Kern des Radnabenantriebs ist ein zwischen Bremse und Felge zusammen mit der Leistungselektronik in das Rad integrierter Felgenmotor. Laut Andreas Lohner vom Institut für Automatisierungstechnik der TH Köln ist es dabei gelungen, eine bauraumneutrale Integration in Standardräder zu realisieren. In einer sogenannten Skateboard-Konfiguration – also einer Plattform mit integrierter Batterie und Radnabenmotoren rundum – erlaubt diese Technik die Kombination mit nahezu jeder Karosserieform.

Leistungsdaten werden noch nicht genannt, doch soll ein rund zwei Tonnen schweres E-Auto mit den vier Motoren acht Sekunden aus dem Stand Tempo 100 erreichen und maximal 160 km/h schnell sein. Zugleich garantieren die Radnabenmotoren einen Allradantrieb, der dank radselektiver Momentensteuerung besonders viel Agilität und Fahrspaß verspricht.

Da die von der TH Köln entwickelten E-Motoren auf Permanentmagneten verzichten, kommen sie ohne ökologisch bedenkliche Seltene Erden aus. Die Felgenmotoren werden stattdessen aus Blech, Aluminium und Kupfer gebaut. Dies verspricht Preisstabilität und um 30 bis 40 Prozent niedrigere Herstellungskosten. Zudem erübrigen sich Antriebswelle und Getriebe, was sich ebenfalls positiv auf die Herstellungs- wie auch auf spätere Wartungskosten auswirkt.

Derzeit versuchen die Forscher der TH Köln eine bei magnetlosen Motoren eigene, hohe Geräuschentwicklung zu minimieren. Der Prototyp ist demnach vor allem beim Anfahren noch sehr laut. Seit kurzem konzentriert man sich auf dieses Problem, was bereits zu einer Halbierung des Geräuschpegels geführt haben soll. Vorrangiges Ziel ist es, die Maschine auf ein massenmarkttaugliches Akustikniveau zu bringen.