Sachschadens unbrauchbar, da der Privatgutachter von einem (überhöhten) Wiederbeschaffungswert von 7.000,00 EUR ausgegangen ist und somit die Reparaturkosten von 5.731,50 EUR brutto den Wiederbeschaffungswert nicht überschritten haben. Tatsächlich lag bereits der Wiederbeschaffungswert nach dem Ergebnis des vom Gericht eingeholten Gutachtens unterhalb des Reparaturaufwands, so dass der Geschädigte auf diesen beschränkt gewesen ist. Die mit der Klage geltend gemachten Reparaturkosten konnte der Geschädigte nicht verlangen.

Diese Fehlerhaftigkeit des Gutachtens ist dem Geschädigten jedoch nicht anzulasten. Wie der Wiederbeschaffungswert von 7.000,00 EUR ermittelt worden ist, ist im Schadengutachten nicht dargelegt. Nach dem Ergebnis der erstinstanzlichen Beweisaufnahme haben die verschwiegenen Vorschäden an der Front und der vorderen rechten Ecke den Wiederbeschaffungswert nicht beeinflusst. Es ist davon auszugehen, dass diese Vorschäden aufgrund des hohen Alters und der Laufleistung des Fahrzeugs keine relevante Auswirkung auf den Wiederbeschaffungswert gehabt haben. Darüber hinaus war der Streifschaden am linken Seitenteil, den der Sachverständige dem streitgegenständlichen Verkehrsunfall nicht zuordnen konnte, ebenfalls nicht erheblich, da er durch bloße Lackierarbeiten beseitigt werden konnte und der Sachverständige insofern einen Abschlag von den Lackierkosten von 50 %, vorgenommen hat.

OLG Hamm, Beschluss vom 11.04.2022, 7 U 33/21