Wegweisend?

Es klingt noch futuristisch, wird aber seit kurzer Zeit in Projektform real umgesetzt: eine unternehmensübergreifende E-Flotte mit dem Prinzip des Carsharings. Unter der Führung der Carano Software Solutions GmbH hat sich ein Konsortium aus 15 Unternehmen zusammengesetzt, das das Pilotprojekt „Shared E-Fleet“ umsetzt beziehungsweise begleitet.

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Anfang Juni fand am Stuttgarter Engineering Park (STEP) das Eröffnungsevent zum Modellversuch Shared E-Fleet statt. Seitdem sind dort rund ein Dutzend Unternehmen elektromobil unterwegs. „Die gemeinsam genutzte Elektro-Autoflotte für Unternehmen ist ein wichtiger Beitrag für die Akzeptanz der Elektromobilität“, so Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn in seinem Grußwort bei der Veranstaltung. Vier BMW i3 stehen den teilnehmenden Firmen zur Verfügung. „Die Fahrzeuge sind bei uns seit Beginn der Testphase pausenlos im Einsatz, was mich schon etwas überrascht. Ich hatte mit einem verhalteneren Auftakt gerechnet“, erklärt Harald Blum, Geschäftsführer der Stuttgarter Engineering Park GmbH, gegenüber Flottenmanagement.

Nach dem Start des Modellprojektes zieht auch Norman Natzke, Gesamtprojektleiter von Shared E-Fleet und Head of Production bei Carano, ein positives Fazit: „Neue Technologien treffen zwar immer auf eine gewisse Skepsis, aber in der Praxis gibt es eine Vielzahl von Beispielen, wo neue Mobilitätsformen im Geschäftsalltag erfolgreich integriert worden sind. Dies ist auch der Fall bei STEP in Stuttgart, wo die Testphase nun Fahrt aufnimmt.“ Darüber hinaus sei er überzeugt davon, dass die Elektrofahrzeugflotte und das damit verbundene geteilte Nutzungskonzept die Teilnehmer von ihren Qualitäten überzeuge. Erste fundierte Ergebnisse der Testreihen werden nach dem Ablauf der ersten Versuchsphase im Herbst erwartet.

Die Lösungen, die bei Shared E-Fleet entwickelt wurden, sollen einen sinnvollen Einsatz der Elektromobilität im Unternehmenskontext unterstützen und beispielsweise die Ladung der Flottenfahrzeuge mit den Einsatzplänen in Einklang bringen. Prof. Dr. Wilhelm Bauer vom Fraunhofer IAO bringt die Vorteile der Cloud-basierten IT-Lösungen für alle Beteiligten auf den Punkt: „Die Unternehmen erhalten eine einfach nutzbare Mobilitätslösung ohne Investitionen, die Mitarbeiter in den Unternehmen können komfortabel ihre Fahrten buchen und der Poolbetreiber behält stets den Überblick über seine Fahrzeuge.“ So soll sich Shared E-Fleet mit der Zeit zu einer ganzheitlichen Lösung entwickeln (siehe Grafik).

Im Juli begann die zweite Erprobung am Münchner Technologiezentrum (MTZ). Im Vorfeld trafen sich die Konsortialpartner zum regelmäßig stattfindenden Erfahrungsaustausch. Auf der Agenda stand daneben auch die Vorbereitung für den zweiten Modellversuch. Durch die angespannte Parkplatzsituation am MTZ wird erwartet, dass die Einbindung der Elektroflotte hier direkt sichtbare Vorteile bringt (Ergebnisse lagen zu Redaktionsschluss noch nicht vor).

Im nächsten Schritt wird das Forschungsprojekt in Magdeburg anlaufen. Die sachsen-anhaltische Landeshauptstadt ist dabei mit ihren rund 3.500 Mitarbeitern in den verschiedenen Behörden der Stadtverwaltung und Eigenbetrieben vertreten. Magdeburg steht hier stellvertretend für Einrichtungen der öffentlichen Hand mit verteilten Dienstleisterorganisationen.

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Ausgabe 3/2024

 

Das Shared E-Fleet-Konsortium setzt sich neben drei Pilotanwendern (Stuttgarter Engineering Park, Münchener Technologiezentrum, Stadt Magdeburg) aus Industrie- und Forschungspartnern zusammen. Dazu zählen unter anderem das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und die Siemens AG. Das Projekt ist Teil des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Forschungsprogramms „IKT für Elektromobilität II – Smart Car –Smart Grid – Smart Traffic“.

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