Trends in der Car Policy

Angesichts ständig neuer Modellvarianten der Hersteller sowie des verstärkten Angebots alternativer Antriebe gehört die Car Policy heutzutage häufiger auf den Prüfstand als noch vor wenigen Jahren. Auch die – oft praktischen und mitunter lebensrettenden – stets neuen Fahrer- Assistenzsysteme müssen vom Fuhrparkleiter regelmäßig begutachtet und gegebenenfalls in die Car Policy aufgenommen oder ausgeschlossen werden. Daher wollten wir von Ihnen wissen: Welche Trends gibt es derzeit in der Car Policy? Rund 350 Fuhrparkleiter haben sich an unserer Umfrage beteiligt.

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Die Entspanntheit der Fuhrparkleiter haben wir in unserer Umfrage unterschätzt: Denn über die Hälfte aller Fuhrparkverantwortlichen passt ihre Car Policy seltener als einmal pro Jahr an (siehe Grafik 1). Das hatten wir nicht erwartet; sonst hätten wir noch nach einem zwei- oder fünfjährigen Rhythmus gefragt. 36 Prozent der Befragten nehmen jedenfalls jährlich eine Überprüfung und Anpassung vor, acht Prozent zweimal pro Jahr und immerhin ein Prozent noch häufiger. Die teils langen Überarbeitungszeiträume liegen vielleicht auch daran, dass der Schwerpunkt der Antworten bei vielen Fragen ohnehin auf „bleibt eher gleich“ liegt. Die Dynamik des Marktes bei den Modellen, Marken und Assistenzsystemen wird in deutschen Fuhrparks zumindest in der Car Policy nicht immer widergespiegelt.

Wenig Veränderung
Allerdings nimmt die anteilige Zahl der Dienstwagenberechtigten in den befragten Unternehmen tendenziell eher zu (Grafik 2): Zwar bleibt laut 64 Prozent der Befragten dieser Anteil im Wesentlichen gleich, doch immerhin 27 Prozent der Fuhrparkleiter gaben an, dass die Zahl der im Unternehmen anteilig Dienstwagenberechtigten eher ansteigt – während nur neun Prozent einen Rückgang meldeten.

Anders sieht es bei der Markenauswahl für diese Zielgruppe der Firmenwagen-Nutzer aus (Grafik 3): Zwar votierte auch hier mit 57 Prozent die Mehrheit für Stabilität, wollte also die Anzahl der zulässigen Marken tendenziell gleich lassen. Von denjenigen, die überhaupt etwas verändern wollten, planten mit 32 Prozent aber etwa dreimal so viele Befragte, die Markenauswahl eher einzuschränken als zu erweitern (11 Prozent). Dies dann sicher, um Einkaufsvolumen zu bündeln und weitere Mengenrabatte herauszuholen, und vielleicht auch, um den Verhandlungs- und Verwaltungsaufwand insgesamt zu minimieren.

Bei der Frage nach der Modellauswahl innerhalb der zulässigen Marken hatten wir eine klassische Gleichverteilung (Grafik 4): Die Hälfte der Befragten wollte die Auswahl an Fahrzeugmodellen gleich lassen, die andere Hälfte der Befragten teilte sich wiederum hälftig in tendenzielle Einschränkung beziehungsweise Erweiterung der zulässigen Modelle auf.

Auch bei der Frage nach der Akzeptanz von neueren Fahrzeugkonzepten wie Vans, SUV oder anderen Crossover-Modellen zeigte sich eine Mehrheit von zwei Dritteln der Fuhrparkleiter konservativ und sprach sich gegen die Erweiterung der Car Policy in diese Richtung aus. Etwa ein Drittel der Befragten immerhin war neuen Fahrzeugkonzepten gegenüber jedoch aufgeschlossen (Grafik 5).

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Aktuelles Magazin

Ausgabe 3/2024

Die Automobilindustrie erfindet immer mehr Assistenzsysteme, die im schlechtesten Falle etwas nervig, in aller Regel praktisch und oft sogar lebensrettend sind. Vor allem auf der Langstrecke erleichtern intelligente Lichtsysteme, Radar-Tempomaten und Totwinkel-Warner die Fahrt und helfen dem Fahrer, weniger schnell zu ermüden. Und wenn nicht, zeigen sie ihm zumindest an, dass er müde ist und dringend eine Pause braucht. Notbremsassistenten sind echte Lebensretter, nicht nur für den Fahrer, sondern je nach System auch für potenzielle Unfallgegner oder unachtsame Fußgänger. Dennoch gaben auch bei dieser Frage (Grafik 6) deutlich über die Hälfte der Fuhrparkleiter an, die Vorgaben bezüglich Ausstattung und Sicherheitssystemen tendenziell eher gleich zu lassen. Immerhin noch 23 Prozent der Befragten weiten die Vorgaben über Mindestausstattungen aus, während 15 Prozent der Fuhrparkleiter sogar über eine „Deregulierung“ nachdenken, also Pflichtvorgaben zurücknehmen möchten.

Alternative Kraftstoffe
Das Thema „Alternative Antriebe“ dominiert in Politik und Presse oft die Diskussion, der der Praxis zeigt sich jedoch wieder einmal, wie konservativ die Unternehmen sind (Grafik 7): Immer mehr Gas-, Elektro- und Hybridfahrzeugkonzepten zum Trotz gaben mit 72 Prozent fast drei Viertel aller Fuhrparkleiter an, sogar verstärkt auf sparsame Dieselmotoren zu setzen. Weitere fünf Prozent der Befragten setzen für Fahrzeuge mit geringer Laufleistung eher auf sparsame Benziner. Nur 15 Prozent der Fuhrparkleiter sehen für sich bereits eine Zunahme der alternativen Antriebsformen mit Gas, Elektroantrieb oder Hybrid. Und das kumuliert. Immerhin: Nicht ein Fuhrparkleiter sah diesen Trend zu alternativen Antrieben schon wieder abflauen. In acht Prozent der Fuhrparks entscheidet der Dienstwagenberechtigte frei darüber, mit welchem Antrieb er unterwegs sein möchte – natürlich im Rahmen der zulässigen Gesamtkosten.

Von den Befragten, bei denen die alternativen Antriebe schon im Trend liegen, wollten wir wissen, auf welche davon sie sich denn konzentrieren. Deutlich vorn lag hier der Hybridantrieb mit 55 Prozent der Nennungen, auch der Plug-in-Hybrid kam auf 21 Prozent. Mit 32 Prozent der Nennungen überraschend auf Platz 2 lagen Elektrofahrzeuge, weitere 19 Prozent der Nennungen entfielen auf Elektrofahrzeuge mit Range-Extender. Aber auch Erdgas (15 Prozent) und vor allem Flüssiggas (26 Prozent) liegen bei den Alternativen noch klar im Trend.

Fazit
Der Fuhrparkleiter an sich scheint überwiegend sehr konservativ zu sein. Neues muss sich erst einmal beweisen – da ist es egal, ob es sich um Modellvarianten, alternative Kraftstoffe oder Assistenzsysteme handelt: Die Marktdurchdringung geschieht langsam, und das trotz oder gerade wegen des hohen Fahrzeugdurchsatzes, den die Unternehmen dank der in der Regel nur dreijährigen Nutzungsdauer haben.

 

 

Ab sofort veröffentlicht Flottenmanagement regelmäßig eigene Studien zu aktuellen Themen rund um den Fuhrpark. Die Teilnehmer sind Sie, unsere Leser, die sich an den Aufrufen im Magazin und im Internet beteiligen; abgestimmt wird online.

 

An der Umfrage „Trends in der Car Policy“ beteiligten sich rund 350 Fuhrparkleiter. Etwa 42 Prozent der Teilnehmer haben bis zu zehn Fahrzeuge im Bestand, 33 Prozent zwischen elf und 50 Fahrzeuge, 25 Prozent haben über 50 Fahrzeuge, fünf Prozent davon sogar über 500 Fahrzeuge. 79 Prozent der Fahrzeuge unserer Studienteilnehmer sind Pkw, 19 Prozent Kleintransporter und Transporter, zwei Prozent entfallen auf Sonstige Fahrzeuge.

Die nächste Flottenmanagement-Umfrage finden Sie auf www.flotte.de/umfrage

Das Thema dieses Mal lautet: Fuhrparksoftware in der Praxis

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Ausgabe 2/2014

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Der nächste „Flotte!
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