„Du bist mir nicht ganz unsympathisch“

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Die Norddeutschen sind ja eher zurückhaltend, um es mal vorsichtig zu formulieren. Sie behalten ihre Emotionen lieber für sich, tief vergraben unter einer dicken Schicht Schlicksand. Außerdem „sabbeln“ sie nicht viel rum; manche würden sogar behaupten, sie seien etwas einsilbig, und halten sie deshalb für reserviert. Beim zweiten FleetDating! in Hamburg, einen Tag nach Valentinstag, ging es für 30 Dienstleister und 20 Fuhrparkexperten ein weiteres Mal darum, die Sympathien auszuloten und den passenden Partner im Bereich der Unternehmensmobilität zu finden. Um die Emotionen bei dieser Art des Business-Speeddatings in der Hansemetropole einzufangen, war Flottenmanagement auch in diesem Jahr als Exklusivpartner vor Ort.
Der den Norddeutschen oft nachgesagte Mangel an Gefühlsäußerungen soll aber nicht bedeuten, dass sie keine haben, sondern vielmehr, dass sie darüber nicht so reden. Man erkennt dort eher pragmatische Ansätze der „Liebesbekundung“ und es rutscht nur in absoluten Ausnahmefällen eine unbedachte, aber voller Liebe steckende Äußerung wie „Du bist mir nicht ganz unsympathisch“ heraus. Um Sympathien und darum, herauszufinden, ob das Portfolio eines Dienstleisters zu den eigenen Vorstellungen bei der Unternehmensmobilität passt, geht es auch beim FleetDating!. So hat man hier innerhalb weniger Stunden die Gelegenheit, eine Vielzahl intensiver Gespräche zu führen. Fuhrparkverantwortliche wie auch Verantwortliche der Unternehmensmobilität können damit sehr schnell an Ideen für die Weiterentwicklung ihrer betrieblichen Mobilität gelangen und müssen nicht unnötig viel Zeit investieren, wenn das Portfolio eines Dienstleisters auf die Unternehmensanforderungen einmal nicht passt.
Seit 2012 findet diese Art des Business-Speeddatings großen Anklang in der Fuhrparkbranche, und das nicht ohne Grund: Alle sechs Minuten ertönt die Signalglocke zum Wechsel. Das heißt, die unterschiedlichen Dienstleister wie auch Flottenvertreter haben lediglich sechs Minuten Zeit, sich vorzustellen und herauszufinden, ob eine Zusammenarbeit infrage kommen könnte. Für alle Beteiligten gilt es, die Konzentration über mehrere Stunden aufrechtzuerhalten. Daher haben Sven Wißmann, Geschäftsführer der Fidato GmbH, die das FleetDating! organisiert, und sein Team sowie Ideengeber Volker Varol über die Jahre an dem Veranstaltungskonzept gearbeitet und das Feedback der Teilnehmer in Anpassungen des Ablaufs einfließen lassen: So werden die Dienstleister inzwischen in zwei Gruppen aufgeteilt, sodass nur jeweils 15 Dienstleister am Vor- und Nachmittag auf die 20 Fuhrparkverantwortlichen treffen. Zusätzlich wurde nach jeweils fünf Speeddating-Tischen eine Art Ruhezone für die Flottenprofis eingerichtet, die ihnen die Gelegenheit gibt, das zuvor Gehörte einmal kurz Revue passieren zu lassen und Luft zu holen. Nichtsdestotrotz ist sicher der eine oder andere mit einer etwas heiseren Stimme nach Hause gefahren, denn wo sonst ergibt sich die Möglichkeit, binnen kürzester Zeit eine solche Vielzahl von qualitativen Gesprächen zu führen
Nachdem das FleetDating! über viele Jahre hinweg im rheinischen Ballungsgebiet stattgefunden hat, weitete flottentermine.de im vergangenen Jahr sein Veranstaltungsangebot auf die Hansemetropole aus. Das idyllisch gelegene Hotel Kleinhuis Mellingburger Schleuse mitten im Naturschutzgebiet am Alsterlauf im Norden Hamburgs bot auch in diesem Jahr die passende Kulisse für das norddeutsche FleetDating!. Neben zwei großzügigen Räumen für das geschäftliche Speeddating bietet das weitläufige Areal dem einen oder anderen Dienstleister auch die Möglichkeit, seine Produkte dort auszustellen: So nutzten beispielsweise Polestar, Toyota und das Auto Center Chemnitz die Gelegenheit, Fahrzeuge aus ihrem Portfolio zu präsentieren. Die Innenräume des Hotels waren hingegen dem traditionellen FleetDating! sowie Vorträgen vorbehalten. Diese Kombination aus Netzwerkveranstaltung und dem „Eisbrecher“ Business-Speeddating macht das FleetDating! so einzigartig.
Nach der Begrüßung durch Sven Wißmann und Volker Varol sowie einer kurzen Erklärung zum Ablauf der Veranstaltung wurde es am Morgen auch in Hamburg Zeit, sich in die erste Runde des FleetDating! zu stürzen. In den rund zwei Stunden ertönte mehrmals ein Glöckchen, um den Fuhrparkentscheidern nach sechs Minuten zu signalisieren, dass der nächste Dienstleister-Tisch auf sie wartet. Bei der Anzahl an Gesprächen, die jeder Teilnehmer führte, war es selbstverständlich, dass auch für genügend lange Pausen gesorgt war, um kurz zu entspannen, neue Kraft am Buffet zu sammeln und das eine oder andere zuvor geführte Gespräch zu vertiefen – denn um Netzwerken geht es beim FleetDating! in erster Linie. Nach dem Mittagessen begaben sich die Fuhrparkentscheider gut gestärkt in den jeweils anderen Saal, um dort im Sechs-Minuten-Takt auf den zweiten Teil der Dienstleisterrunde zu treffen.

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Auch wenn die meisten Fuhrparkentscheider wohl wegen des Business-Speeddatings gekommen waren, boten die Vorträge im Anschluss an die Kaffeepause eine willkommene Abwechslung zu dem hektischen Treiben bei den Gesprächsrunden. Die Veranstalter hatten sich für das zweite FleetDating! in Hamburg auf den Themenbereich Arbeitssicherheit fokussiert, da dieser Bereich die Grundlage für die Unternehmensmobilität mit eigenen Fahrzeugen bildet. Den Anfang am späten Nachmittag machte Martin Kaus, Verbandsreferent des Bundesverbands Betriebliche Mobilität e. V. sowie Fuhrparkleiter und Fachkraft für Arbeitssicherheit der EFAFLEX Tor- und Sicherheitssysteme GmbH & Co. KG: In seinem Vortrag mit dem Titel „Elektromobilität aus Sicht der Arbeitssicherheit“ gab er einen Einblick in die Feinheiten in puncto Arbeitssicherheit bei der Integration von extern aufladbaren (teil-)elektrischen Fahrzeugen. Dabei wies er auch noch einmal auf die unterschiedlichen Bedeutungen der Einweisung sowie Unterweisung hin und dass diese in jedem Fall dokumentiert werden müssen. Anschließend zeigte Michael Schulz, Fuhrparkmanager der WSW Wuppertaler Stadtwerke GmbH, anhand eines Videos, wie die Einweisung gemäß Unfallverhütungsvorschriften an einem Fahrzeug zu erfolgen hat, bevor er sich gemeinsam mit Martin Kaus den zahlreichen Fragen der interessierten Zuhörer stellte.
Zum Abschluss des ereignisreichen Tages traf man sich zum gemeinsamen Abendessen im Restaurant der Kleinhuis Mellingburger Schleuse. Dabei konnten sich alle Teilnehmer noch mal in entspannter Atmosphäre austauschen. Bei wem nun Interesse geweckt wurde, der kann sich in diesem Jahr noch auf zwei FleetDating!-Veranstaltungen freuen: Am 13. Juni findet in Augsburg das erste FleetDating! in der Ladies Edition statt, womit gezeigt werden soll, dass die Automobil- beziehungsweise Flottenwelt längst keine reine Männerdomäne mehr ist. Wer das rheinische Lebensgefühl liebt und diese Art des Business-Speeddatings einmal kennenlernen möchte, ist herzlich am 7. November nach Düsseldorf eingeladen. Weitere Informationen hierzu sowie die Anmeldemöglichkeit finden Sie auf www.flottentermine.de.

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