Fallbezogen ist zu sehen, dass die der Fahrerlaubnisinhaberin zur Last gelegten – unstreitig begangenen, durch private Stressbelastungen nicht gerechtfertigten und auch nicht nachvollziehbar erklärten – Verkehrsverstöße, die zu einem Punktestand von acht Punkten im Fahreignungsregister und nach dem in § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 3 StVG zum Ausdruck kommenden Willen des Gesetzgebers des Weiteren dazu geführt haben, dass die Fahrerlaubnisinhaberin als ungeeignet zum Führen eines Kraftfahrzeugs anzusehen ist, keineswegs unerheblich sind und einen – selbst durch Fahrverbote sowie die Maßnahmen nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nrn. 1 und 2 StVG ungebrochenen – Hang offenbaren, sich beharrlich über die geltenden Vorschriften des Straßenverkehrsrechts hinwegzusetzen und so die Sicherheit der Allgemeinheit zu gefährden.

Das Beschwerdevorbringen, dass die Fahrerlaubnisinhaberin für die Betreuung ihres zu 100 v.H. schwerbehinderten Ehemannes, beispielsweise zu Fahrten zu Arztterminen bzw. zur Physio- und Ergotherapie, dringend auf ihre Fahrerlaubnis angewiesen sei, während die ihr zur Last gelegten Verkehrsverstöße auf ihrer mit der Behinderung ihres Ehemannes verbundenen außergewöhnlichen Stressbelastung beruhten, die indes nach einer Psychotherapie mittlerweile vollständig beseitigt sei, lässt keine andere Auslegung zu. Insoweit muss die Antragstellerin auf die Inanspruchnahme von Taxis oder Behindertenfahrdiensten verwiesen werden.

OVG des Saarlandes, Beschluss vom 23.07.2020, Az. 1 B 196/20