Voneinander lernen

Es gibt eine Vielzahl von Bausteinen in der Flottenverwaltung. Einer davon ist die Versicherung. Diese wird jedoch nicht nur aktiv, wenn es in der Flotte einen Schadenfall gegeben hat. Im Idealfall können Versicherer durch umfassende und gute Beratung das Schadenrisiko minimieren. Denn die Assekuranzen verfügen über umfangreiche Statistiken und reichlich Erfahrung im Austausch mit Fuhrparkleitern und Flottendienstleistern. Daher bietet die HDI-Gerling Industrie Versicherung AG einmal jährlich einen Workshop für Flottenkunden und Interessenten zu unterschiedlichen Fuhrparkthemen an.

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Der Auftakt zur Durchführung der Workshopreihe in diesem Jahr fand in der Niederlassung Mainz statt. An zwei Tagen hatten Fuhrparkleiter die Möglichkeit, sich zu den Themen Dienstwagenordnung, Dienstwagenüberlassung, Leasingbedingungen, Schadenquote und Kfz-Kriminalität zu informieren beziehungsweise darüber zu diskutieren. Das Workshopangebot wurde, wie in den vergangenen Jahren, dankend angenommen. Den Weg in die Mainzer Niederlassung fanden etwa 30 Fuhrparkleiter. Unter den Teilnehmern waren viele bekannte Gesichter, aber auch einige neue Interessenten, wie Constantin Sprunk, Underwriting Kraftfahrt Vertrieb Großkunden und Veranstalter des Workshops, bemerkte. Die Vorträge werden jedes Jahr neu zusammengestellt und sind nicht ausschließlich auf Versicherungsthemen begrenzt. Die Auswahl wird nicht willkürlich getroffen. Herr Sprunk weiß zu berichten, dass die Vertriebsmitarbeiter mit den Fuhrparkkunden sprechen und ein offenes Ohr für die Bedürfnisse der Flottenkunden haben. „So schaffen wir es, im Dialog mit der Branche die Schwerpunkte herauszufiltern, die gerade besonders gefragt sind. Auf jeder Veranstaltung gibt es nur drei Vorträge, um genügend Zeit für Diskussionen zu haben und um die Zuhörer nicht zu überfrachten.“

Bei den Fuhrparkleitern kommt dieses Konzept gut an. Markus Liestmann, Leiter Controlling und Fuhrpark der Unternehmensgruppe Niederberger, ist mittlerweile zum sechsten Mal bei einem HDI-Gerling-Workshop dabei und erläuterte, dass das Konzept der Veranstaltung sehr gut sei und man neben interessanten Vorträgen die Möglichkeit habe, sich mit anderen Fuhrparkleitern auszutauschen. Das Feedback ist bei dieser Veranstaltung authentischer, als dies bei anderen Flottenevents der Fall ist. Denn hier sitzen alle im selben Boot, durch zum Beispiel ähnliche Flottengrößen und Fuhrparkstrukturen. Außerdem sorgen die Teilnehmerzahl und die Form eines Workshops für interessante Nachfragen und ein ehrliches Feedback.

Als Erstes hielt Michael Rieger, HDI-Gerling Sicherheitstechnik GmbH, einen Vortrag zum Thema Dienstwagenordnung und Dienstwagenüberlassung. Gerade die Dienstwagenordnung ist ein wichtiges Dokument, sie ist sozusagen das ‚Kochbuch’ des Fuhrparkleiters, wie Michael Rieger betonte. Die Formulierung eines solchen Dokumentes muss sowohl im Sinne eines Unternehmens als auch im Sinne des dienstwagenberechtigten Mitarbeiters wohlüberlegt und klar strukturiert sein. „Oberstes Ziel sollte ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Kosten, dem Firmenimage und der Motivationsfaktor der Firmenwagen sein“, führte Michael Rieger weiter aus.

Im Folgenden wurde eifrig diskutiert, worauf bei einer Dienstwagenordnung zu achten ist: Wer erhält einen Dienstwagen? Warum wird er angeschafft und wer darf außerdem noch damit fahren? Dies sind nur einige Fragen der Punkte, die in der Liste zu beachten sind. Wichtig ist, dass eine Dienstwagenordnung unternehmensspezifisch ist und nicht einfach von anderen übernommen werden kann. Markus Liestmann gibt darüber hinaus zu bedenken, dass eine Dienstwagenordnung sowie ein Dienstwagenüberlassungsvertrag immer dynamisch weiterentwickelt werden muss.

Nach einer kleinen Pause ging es im zweiten Vortrag des Tages um das Kleingedruckte in Leasingverträgen. Hier wurde vor allem auf ungenau definierte Bedingungen in Leasingverträgen eingegangen. Vor allem war die Rückgabe des Fahrzeuges am Ende der Leasingzeit ein viel beachtetes Thema. Die Leasingrückgabe ist immer ein heißes Eisen. Damit bringt es Michael Rieger auf den Punkt (zustimmendes Nicken der Fuhrparkleiter). Dies hängt oft mit den üblichen oder eben unüblichen Abnutzungsspuren zusammen. „Es gibt keinen klar definierten Gebrauchtwagenwert“, erklärte Michael Rieger. „Die Einschätzung ist immer auch gutachterabhängig. Daher lohnt es sich häufig, weitere Bewertungen einzuholen.“ Diskussionspotenzial sieht er auch im Rahmen von Servicekomponenten. Hier haben die Leasinggesellschaften oftmals unterschiedliche Konditionen. Daher lohnt sich die Überlegung, gewisse Prozesse aus dem Full-Service-Vertrag auszugliedern und wieder inhouse zu verwalten. Generell gilt es, den Leasingrahmenvertrag auf Herz und Nieren zu prüfen.

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Ausgabe 3/2024

Den letzten Vortrag hielt Michael Busch (HDI-Gerling Sicherheitstechnik GmbH). Dabei ging er gleich auf zwei Themen ein. Zum einen ging es um Steinschläge in der Windschutzscheibe und zum anderen um die Kfz-Kriminalität in Deutschland. Michael Busch forderte mehr Sensibilität beim Thema Scheibenreparatur. So ist ein Steinschlag per se keine Gefahr für die Sicherheit, entgegen der landläufigen Meinung, dass alle Steinschläge sofort repariert werden oder gleich eine Scheibe ausgetauscht werden muss. Gerade in der Flotte kann die Schadenquote in die Höhe schnellen, wenn jeder kleine Steinschlag sofort repariert wird.

Auch der zweite Teil seines Vortrages räumte mit ein paar Vorurteilen auf. So sind moderne Fahrzeuge nicht unbedingt besser vor Diebstahl geschützt. Gerade die neuesten technischen Entwicklungen führen dazu, dass es immer mehr Möglichkeiten gibt, ein Auto in kürzester Zeit zu knacken. Die Fuhrparkleiter staunten nicht schlecht, als sie in kurzen Videoclips sahen, in welcher Geschwindigkeit modernste Autoschlösser und Wegfahrsperren umgangen werden können.

Bei allen Vorträgen konnten die Fuhrparkleiter Fragen stellen und sie nutzten diese Möglichkeit auch ausgiebig. So ergab sich eine ‚Win-win-Situation’ wie Markus Liestmann es beschreibt, bei der Veranstalter und Flottenmanager voneinander lernten und wichtige Impulse für ihre Arbeit mit nach Hause nehmen konnten.

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Ausgabe 4/2015

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