Unterstützung gefragt

<p>Die Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung rückt für viele Unternehmen näher. Langsam wird es für etliche weitere Firmen Zeit, sich um Konzepte für die Erfüllung dieser Vorgabe zu kümmern. Denn wer mehr als 250 Mitarbeitende beschäftigt, Umsatzerlöse von über 40 Millionen Euro einfährt, Bilanzsummen von über 20 Millionen Euro erzielt und mindestens zwei dieser Kriterien erfüllt oder an der Börse gelistet ist (ausgenommen Kleinstunternehmen), muss ab 2024 einen EU-standardkonformen Bericht zur Nachhaltigkeit des Unternehmens abliefern. Wie können Leasingunternehmen dabei eingebunden werden und inwiefern unterstützen diese schon heute bei der Konzeption einer Nachhaltigkeitsstrategie der Mobilität?</p>

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Mehr Nachhaltigkeit bei der Unternehmensmobilität steht schon seit Längerem im Lastenheft vieler Fuhrparkverantwortlicher. Die Gründe dafür sind vielfältig: Zum einen gilt Umweltbewusstsein als Aushängeschild für die Verantwortung der Gesellschaft gegenüber, das Mitarbeitende wie Kunden anzieht, zum anderen wächst die Zahl klimafreundlicher Mobilitätsangebote, die bei den Mitarbeitenden Begehrlichkeiten wecken. Die dringlichste Anforderung ist jedoch die Verpflichtung für oben genannte Unternehmen gemäß der EU-Richtlinie Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), über ihre Nachhaltigkeit Auskunft zu erteilen. Mit dieser Richtlinie wird ökologische, ökonomische und soziale Verantwortung nicht mehr wählbar, sondern muss in die Unternehmensführung integriert werden. Der EU-Rat hat der CSRD am 28. November 2022 zugestimmt, sie muss nun innerhalb von 18 Monaten in nationales Recht umgesetzt werden.

Auch wenn das nach einem großzügigen Zeitpuffer klingt, die Berichterstattung muss gründlich vorbereitet werden und ist nicht mit dem Ausfüllen von Formularen erledigt. Die Recherche bei einigen anerkannten Dienstleistern wie DEKRA und TÜV Süd, bei Verbänden wie dem Bundesverband Betriebliche Mobilität e. V., aber auch bei Zusammenschlüssen wie dem Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) sowie econsense – Forum Nachhaltige Entwicklung der deutschen Wirtschaft e. V. oder den regionalen IHKs ergab, dass dafür umfangreiche Planungen nötig werden. Diese fangen an bei den Unternehmenszielen, gehen weiter bei der Eruierung von Rahmenbedingungen und der Einbindung von Stakeholdern bis hin zur Datensammlung und Berichterstellung – ganzheitlich bezogen auf alle Bereiche des Unternehmens. Einen umfassenden Überblick über die zu veranlassenden Schritte bietet beispielsweise der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK). Wenn eine Firma nicht über eigene Kapazitäten verfügt, sich mit den komplexen Themen zu befassen, empfiehlt sich das Hinzuziehen eines Beratungsunternehmens mit entsprechender Expertise.

Der DNK weist auf einen Aspekt hin, der in Fuhrparks schon gut angekommen ist: „Nachhaltigkeitsberichterstattung erfordert früher oder später ein Datenmanagement, welches sicherstellt, dass alle zu berichtenden Informationen und Kennzahlen gepflegt, abrufbar und konsistent sind. Es lohnt sich, dies von Beginn an kontinuierlich aufund auszubauen.“ Eine weitere Empfehlung lautet: „Konzentrieren Sie sich pragmatisch auf das Wesentliche! Zahlen, Daten und Fakten bilden das Fundament für jede Botschaft, die Sie nach außen tragen. Vergessen Sie dabei nicht, dass Prozesse zu gestalten und aufrechtzuerhalten sind.“ Im Fuhrpark betrifft das unter anderem die Bekanntgabe der CO2-Emissionen. Hier können Leasing- und Fuhrparkmanagementgesellschaften ein wichtiges Pfund ausspielen. Henning Schick, Director Sales bei Holman, zur Datenauswertung: „Als Spezialist für Fuhrparkmanagement und Leasing gehört vorausschauendes Reporting zu unseren Kernkompetenzen. Deshalb haben wir vor einigen Jahren mit Holman Insights eine Plattform geschaffen, die es Kunden ermöglicht, relevante Informationen zu ihren Fahrzeugen, Kosten, Verbräuchen et cetera übersichtlich und jederzeit zugänglich an einer zentralen Stelle zu verwalten. So lassen sich in Echtzeit Verbräuche und Ausstöße monitoren. Das System funktioniert ganz unabhängig davon, mit wie vielen Anbietern der Kunde arbeitet. Solange der Hersteller die CSRD-relevanten Daten zu seinen Fahrzeugen bereitstellt und der Kunde Holman beauftragt hat, die Tankkarten für ihn abzuwickeln, sind wir der Partner der Wahl.“ Bei der Arval Deutschland GmbH setzt man auf ganzheitliche, individuelle Beratung mit Blick auf die Ansprüche und Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden. „Dazu haben wir im Rahmen unseres Arval Mobility Consultings unsere SMaRT-Analyse (Sustainable Mobility and Responsibility Targets) konzipiert. Mit diesem Beratungsansatz identifizieren wir maßgeschneiderte Lösungen, auch in Bezug auf die Bereitstellung der Emissionskennzahlen unserer Kund:innen. So sind diese beispielsweise über unser Online Tool ,My Arval‘ in der Lage, ihre Daten voll digital einzusehen. Die Online-Anwendung ist individuell anpassbar – in verschiedenen Modulen werden beispielsweise Reports, Rechnungsinformationen und weitere Statistiken benutzerfreundlich aufbereitet. Die klare Vergleichbarkeit auf einer übersichtlichen Web-Oberfläche unterstützt den Fuhrparkbetreiber dabei, alle wichtigen Kennzahlen im Blick zu behalten und erleichtert nicht nur die Verwaltung der gesamten Flotte, sondern auch die Aufbereitung der Daten für die CSRD-Berichterstattung“, erklärt Katharina Schmidt, Head of Consulting & Arval Mobility Observatory.

Auch wenn es verschiedene Ansichten zu Pflichten per Gesetz gibt, vieles hätte sich geschützt durch die Vorgabe von Gesetzen nicht etabliert oder verbessert. Nachhaltige und verantwortungsbewusste Unternehmen profitieren von Wettbewerbsvorteilen und stellen sich damit zukunftssicher auf. Das lässt sich bereits in Teilbereichen wie dem Fuhrpark pragmatisch umsetzen, wie Frank Hägele, Mitglied der Geschäftsleitung Deutsche Leasing AG, weiß: „Im Rahmen einer Green-Fleet-Optimierung analysieren wir die tatsächlichen Schadstoffemissionen der Fahrzeugflotten unserer Kunden und identifizieren deren Treiber. Daran setzen wir mit konkreten Vorschlägen zur Senkung von Emissionen an. Wir unterstützen unsere Kunden dabei, ihre Car-Policy unter nachhaltigen Gesichtspunkten weiterzuentwickeln und entwerfen für sie alternative Mobilitätskonzepte. Dazu gehört auch ein umfassendes Konzept zur Elektromobilität. Unsere 360°-E-Mobilitätsstrategie beinhaltet alle Aspekte, die für die Einführung oder die komplette Umstellung auf E-Mobilität wichtig sind. Wir führen mit unseren eigenen Expertinnen und Experten eine umfassende Fuhrparkanalyse durch, kümmern uns um die Bedarfsermittlung und beraten unsere Kunden auf Basis einer Vollkostenbetrachtung herstellerunabhängig zur passenden Fahrzeugauswahl. Die ganzheitliche Betrachtung schließt auch die Beratung beim Aufbau einer passenden Ladeinfrastruktur mit ein.“ Roland Meyer, Geschäftsführer LeasePlan Deutschland GmbH, stellt fest, dass die Energiewende voll im Gange ist: „Ganz unabhängig von der Berichtspflicht ist die Nachfrage nach Unterstützung bei der Transformation des Fuhrparks hin zu mehr Nachhaltigkeit ungebrochen. Die Umstellung auf Elektrofahrzeuge ist in den Köpfen der Unternehmen und Fahrer. Inzwischen gibt es sowohl eine breitere Modellpalette mit erschwinglicheren Preisen als auch eine große Vielfalt an Stromern, die auch für die betriebliche Mobilität eine gute Reichweite bieten.“

Von einem Interesse an der Elektrifizierung des Fuhrparks unabhängig von der Unternehmensgröße kann auch Doris Brokamp, Chief Commercial Officer bei der Athlon Germany GmbH, berichten und weist auf die jahrelange Erfahrung des Leasing- und Fuhrparkmanagementanbieters in der Beratung hin: „Wir erstellen zusammen mit unseren Kunden eine umfassende Analyse des Fuhrparks für die Integration der Elektromobilität. Bei der Fahrzeugempfehlung unterstützen wir durch individuelle Nutzerprofile, unsere Erfahrungswerte und aktuelle Marktdaten, um ein speziell auf den jeweiligen Fuhrpark ausgelegtes Angebot unterbreiten zu können. Die Kostenkalkulation kann dabei sowohl für den Firmenstandort als auch für Privathaushalte der Mitarbeitenden durchgeführt werden. Zusätzlich erhalten unsere Kunden Zugang zu einer Partner-App, die bei allen Fragen rund um die Elektromobilität unterstützt. Wir arbeiten eng mit unseren Kunden zusammen, um sie bei der Transformation zu begleiten. Und das geht über die zu den Mobilitätsanforderungen passende Fahrzeugauswahl hinaus. Die Ladeinfrastruktur an den Unternehmensstandorten und bei den Fahrern zu Hause muss entsprechend analysiert und mitgeplant werden, die Car-Policys müssen angepasst werden, die Organisation ist auf andere Vorgaben und Prozesse bei den Unfallverhütungsvorschriften vorzubereiten, um nur einige wenige Aspekte zu nennen.“ Weitere Aspekte beim Nachhaltigkeitsbestreben fügt Uwe Hildinger, CEO Alphabet Fuhrparkmanagement GmbH, hinzu: „Wir unterstützen unsere Kunden seit 2013 beim Umstieg auf E-Mobilität und begleiten auf Wunsch durch den gesamten Prozess der Elektrifizierung. Außerdem bieten wir umfassende Consulting-Angebote an – beispielsweise im Hinblick auf die Erstellung der passenden E-Car-Policy oder CO2-Optimierungen. Neben dem Umstieg auf E-Mobilität treiben auch digitale Services und Lösungen die nachhaltige Ausrichtung eines Fuhrparks voran. So können langfristig zeitliche und wirtschaftliche Effizienzen geschaffen und Materialressourcen eingespart werden. Daher entwickeln wir unsere Services – wie eine eigene App für Fahrerinnen und Fahrer, oder auch webbasierte Fleetreporting-Tools sowie einen Online-Konfigurator kontinuierlich weiter.“

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Ausgabe 6/2023

Die Entwicklung eines auf die Unternehmensstrukturen und -ziele ausgerichteten Mobilitätskonzepts gehört also zu den vordringlichsten Projekten in der heutigen Zeit. Angebote zur Unterstützung hierbei haben die innovativen Dienstleister der Branche im Portfolio, auch im Hinblick auf die Berichtspflicht richten sie ihre Beratung und Umsetzungshilfestellung nach und nach darauf aus. Sobald die Novellierung des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes (CSR-RUG) steht, können sie mit konkreten Ansätzen loslegen. Die Zeit drängt – auch in Bezug auf den Klimawandel.

 

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