Steigende Energiepreise treffen auf strukturellen Wandel im Flottenmarkt

Steigende Kraftstoffpreise, internationale Spannungen, unsichere Lieferketten und die anhaltende Debatte über Restwerte von Elektrofahrzeugen setzen Fuhrparks spürbar unter Druck. Nach dem teuersten Diesel-Tanktag seit Beginn der ADAC-Aufzeichnungen am 7. April und den hohen Preisen im April ist das Thema Kosten auf der Agenda vieler Unternehmen wieder sehr präsent.

Steigende Energiepreise treffen auf strukturellen Wandel im Flottenmarkt

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Steigende Energiepreise treffen auf strukturellen Wandel im Flottenmarkt

Doch der aktuelle Kostendruck ist nur ein Teil einer größeren Entwicklung. Der Flottenmarkt wird dynamischer und schwerer planbar: Energiepreise schwanken, Fahrzeugverfügbarkeiten verändern sich, Technologiezyklen werden kürzer und Nachhaltigkeitsanforderungen verbindlicher. Für Unternehmen bedeutet das: Mobilität lässt sich nicht mehr allein über Anschaffungspreise, Laufzeiten und Kraftstoffkosten organisieren.

Gefragt ist ein Flottenmanagement, das Wirtschaftlichkeit, Verfügbarkeit, CO₂-Ziele und die Bedürfnisse der Mitarbeitenden gemeinsam denkt. Denn Mobilität muss nicht nur bilanziell und operativ funktionieren, sondern auch im Alltag der Fahrerinnen und Fahrer: bei Reichweiten, Ladeprozessen, Pendelwegen, Dienstreisen, Flexibilität und Nutzerakzeptanz. Der Fuhrpark wird damit zunehmend zu einem Steuerungsfeld, in dem Kostenkontrolle, Nachhaltigkeit, Arbeitgeberattraktivität und operative Handlungsfähigkeit zusammenkommen.

Flotten wachsen und werden zum Steuerungsinstrument

Das Arval Mobility Observatory Fuhrpark- und Mobilitätsbarometer 2026 zeigt: Unternehmen ziehen sich nicht aus Mobilität zurück. 92 Prozent erwarten stabile oder wachsende Flotten. Gleichzeitig verändern sich die Instrumente, mit denen sie diese Flotten managen: 46 Prozent setzen bereits auf Gebrauchtfahrzeuge, weitere 39 Prozent planen dies. 70 Prozent nutzen elektrifizierte Fahrzeuge, während 63 Prozent fehlende Ladelösungen weiterhin als größte- Herausforderung sehen. Zudem bleiben Fahrzeuge länger in der Flotte: im Schnitt 5,5 statt 4,9 Jahre.

Flotten entwickeln sich zunehmend vom Kostenblock zum aktiven Steuerungsinstrument. Unternehmen reagieren nicht mit Zurückhaltung, sondern mit Anpassung. Breiter, flexibler und wirtschaftlich differenzierter.“ - Katharina Schmidt

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Gebrauchtfahrzeuge werden zum strategischen Baustein

Besonders sichtbar wird dieser Wandel beim Blick auf Gebrauchtfahrzeuge. Was lange vor allem mit Rückläufern, Restwerten und Weiterverkauf verbunden war, entwickelt sich zunehmend zu einem strategischen Instrument im Flottenmanagement. Gebrauchte Fahrzeuge können Kosten senken, Wartezeiten überbrücken und Unternehmen helfen, kurzfristiger auf Mobilitätsbedarfe zu reagieren.

Gerade bei der Elektrifizierung können gebrauchte E-Fahrzeuge ein pragmatischer Einstieg sein. Unternehmen haben die Möglichkeit, Einsatzszenarien im Alltag zu pilotieren, Akzeptanz und Ladeprozesse im Fuhrpark zu erproben und daraus konkrete Learnings für die weitere Elektrifizierung abzuleiten.

Gleichzeitig leisten gebrauchte Fahrzeuge einen Beitrag zur Nachhaltigkeitsstrategie von Unternehmen. Sie verlängern die Nutzungsdauer vorhandener Ressourcen, stärken den Gedanken der Kreislaufwirtschaft und können dazu beitragen, zusätzlichen Ressourcenverbrauch durch Neufahrzeuge zu reduzieren. Damit sind Gebrauchtfahrzeuge nicht nur eine Antwort auf Kostendruck, sondern Teil einer breiteren Mobilitätsstrategie.

Elektrifizierung ist kein Selbstläufer

Auch die Elektrifizierung lässt sich nicht auf die Frage reduzieren, ob ein Elektrofahrzeug günstiger oder teurer ist als ein Verbrenner. Sie verändert die gesamte Kosten- und Prozesslogik einer Flotte. Entscheidend ist, ob Einsatzprofile, Ladeinfrastruktur, Abrechnung, Nutzerverhalten und interne Prozesse zusammenpassen.

In der Praxis elektrifizieren erfolgreiche Unternehmen deshalb schrittweise. Sie starten in klar definierten Nutzungsszenarien, sammeln im Pilotbetrieb Erfahrungen mit Fahrzeugen, Ladeinfrastruktur und Prozessen und leiten daraus konkrete Learnings für die weitere Skalierung ab. Denn der Engpass liegt häufig nicht im Fahrzeug selbst, sondern im Zusammenspiel aus Infrastruktur, Betrieb und Organisation.

Laut Arval Mobility Observatory Fuhrpark- und Mobilitätsbarometer 2026 bleibt die Ladeinfrastruktur die größte Herausforderung. Elektromobilität funktioniert nur dann zuverlässig, wenn Laden am Unternehmensstandort, öffentliches Laden und Heimladen sinnvoll zusammenspielen. Fuhrparkverantwortliche werden damit zunehmend zu Mobilitäts- und Lademanagern: Neben Fahrzeugauswahl und Kostenkontrolle rücken Energieversorgung, Daten, Nutzerakzeptanz, Abrechnung und interne Kommunikation stärker in den Fokus.

Wirtschaftlichkeit entsteht im Gesamtsystem

Die aktuelle Diskussion um Energiepreise und Restwerte greift zu kurz, wenn sie nur einzelne Kostenpositionen betrachtet. Entscheidend ist die Steuerung der gesamten Betriebskosten eines Fuhrparks. Ein Fahrzeug kann auf dem Papier günstig wirken, im falschen Einsatzprofil jedoch teuer werden. Umgekehrt kann ein höherer Anschaffungspreis wirtschaftlich durchaus sinnvoll sein, wenn Nutzung, Laufzeit, Energieversorgung und Restwertentwicklung zusammenpassen.

Hier gewinnen Daten an Bedeutung. Das gilt besonders für gebrauchte Elektrofahrzeuge. Während die Batterie lange als Unsicherheitsfaktor galt, sorgen Praxisdaten zum Aviloo State of Health zunehmend für Transparenz: Die durchschnittliche Batteriekapazität liegt nach rund 70.000 Kilometern bei etwa 93 Prozent. Wenn sich Batteriezustand und Kapazitätsentwicklung besser bewerten lassen, werden auch Restwerte und Gesamtbetriebskosten planbarer.

Die Batterie ist keine Black Box mehr, sondern eine kalkulierbare Größe. Das schafft Vertrauen und macht Restwerte sowie Gesamtbetriebskosten besser planbar. Gleichzeitig zeigt sich, dass auch die Verlängerung bestehender Fahrzeuge ein effektives Instrument ist, um Stabilität in einem volatilen Marktumfeld zu sichern.“ - Katharina Schmidt, Arval

Vom Fuhrpark zum Mobilitätsmanagement

Der Wandel betrifft nicht nur Antriebe und Fahrzeugtypen. Unternehmen betrachten Mobilität zunehmend ganzheitlicher. Neben dem klassischen Dienstwagen rücken Pendelwege, Dienstreisen, Fahrradleasing, öffentliche Verkehrsmittel, Fahrgemeinschaften und Mobilitätsbudgets stärker in den Blick. Aus dem Fuhrpark wird schrittweise ein Mobilitätsbaukasten.

Beschleunigt wird diese Entwicklung durch Dekarbonisierung und ESG-Anforderungen. Besonders größere Unternehmen müssen Emissionen messen, berichten und gegenüber Kunden, Investoren oder Auftraggebern erklären. Doch auch für kleinere Unternehmen wird Mobilität zunehmend zu einer Frage von Kostenkontrolle, Arbeitgeberattraktivität und Zukunftsfähigkeit. Dekarbonisierung braucht deshalb Daten, Ressourcen, klare Verantwortlichkeiten und eine Strategie, die zum Unternehmen passt.

Für Fuhrparkverantwortliche bedeutet das: Flexibilität wird wichtiger als Besitz, Systemsteuerung wichtiger als Einzelkosten. Risiken werden nicht mehr allein über das einzelne Fahrzeug getragen, sondern über Modelle, Prozesse und Daten aktiv gemanagt. Gebrauchtfahrzeuge, verlängerte Leasingverträge, flexible Laufzeiten und elektrifizierte Modelle werden zu Bausteinen eines Mobilitätsmixes, der Unternehmen genügend Flexibilität und Handlungsfähigkeit vorhält.

Mit Gebrauchtwagen-Leasing über Arval Re-Lease, flexiblen Mobilitätsmodellen wie dem Auto-Abo Arval Flex und Leasinglösungen zur gezielten Steuerung von Laufzeiten, Verfügbarkeit und Restwertrisikenunterstützt Arval Unternehmen dabei, ihre Flotten nicht nur effizienter, sondern vor allem strategisch steuerbar aufzustellen. Denn entscheidend ist nicht das einzelne Fahrzeug, sondern die Fähigkeit, Mobilität flexibel und wirtschaftlich zu managen.“ -  Nils John, Arval

Mobilität bleibt zentral – aber sie wird strategischer gesteuert

Steigende Energiepreise und Marktunsicherheiten führen nicht dazu, dass Unternehmen Mobilität grundsätzlich infrage stellen. Die meisten rechnen mit stabilen oder wachsenden Flotten. Was sich verändert, ist die Art, wie Mobilität organisiert wird.

Unternehmen, die flexibel zwischen Neufahrzeugen, Gebrauchtfahrzeugen und der Verlängerung bestehender Leasingverträge entscheiden können, verschaffen sich Stabilität in einem dynamischen Marktumfeld. Wer Elektrifizierung nicht als Einzelmaßnahme, sondern als Teil eines funktionierenden Mobilitätsökosystems versteht, kann Kosten, CO₂-Ziele und Verfügbarkeit besser miteinander verbinden und gleichzeitig Wünsche und Bedürfnisse der Mitarbeitenden bedienen und so zur Mitarbeiterzufriedenheit beitragen.

Der Fuhrpark wird damit nicht neu erfunden, jedoch professioneller gemanagt: wirtschaftlicher, datenbasierter und strategischer als bisher. Mobilität bleibt für Unternehmen zentral, sie wird künftig jedoch stärker gestaltet als nur verwaltet.

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Höchststand an den Tanksäulen

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DIGges Ding

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