prozent, wie der VDK mitteilte. „Mittlerweile hat sich die Verschiebung konsolidiert“, kommentiert Thomas Grätz. Mercedes konnte wieder Raum gut machen, die Qualitätsprobleme sind aus Sicht des Geschäftsführers beseitigt, die Sondermodelle „Das Taxi“ preislich besser gestellt und damit konkurrenzfähiger.

Geht es um die Modellwahl, entscheiden sich die Taxler innerhalb des Angebots von Mercedes gerne für die günstigere B-Klasse. Bei vergleichbarem Raumangebot (458 statt 540 Liter Kofferraumvolumen), in wesentlichen Grundzügen gleicher Ausstattung und etwas geringerer Leistung sparen sie 7.000 Euro netto am Listenpreis des Taxi- Sondermodells. Auch die modernisierte E-Klasse kommt gut bei den Taxlern an, auch weil sie auf technischer Seite weniger aufwändig zu warten und instand zu setzen ist. Laut Einschätzung von Thomas Grätz behauptet „das Taxi an sich“ den ersten Platz im Ranking der deutschen Taxi-Modelle gefolgt von den Volkswagen Passat und Touran auf Platz zwei. Auf dem dritten Rang platziert sich die B-Klasse, welche mittlerweile etwa ein Drittel der sich auf dem Markt befindlichen Mercedes-Taxen stellt und sich klar auf dem Vormarsch befindet. Gleichauf mit dem Stuttgarter Van sieht Grätz den Opel Zafira. Seit etwa fünf bis sechs Jahren beobachtet der BZP-Geschäftsführer den Einzug der Van-Modelle auf dem Markt. Platzvorteile und die höhere Sitzposition sind oft vernommene Argumente für diese Klasse, die immerhin drei von fünf Modellen innerhalb der Spitzengruppe stellt. Die verbleibenden zwei werden ebenfalls gerne als Kombi-Version gefahren. Die genannten Modelle wiederum machen annähernd 90 Prozent des deutschen Taximarktes aus, der aktuell 50.000 Fahrzeuge umfasst.

Der BZP-Geschäftsführer schätzt den Anteil der alternativen Antriebe, vornehmlich Taxen mit Erdgas und Autogas, auf etwa 5 Prozent mit steigender Tendenz. Bevorzugte Modelle sind der Opel Zafira und das seit 2 Jahren eingeführte Erdgasmodell der E-Klasse. Als durchaus bevorzugt hat sich das Erdgasmodell der E-Klasse erwiesen. Wenn Erdgasfahrzeuge eingesetzt werden, wird häufig die Stuttgarter Variante genannt, nicht zuletzt wegen bestehender Beziehungen und Serviceverträgen und des Sterns am Kühlergrill. Gespannt erwarten die Taxiunternehmer die Einführung der B-Klasse als Erdgasvariante, die Mercedes auf der nächsten Pkw- IAA in 2007 vorstellen will. Sehr gute Erfolgschancen werden auch dem Erdgas-Touran von VW zugesprochen, der kürzlich auf dem Markt eingeführt wurde.

Im Mietwagengeschäft hat sich neben E- und S-Klasse der Audi A8 etabliert – und das laut Grätz in einer respektablen Stellung. Der Mietwagenmarkt in Deutschland besteht aus 25.000 Fahrzeugen.