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Es ist gelegentlich aus dem Kreis der Leasinganbieter zu hören, dass es bezüglich der Konditionen auf dem Markt kaum noch Spielräume gäbe, dass die Leasingraten, wesentlich abhängig von Laufzeit, jährlicher Laufleistung und dem Restwert eher mehr als weniger von vornherein feststehen würden. Das bleibt aber bei genauer Prüfung bestenfalls die halbe Wahrheit. Schon die wachsende Anzahl von frei zugänglichen Leasing-Kalkulatoren im Internet bei den Anbietern selbst und auch das eine oder andere, zeitlich befristete und dort ersichtliche Sonderangebot machen deutlich: Es geht immer noch etwas.

Marktbeobachtung
So ergab schon eine erste, schnelle Kalkulation eines Einzelexemplars BMW 320d DPF touring in Serienausstattung für die Eckdaten 36 Monate Laufzeit, 30.000 km jährliche Laufleistung bei fünf großen Leasinganbietern Preisschwankungen in der Finanzrate von nahezu 36 Euro monatlich zwischen 372,00 Euro und 407,95 Euro, wohlgemerkt für denselben Fahrzeugtyp. Und 36 Euro monatlich mehr mal 50 Fahrzeuge ergibt zunächst einmal pro Jahr 21.600 Euro – mehr, Punkt. Auch bei Hauptkonkurrenten des BMW lagen die Preisschwankungen jenseits von 20 Euro monatlich: Audi A4 Avant 2.0 TDI DPF 34,23 Euro, Ford Mondeo 2.2 Turnier TDCi Trend 23,50 Euro, Mercedes C 200 T CDI Classic 22,51 Euro, Opel Vectra Caravan 1.9 CDTI 23,61 Euro, VW Passat Variant 2.0 TDI DPF Trendline 41,61 Euro (Stand Mitte August). Im Schnitt lag die Spanne bei diesen sechs Modellen also bei rund 30 Euro monatlich. Dabei stellte sich noch heraus, dass beinahe für jedes Fahrzeug die jeweils günstigste Kalkulation von einem anderen Leasinggeber kam.

Bei dieser Betrachtungsweise sollte aber im Hinterkopf nicht außer Acht gelassen werden, dass die Leasinggeber mit unterschiedlichen, nutzerunabhängigen Standard-Rabattsätzen arbeiten, beispielsweise auf Grund ihrer jeweiligen Einkaufskonditionen oder auf Grund anderer Rahmenverträge. Ein – für den Flottenbetreiber allerdings weniger wichtiges Kriterium – ist auch, welches Rating der Leasinganbieter hat, mit welchem Zinssatz er sich also refinanziert.

Ungeachtet dessen: So sehr das auf der Hand liegen mag, aber ein erstes, offenbar nicht unbedeutendes Potenzial liegt wirklich noch in den Preisschwankungen am Markt. Der Leasingnehmer sollte hier jedenfalls intensiver prüfen und das Bewusstsein dafür schärfen, wie hoch das Einspar- Potenzial schon auf Grund dieser Angebotsunterschiede sein kann. Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass der Verhandlungsspielraum bis 30 Euro monatlich oder noch darüber hinaus geht. Die kalkulierten Finanzleasing-Raten bewegen sich gewöhnlich natürlich schon in der Nähe der Restwertverluste. Diese wiederum waren bei zwei großen Leasinganbietern für die ausgewählten sechs Modelle ebenfalls sofort kalkulierbar und in ihren Ergebnissen wesentlich bis auf wenige Prozentpunkte hinter dem Komma identisch. Nur bei einem Fahrzeug lag der Unterschied nach drei Jahren bei rund fünf Prozentpunkten (Hierbei handelt es sich um den noch aktuellen Ford Mondeo, der am Ende seines Modelllebens angekommen ist, siehe auch Seite 8).

Werden einmal die durchschnittlichen Leasingraten (der fünf Gesellschaften) mit diesen durchschnittlichen Restwertverlusten verglichen, fällt auf, dass gegenwärtig der besagte Dreier-BMW Touring (Restwertverlust monatlich rund 400 Euro) in der Tendenz schon leicht unter Restwertverlust (im Schnitt rund 1,8 Prozent) angeboten wird. Das mag ein Indiz dafür sein, dass hier momentan der Verhandlungsspielraum etwas größer ist, denn gemeinhin liegen Angebote der Leasinggesellschaften nicht jenseits der Schmerzgrenze. Die preisgünstigste Finanz-Leasingrate, die auf Anhieb ermittelt werden konnte, lag für den BMW übrigens bei 372,00 Euro. Es mag sich also lohnen, parallel stets die Restwertverluste unter die Lupe zu nehmen. Hierfür gleich ein anderes Beispiel mit umgekehrten Vorzeichen: So wird der eingangs genannte Mercedes derzeit in der Tendenz offenbar deutlicher über Restwertverlust (durchschnittlich rund 411 Euro monatlich) verleast. Die sofort kalkulierbaren Raten liegen jedenfalls über fünf Prozent darüber.

Laufzeitverlängerung
Die Optimierung durch Laufzeitverlängerung ist ein klassischer Kunstgriff. Den Firmenwagen noch ein halbes Jahr länger zu fahren, macht relativ viel aus. Denn die Finanz-Leasingrate sinkt bei 42 Monaten Laufzeit im Vergleich zu 36 Monaten deutlicher als die Rate für Wartung, Inspektionen und Verschleiß im Rahmen eines Full Service-Leasings dann steigt. Für die betrachteten sechs Fahrzeuge lagen bei dreieinhalb Jahren Laufzeit die entsprechenden Gesamtraten zwischen rund 15 und 30 Euro monatlich niedriger.

Business-Pakete Dort, wo die Sonderausstattungs-Vorgaben einer Car Policy dem schon recht nahe kommen, ist natürlich auch der Einsatz von sogenannten Business-Paketen empfehlens- oder wenigstens doch prüfenswert. So bietet beispielsweise Audi aktuell für den A4 die Pakete „Business Comfort“ (mit Radioanlage Chorus, Sitzheizung für die Vordersitze, Geschwindigkeitsregelanlage, Mittelarmlehne, Audi parking system hinten) für einen Netto- Listenpreis von rund 948 Euro und „Business Plus“ (Navigationssystem mit MMI-Bedienlogik, Fahrerinformationssystem, Handyvorbereitung an der Mittelkonsole und Multifunktions-Lederlenkrad im 4-Speichen-Design) für netto rund 1.552 Euro an. Der Preisvorteil für die Kunden wird seitens Audi mit 34 Prozent angegeben. In der Leasingrate schlagen solche Business-Pakete mit Vergünstigungen zwischen rund fünf Euro und rund 15 Euro zu Buche.

Das bedeutet in der Summe: Sicher kann ein Flottenbetreiber gegenüber den Leasinggebern im Rahmen von Ausschreibungen enorme Einsparungen erzielen, wenn er 500, 1.000 oder 1.500 Fahrzeuge ins Spiel bringt.

Sicher fließen dann auch noch erhebliche Großmengenrabatte ein. Wenn es aber um eine echte Optimierung der Leasingraten geht, gibt es noch einige Stellschrauben mehr, die völlig unabhängig davon gedreht werden sollten.