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Die wichtigste Entscheidung bei der Zusammenstellung der Car Policy oder der Wahl eines bestimmten Modells als Servicefahrzeug ist und bleibt die grundsätzliche Unternehmenspolitik. Denn dieser muss sich der Fuhrparkleiter nun einmal unterordnen: Fordert die Geschäftsleitung repräsentative Fahrzeuge? Soll deutsch, europäisch oder weltweit gewählt werden? Liegt das Hauptaugenmerk auf niedrigen Kosten, und welche Kosten werden bei der Auswahl berücksichtigt? Wenn die grundsätzlichen Entscheidungen geklärt sind, beginnt die Hauptarbeit des Fuhrparkleiters. Denn der Kostendruck ist in Unternehmen aller Größenordnungen spürbar; im Rahmen der gegebenen Freiheiten soll der Fuhrparkleiter seinen Etat optimal einsetzen. Speziell bei Servicefahrzeugen und von dem Unternehmen vorgegebenen Dienstwagen bleiben Freiräume, die es optimal zu nutzen gilt.

Kosten für das Fahrzeug sind der dickste Brocken • Ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste Parameter für die Gesamtkosten ist der Restwert, den ein – üblicherweise drei Jahre altes – Fahrzeug im Gebrauchtwagenmarkt erzielen kann. Denn die fahrzeugbezogenen Monatskosten bestehen nun einmal neben den laufenden Kosten wie Kraftstoffverbrauch, Wartung und Reparaturen hauptsächlich aus den Kosten für das Fahrzeug selbst: Dem Listenpreis minus individuellem Nachlass abzüglich Restwert geteilt durch die Laufzeit.

Während die Listenpreise öffentlich zugänglich und die individuellen Nachlässe im Unternehmen bekannt sind, hat der Restwert oft etwas von Hellseherei. Denn die im Fuhrpark üblichen drei Jahre Haltedauer sind inzwischen auch in der Automobilbranche eine lange Zeit. Daher ist es gut, wenn man sich bei der Kalkulation des zukünftigen Restwertes auf Erfahrungswerte stützen kann, die beispielsweise von Eurotax Schwacke seit langer Zeit professionell aufbereitet werden. Wir haben in unserer Übersicht aktuelle Marktzahlen aus dem September abgebildet. Dieser Hinweis ist deshalb wichtig, weil sich der Restwert bei Neueinführung einer Modellreihe immer stark verändert: Denn das „alte“ Modell wird dann weniger nachgefragt und fällt entsprechend im Wert, während die frischen Gebrauchten im Markt besser ankommen und einen entsprechend höheren Restwert haben.

Daher bitten wir bei den vorliegenden Marktzahlen auch zu beachten, dass es sich bei Astra und Focus bei unserer dreijährigen Betrachtungsweise jeweils um die Vorgängermodelle der aktuellen Baureihe handelt. Auch der Phaeton ist nicht direkt vergleichbar, weil er als dreijähriger mit Dieselmotor nur als 5-Liter-Version erhältlich ist.

Wichtig auch der absolute Preis
Der Restwert ist im Hinblick auf die Gesamtkosten jedoch nicht alles: Denn oft ist es so, dass das Fahrzeug mit dem besten Restwert aus Sicht der absoluten Kosten gar nicht das preiswerteste Angebot ist (siehe unsere folgende Tabelle): So ist beispielsweise in der Golf-Klasse der Audi A3 mit allen Laufleistungen Klassensieger bei den Restwerten. Dennoch verursacht hier der Toyota Corolla die niedrigsten absoluten Kosten in der dreijährigen Haltedauer, dicht gefolgt von Renault Mégane und Seat Lèon, der zudem mit dem niedrigsten Listenpreis auch die günstigsten Kosten bei dem geldwerten Vorteil bietet. Anders sieht es bei den Mittelklasse-Limousinen aus: Hier ist der Audi A4 klarer Restwert-König – und kann seinen Vorteil zumindest bei 90.000 Kilometer Gesamtlaufleistung auch bei den absoluten Kosten halten. Bei 60.000 und 150.000 Kilometer Laufleistung ist der Skoda Octavia absolut gesehen der preisgünstigste - und zudem das Fahrzeug mit dem niedrigsten Listenpreis. Als Denkanstoß für Sie haben wir eine Auswahl von Fahrzeugen nach Klassen sortiert und jeweils den besten Restwert, den niedrigsten Listenpreis sowie den jeweils geringsten absoluten Wertverlust pro Klasse grün markiert. Manche Ergebnisse mögen überraschen.