Im Falle der nachträglichen Verlängerung der Frist gemäß § 89 Abs 7 S 2 LVwG SH hat er zudem darzutun, weshalb er an einer vorherigen Mitteilung der Hinderungsgründe innerhalb der Frist gehindert war. Die vorstehenden Obliegenheiten entfallen nicht dadurch, dass die Schließung der Fahrschulen wegen des Lockdowns während der Corona-Pandemie für alle Beteiligten erkennbar war.

Denn die in einem (nachträglichen) Fristverlängerungsantrag darzulegende Dauer einer unverschuldeten Säumnis kann die offenkundige Dauer einer nach der SARS-CoV-2-Bekämpfungsverordnung vorgesehenen Einschränkung durchaus übersteigen. So scheint es nach wochenlangen Schließungen der Fahrschulen möglich, dass gerade in der Anfangszeit nach ihrer Wiederöffnung die Nachfrage nach Seminaren das Angebot übersteigt, so dass eine unverschuldete Säumnis über den Zeitraum der Schließung hinaus andauern kann. Es war Sache des Antragstellers, sich hierüber ohne erneuten Anstoß durch die Fahrerlaubnisbehörde fortlaufend selbst zu informieren und seine Erkenntnisse der Behörde im Zusammenhang mit einem situationsgerechten Fristverlängerungsantrag mitzuteilen.

OVG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 31.03.2021, Az. 5 MB 39/20