Verbringungskosten einer markengebundenen Fachwerkstatt zu einer Lackiererei sind erstattungsfähig, da die wenigsten solcher Werkstätten über eine eigene Lackiererei verfügen. Dies gilt auch dann, wenn die Werkstatt mit einem „Lackierservice“ wirbt. Dies bedeutet nicht, dass die Werkstatt über eine eigene Lackiererei verfügt. 

Dementsprechend hat der beklagte Versicherer vorgerichtlich auch einen Teil der abgerechneten Lackierkosten erstattet. Auch in der Höhe sind die abgerechneten Verbringungskosten in Höhe von insgesamt 140,42 € nicht zu beanstanden. Wie der beklagte Versicherer auf die von ihm für angemessen gehaltene und bereits regulierte Pauschale in Höhe von 80,00 € netto kommt, trägt er auch gar nicht vor. 

Im Übrigen entspricht es dem üblichen Werkstattrisiko, wenn ein Autohaus zu lange, zu teuer oder sonst außerhalb des Einflussbereichs der Auftraggeberin unwirtschaftlich reparieren sollte. Ein solches Risiko trägt jedenfalls nicht der Geschädigte als Auftraggeber, sondern der Schädiger, mithin die eintrittspflichtige Haftpflichtversicherung

AG Niebüll, Urteil vom 09.01.2021, Az. 10a C 188/20