Das Zeichen 266 (Streckenverbot für Fahrzeuge, die eine bestimmte tatsächliche Länge überschreiten) gibt der Straßenverkehrsbehörde die Möglichkeit, ein Streckenverbot für Fahrzeuge auszusprechen, die die angegebene maximale Länge überschreiten. Dies dient dazu, der im vorliegenden Fall eingetretenen Gefahr vorzubeugen, dass überlange Fahrzeuge in engen Kurven zwangsläufig auf die Gegenfahrbahn geraten und dadurch eine Gefahr für den Gegenverkehr darstellen. Diese Gefahr besteht allein durch die Länge des Fahrzeugs oder Gespanns. 

Das Zeichen 266 der StVO gilt - wie sich aus dem Wortlaut ergibt - gleichermaßen für LKWs wie für Kraftomnibusse und - wie durch den Hinweis auf „Fahrzeugkombinationen“ klargestellt wird - für PKWs, die mit einem Anhänger zusammen die vorgeschriebene Länge überschreiten. Das Verbot gilt für alle Fahrzeuge und Fahrzeugkombinationen, die die auf dem Zeichen angegebene tatsächliche Länge - hier von 12 m - überschreiten. Aus der Verwendung des Symbols eines LKWs in Zeichen 266 ergibt sich nichts anderes. Zeichen 266 ist kein Unterfall von Zeichen 253 (Verbot für Kraftfahrzeuge über 3,5 t), von dem ausdrücklich „Personenkraftwagen und Kraftomnibusse“ ausgenommen sind. Während Zeichen 253 auf die „zulässige Gesamtmasse“ abstellt, ist bei Zeichen 266 die tatsächliche Länge maßgeblich, während weder die zulässige noch die tatsächliche Masse (vgl. Zeichen 262) eine Rolle spielen.

OLG München, Beschluss vom 26.04.2021, Az. 24 U 111/21