Die bekannteste Alternative zur Ladesäule ist der induktive Ladevorgang, wie man ihn auch von der Elektrozahnbürste kennt. Allerdings hat diese kabellose Technologie einen großen Nachteil für E-Autos: Durch den Spalt zwischen der Spule im Boden und dem Fahrzeug ist der Energieverlust ziemlich groß. Ein Grazer Startup setzt deshalb auf konduktives Laden. Das bedeutet, sobald das Fahrzeug auf dem Parkplatz über einer dort verbauten Ladeplatte parkt, senkt sich automatisch eine Art Laderüssel vom Fahrzeugunterboden ab und stellt einen direkten Ladekontakt her. Für seine Technologie hat er jetzt 8,3 Millionen Euro eingesammelt.

Neben dem Lead Investor SET Ventures hat sich auch der deutsche Energie-Konzern EnBW mit seinem Investmentarm an der Runde beteiligt. Mit von der Partie sind der VC Smartworks sowie Risikokapital-Unternehmer Hermann Hauser, der bereits die Seed-Runde Ende 2019 begleitet hatte. 

„Wir investieren weiter in die Entwicklung der Technologie und bauen unsere Partnerschaften in der Automobil- und Zulieferindustrie aus“, sagt Stockinger zu Gründerszene. Seine Geschäftsidee: Zulieferunternehmen und Autohersteller sollen die Technologie in das eigene Produktportfolio übernehmen und im eigenen Namen vertreiben können. Ein Lizenz-Modell also. Mögliche Kundengruppen sind Autobesitzer mit einer Garage, die kabellos laden wollen, oder für gewerbliche Kunden wie Taxi-Unternehmen, die auf dem Standstreifen laden. Mit Letzteren läuft derzeit eine Test-Reihe in Graz. „Die Technologie wird derzeit in einer Vielzahl von Fahrzeugtypen verschiedener Hersteller in Rahmen von Kooperationsprojekten pilotiert“, so Stockinger.