Dienstwagen schlechthin

<p style="margin: 0px; font-stretch: normal; line-height: normal; font-family: Helvetica;"> F&uuml;r die 96. Folge des Flottenmanagement-Kostenvergleichs gehen die relevanten Modelle der Mittelklasse- Kombis mit Dieselmotor ins Rennen. Am Ende steht der Volkswagen Passat Variant 2.0 TDI SCR ganz oben auf dem Podest und kann bei der Kombination von Kosten und technischen Details am meisten &uuml;berzeugen.</p>

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Die Mittelklasse steht bei Flotten hoch im Kurs. Rund 80 Prozent der Neuzulassungen in dieser Klasse fallen auf gewerblich genutzte Fahrzeuge, analysierte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) für das vergangene Jahr. Betrachtet man die Zahlen des KBA hinsichtlich der echten gewerblichen Zulassungen, das heißt ohne Neuzulassungen aus den Bereichen Fahrzeugbau, -handel und Autovermietung, ist der Ein uss des Mittelklasse-Segments noch bedeutender: Unter den fünf Topsellern in der Flotte 2017 („Stabiles Wachstum“, Flottenmanagement 1/2018 S. 56) befinden sich gleich vier Modelle aus dieser Klasse. Einzig der VW Golf konnte sich gegen diese „Übermacht“ erfolgreich wehren und verteidigte die Spitzenposition im Flottengeschäft. Die Mercedes-Benz C-Klasse schaffte im vergangenen Jahr sogar den Sprung von Platz 7 in die Top 5 und das lediglich bei einem Anteil der Gewerbeverkäufe von 33 Prozent.

Gerade in der Mittelklasse ist der Kombi nicht nur im Bereich der Servicefahrzeuge zu finden, sondern aufgrund seiner Größe und damit der Flexibilität ist er auch eine begehrte Variante für den User-Chooser-Bereich. Dementsprechend hat die Mittelklasse natürlich auch eine enorme Bedeutung für die Hersteller, was sich dann auch bei den kürzeren Fahrzeuggenerationen zeigt: So steht bei neun Modellen ein Facelift beziehungsweise eine neue Generation in den nächsten zwölf Monaten an. Gleichzeitig wurden in den vergangenen sechs Monaten aber auch vier Modelle einer Frischzellenkur unterzogen.

Mit zwölf Modellen haben wir im Vergleich zum letzten Kostenvergleich der Mittelklasse-Kombis zwei Modelle weniger, aber auch in der Zusammenstellung der Vergleichskandidaten hat sich etwas getan. Mit dem Opel Insignia Sports Tourer stellte sich lediglich ein Vertreter des PSAKonzerns. Der Peugeot 508 SW war aufgrund der neuen Generation aktuell noch nicht kalkulierbar. Dem Citroën C5 Tourer müssen wir wohl gänzlich Adieu sagen, denn seit 2017 ist die Produktion des Franzosen für Europa eingestellt, lediglich für den chinesischen Markt werden weitere C5 produziert. Neben diesen beiden Modellen ist auch der Toyota Avensis Touring Sports nicht mehr in unserem Vergleich: So haben wir uns bei der Auswahl auf Dieselvarianten mit Automatikgetriebe beschränkt und den Japaner gibt es nur als Benziner mit einer Automatik. Auch für den Mercedes-Benz CLA Shooting Brake und den Škoda Octavia Combi war Schluss. Dies aber nicht, weil die Fahrzeuge nicht den Kriterien entsprachen, sondern ganz einfach aufgrund der Modellpolitik beider Hersteller. Mit dem neuen C-Klasse T-Modell bieten die Schwaben einen Mittelklasse-Kombi an, der sich hinsichtlich der technischen Daten besser im Vergleichsfeld einordnen ließ. Zudem kommt der CLA Shooting Brake im nächsten Jahr neu. Auch dem Škoda Octavia Combi wird Ende des nächsten Jahres ein neues Design verliehen, was aber nicht der eigentliche Grund für seine Abkehr aus unserem Kostenvergleich der Mittelklasse-Kombis ist: Sondern ganz einfach die Tatsache, dass sowohl Octavia als auch Superb in der Mittelklasse ein Wörtchen mitzureden haben und der große Tscheche – mit Blick auf die Außenmaße – besser in das Feld der Vergleichskandidaten passt, der Octavia würde genauso wie der Mercedes-Benz CLA Shooting Brake hier zu den kleinsten Mittelklasse- Kombis zählen.

Wie bereits angesprochen gibt es allerlei Neuigkeiten in diesem Segment: Neben dem neuen Mercedes-Benz C-Klasse T-Modell haben sich auch Audi und Volvo nicht lumpen lassen und ihre Premiumkombis in den Vergleich geschickt. Die Ingolstädter haben erst vor wenigen Wochen das neue Facelift des Volumenmodells vorgestellt, eine umfangreiche Modellpflege ist hier nicht vor 2019 zu erwarten. In Schweden hat man hingegen den Volvo V60 auf links gedreht und viel Technik aus der Oberklasse in die Mittelklasse mitgebracht. Damit ist der im Juni vorgestellte Schwede seinen Kontrahenten gerade in puncto Ausstattung das eine oder andere Mal voraus. Um das Portfolio der Premiumhersteller zu vervollständigen: Auch in München nimmt man das Segment der Mittelklasse-Kombis ernst und bietet mit dem 3er Touring ein seit Jahren bewährtes Konzept an – für Ende 2018 ist auch hier die nächste Evolutionsstufe angekündigt.

Aber nun genug der Ankündigungen: In einem Kostenvergleich geht es neben den Äußerlichkeiten und technischen Details natürlich um eins – die Kosten. In unseren Vergleich haben es am Ende zwölf Modelle geschafft, welche die Auswahlkriterien in Bezug auf Kraftstoffart, Leistung, Getriebe und Ausstattung erfüllen. Neben den bereits ausführlich besprochenen neuen Modellen von Audi, Mercedes-Benz und Volvo hat es auch der neue Mazda6 Kombi noch vor Redaktionsschluss in den Vergleich geschafft und zeigte gerade bei den Betriebskosten wie auch den Full-Service-Leasingraten, welches Potenzial in ihm steckt. Neben den Auswahlkriterien haben wir gerade in der Mittelklasse – den Dienstwagen schlechthin – auch einiges an Anforderungen bei der Ausstattung: So sind neben einem fest verbauten Navigationssystem auch einige Komfortausstattungen, die gerade den Alltag auf den langen Strecken so angenehm wie möglich gestalten sollen, mit von der Partie. Hierzu zählen unter anderem ein aktiver Bremsassistent und eine Geschwindigkeitsregelanlage mit adaptivem Abstandsassistenten, aber auch eine Bluetooth-Freisprechanlage sowie die Sitzheizung vorn. Alle Einzelheiten zu unseren Anforderungen bei der Ausstattung und womit die Hersteller in puncto Mehrausstattung punkten konnten, finden Sie im Kasten „So haben wir gewertet“.

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Ausgabe 6/2023

Darüber hinaus gelten neben Optik und Komfort Leistung, Verbrauch und die Ladungsdaten als entscheidungsrelevante Größen in dieser Klasse. Wir haben für den Vergleich eine Leistungsstärke von circa 110 kW (150 PS) gewählt, die acht Modelle genau erreichen. Drei Modelle bleiben mit 100 kW (136 PS) beziehungsweise 104 kW (141 PS) nur unwesentlich darunter. Der Renault Talisman Grandtour hat mit 118 kW (160 PS) etwas mehr Dampf unter der Haube. Damit erstreckt sich der Höchstgeschwindigkeitsbereich der ausgewählten Fahrzeuge relativ homogen von 200 bis 216 Stundenkilometer mit Beschleunigungszeiten von 0 auf 100 km/h zwischen 8,4 und 11,2 Sekunden.

Die Leistung hat natürlich Auswirkungen auf den Verbrauch. Wobei dieser gerade aufgrund der Umstellung auf das neue Messverfahren „Worldwide harmonized Light-Duty vehicles Test Procedure“ (kurz: WLTP) für ein kleines Durcheinander sorgte. Denn die Hälfte der Kandidaten hat bereits Verbrauchswerte auf Grundlage des neuen Messverfahrens, während bei der anderen Hälfte noch das alte Verfahren des Neuen Europäischen Fahrzyklus (kurz: NEFZ) Anwendung fand. Um eine gewisse Vergleichbarkeit hier zu gewährleisten, wurden die nach WLTP-Standard gemessenen Verbrauchswerte gemäß Durchführungsverordnung (EU) 2017/1153 in NEFZ-Werte umgerechnet. Trotzdem bedeutet das neue Messverfahren für den Großteil der Modelle höhere Verbrauchswerte – einzig die neuen Modelle von Audi und Volvo sicherten sich trotz WLTP-Bedingungen Plätze auf dem Podium. Apropos erschwerte Bedingungen: Dem Ingolstädter gelang nicht nur der Sprung auf das Podium, sondern mit 4,1 Litern Diesel auf 100 Kilometer landet er noch vor dem VW Passat Variant auf dem begehrten ersten Platz. In Sachen Kohlendioxidausstoß kommen Werte von 106 (Audi A4 Avant) bis 146 Gramm pro Kilometer (Opel Insignia Sports Tourer) vor, elf Modelle erreichen die Energieef zienzklasse A+ oder A. Die Reichweite wiederum erweist sich immer wieder als nicht zu unterschätzendes Komfortkriterium. Hier punkten die besten Modelle mit Strecken um die 1.522 Kilometer, was einem niedrigen Verbrauch in Kombination mit einem großen Tankvolumen geschuldet ist. Am anderen Ende stehen die Modelle, deren circa 40 Liter fassender Kraftstoffbehälter für 976 (Audi A4 Avant) beziehungsweise 872 Kilometer (Mercedes- Benz C-Klasse T-Modell) reicht.

Weitere entscheidungsrelevante Kriterien bei der Wahl eines bestimmten Mittelklasse-Kombis können die Ladungsdaten sowie die Anhängelast sein. Wer besonders viel oder eben auch sperrige Fracht verstauen möchte, kommt am Škoda Superb Combi nicht vorbei: Mit 660 Liter Kofferraumvolumen hinter der zweiten Sitzreihe bietet er selbst für jeden User-Chooser, der auch mal seine Familie mitnehmen möchte, genug Stauraum. Klappt man die Rückenlehne um, stehen sogar 1.950 Liter zur Verfügung. Beim Thema Zuladung kann hingegen der Ford Mondeo Turnier seine Vorteile ausspielen: Mit 715 Kilogramm Zuladung bietet er sogar 114 Kilogramm mehr als der Zweitplatzierte VW Passat Variant. Ein Unentschieden beziehungsweise zwei erste Plätze gibt es bei den Anhängelasten: Die Lademeister aus Köln und der Tschechischen Republik brillieren hier mit jeweils zwei Tonnen gebremst und 750 Kilogramm ungebremst.

Kommen wir zu den unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller. Waren die Werte vorhin noch homogen, geht hier die Schere weit auseinander. So gibt es den Opel Insignia Sports Tourer in der Business Edition bereits ab 26.525,21 Euro – für die geforderte Mindestausstattung werden zusätzlich 579,83 Euro fällig. Am anderen Ende findet sich der BMW 318d Touring mit einem Listenpreis von 35.840,34 Euro; auch hier wird eine Zuzahlung fällig, um alle Kriterien bei der Ausstattung zu erfüllen. Zieht man den Mittelwert aller Listenpreise unter Berücksichtigung der Sonderausstattung zurate, muss ein Fuhrparkleiter im Schnitt rund 32.600 Euro für einen Mittelklasse-Kombi veranschlagen. Beim Thema Restwert sichert sich auch der Rüsselsheimer mit 47,84 Prozent die Spitzenposition, noch vor dem Škoda Superb Combi mit 47,02 Prozent. Der durchschnittliche Restwert beträgt laut Schwacke nach einer Lau eistung von 90.000 Kilometern und einer Laufzeit von 36 Monaten 40,35 Prozent.

Am Ende haben vor allem die technischen Daten dem VW Passat Variant 2.0 TDI SCR auf den ersten Platz in unserem Kostenvergleich der Mittelklasse-Kombis verholfen. Doch der Wolfsburger glänzte auch bei den Kosten: Egal ob Full-Service-Leasingrate oder Betriebskosten – mit jeweils einem vierten Platz verpasste er nur knapp das Podium. Einzig die Zusatzkosten für die dienstwagenrelevante Ausstattung mit etwas über 2.319 Euro, wobei dann aber auch das Businesspaket Premium inbegriffen ist, versetzen der sonst blütenweiße Weste des Passats einen Wermutstropfen.

Auf Platz zwei folgt ein weiteres VW-Konzernmodell – der Škoda Superb Combi, der sich allein aufgrund der etwas höheren monatlichen Kosten gegenüber dem beliebtesten Mittelklasse- Dienstwagen der letzten Jahre mit Silber begnügen muss. Bronze geht nach Frankreich an den Renault Talisman Grandtour: Alle von uns geforderten Ausstattungsmerkmale sind bereits in der Businessvariante enthalten, zusätzlich gibt es einen Spurhalteassistenten und eine Garantielaufzeit von 3 + 2 Jahren.

And the winner is … Volkswagen Passat Variant 2.0 TDI SCR

 

 

So haben wir gewertet

Der neue Flottenmanagement-Kostenvergleich setzt sich aus fünf Hauptkriterien – den Kosten über Laufzeit und -leistung, den technischen Daten, den flottenrelevanten Daten, der Ausstattung und den einmaligen Kosten beim Kauf – zusammen. Dabei erhalten die jeweils drei günstigsten Modelle eine grüne Markierung und die drei teuersten eine rote Markierung. Ebenfalls werden flottenrelevante Fakten wie die Dichte des Servicenetzes sowie der Restwert in Prozent grün beziehungsweise rot markiert und dementsprechend bewertet. Die technischen Daten eines jeden Modells werden unter den Gesichtspunkten des Durchschnittsverbrauchs in l/100 km laut NEFZ-Fahrzyklus, des CO2-Ausstoßes in g/km, der Reichweite in km sowie der Ladungsdaten – Kofferraumvolumen in l, max. Laderaumvolumen in l und Zuladung in kg – beurteilt und entweder mit Grün für die drei Bestwerte beziehungsweise Rot für die drei schlechtesten Werte gekennzeichnet. Zusätzlich erhalten segmentspezifische technische Daten, wie beispielsweise die Anhängelasten gebremst (12 Prozent) und ungebremst in kg bei Mittelklasse-Kombis, eine entsprechende Grün-Rot-Bewertung.

Zusätzlich wird eine besonders lange Laufzeit der Fahrzeuggarantie mit einem Pluspunkt respektive einer grünen Markierung hervorgehoben. Abweichungen von der segmentspezifischen Mindestausstattung für einen Dienstwagen werden rot gekennzeichnet, wenn diese auch nicht gegen Aufpreis erhältlich sind. Eine grüne Kennzeichnung im Bereich Ausstattung kann aufgrund von inkludierter Mehrausstattung erzielt werden, wenn diese einen Mehrwert in puncto Sicherheit beziehungsweise Komfort für den Dienstwagennutzer darstellt.

Mindestausstattung für einen Dienstwagen aus dem Segment Mittelklasse-Kombi:

• Rundum-Airbag-Schutz für Fahrer und Beifahrer (Front-, Kopf- und Seitenairbags)
• aktiver Bremsassistent
• aktiver Tempomat (inkl. automatischer Distanzregelung)
• Bluetooth-Freisprechanlage
• Einparkhilfe mit Sensoren beziehungsweise über die Rückfahrkamera
• Klimaanlage beziehungsweise –automatik
• Navigationssystem
• Nebelscheinwerfer
• Radio
• Sitzheizung vorn

Mehrwertausstattung im Segment Mittelklasse-Kombi:
• Notrufsystem/E-Call
• Spurhalteassistent

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Ausgabe 4/2018

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