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<p>Das Frozenbluemetallic lässt den Porsche Taycan 4S zahm aussehen, doch das täuscht. Die lautlose Sportlimousine beschleunigt mit ihrer Wucht so ziemlich alles in Grund und Boden. Ein Fahrbericht.</p>

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Die Macht kommt lautlos – also zumindest fast. Porsche wäre nicht Porsche, wenn seine Ingenieure nicht zumindest ein bisschen Ton auf die Ohren gäben. Tun sie, denn erstens muss der Taycan ja ein Geräusch machen, damit Fußgänger ihn am Zebrastreifen herannahen hören, und zweitens wäre Sportwagen komplett ohne Sound auch traurig. Also ertönt eine Mischung aus Raumschiff und automobiler Sportler, also irgendwie, denn einen hochdrehenden Sechs- oder Achtzylinder findet man hier schließlich nicht. Bei voller Last wuchten die beiden E-Maschinen zusammen 650 Nm Drehmoment auf beide Achsen und ringen um Traktion, obwohl der 4S ja über Allradantrieb verfügt. Dann erscheint der Zuffenhausener im Verhältnis zur Performance wieder lautlos. Mit der Launch Control hämmern die Aggregate für eine begrenzte Zeit 571 PS in den Antriebsstrang – diese als „Overboost“-Leistung deklarierte Power lässt den Porsche binnen vier Sekunden auf Tempo 100 schnalzen, und nach 12,9 Sekunden sollen schon 200 km/h anliegen – das ist Supersportler- Niveau in Reinform.

Dass hier – ganz nebenbei erwähnt – 2,3 Tonnen bewegt werden, merkt man dem Viertürer so gar nicht an. Das liegt natürlich auch an den geschickt untergebrachten Akkus im Unterboden, um einen tiefen Schwerpunkt zu erzielen. Hinzu kommt ein Fahrwerk von den Profis aus Zuffenhausen, garniert mit einer flexiblen Luftfederung. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, denn einerseits peest der 4,96 Meter-Liner ambitioniert durch Kehren auf der Landstraße oder der Rennstrecke – anderseits aber gibt er den geschmeidigen Tourer für die Langstrecke. Und dank 800 Volt-Systems lässt sich die 93 kWh-Batterie an entsprechenden Ladesäulen recht schnell wieder aufladen. Porsche verspricht, dass von fünf bis 80 Prozent bei maximaler Ladeleistung binnen 22,5 Minuten geladen werden. Auch wenn man sich beim BEV ein wenig umstellen muss im Vergleich zum konventionellen Verbrenner, ist der Taycan doch langstreckentauglich. Entsprechend geräumig haben die Macher auch den Innenraum gestaltet – sogar in der zweiten Reihe genießen die Passagiere vorzügliche Beinfreiheit auf den grazil geformten Sportsesseln.

Ein Performer ist der Taycan aber auch in puncto Infotainment, strotzt nur so vor Displayfläche – auch auf der Beifahrerseite gibt es viel zu schauen und zu touchen (859 Euro netto Aufpreis). Das – ohne Frage volldigitale – Kombiinstrument haben die Innenarchitekten klassisch gehalten, hier gibt der historische Porsche 911 eben den Ton an. Es besteht übrigens aus einem dezent gebogenen Element und strahlt Hightech-Charakter aus. Und wem das noch nicht reicht, darf sich in der Mittelkonsole austoben, wo sich der Screen-Bereich herunterzieht in Richtung Vordersitze – hier können die Passagiere beispielsweise Klimaeinstellungen vornehmen. So viel Elektronik und Performance hat natürlich einen Preis – nicht weniger als netto 94.124 Euro kostet der Taycan 4S mit der so genannten Performance Batterie Plus. LED-Scheinwerfer, umfangreiches Navi, elektrisch verstellbare Sitze, Spurhalteassistent und Tempomat sind serienmäßig. Wer gerne dynamischer unterwegs ist, sollte nicht vor der netto 1.959 Euro teuren Hinterachslenkung zurückschrecken.

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