Denn eine Autovermietung hat Fahrtenbücher und damit einhergehende Vermietbarkeitseinschränkungen als typisches Risiko ihrer Gewerbeart ihre unternehmerische Kalkulation (Mietpreise) einzustellen.

Das Gericht unterstellt dabei, dass die Vermietbarkeit des Fahrzeugs während der Dauer der Fahrtenbuchauflage gemindert ist. Allerdings macht die Fahrtenbuchauflage, die an den Mieter weiterzugeben ist (vgl. § 31a Abs.2 StVZO), das Fahrzeug nicht gänzlich unvermietbar, sondern es ist lediglich nicht der volle Mietpreis zu erzielen. Eine gewerbliche Autovermietung muss Fahrtenbücher und die damit einhergehende zeitweise Minderung der Mieteinnahmen in die Gesamtkalkulation ihrer gewerblichen Autovermietung aufnehmen, wenn sie nicht privatrechtlich dafür Vorsorge trifft, dass sie den jeweiligen Fahrer des vermieteten Fahrzeugs stets benennen kann. Das Geschäftsmodell einer gewerblichen Autovermietung besteht darin, von ihr gehaltene Fahrzeuge entgeltlich für einen gewissen Zeitraum aus der Hand zu geben. Damit ist untrennbar das Risiko verbunden, dass der Vermieter seinen Halterobliegenheiten in OWi-Verfahren nicht immer vollständig nachkommen kann. Realisiert sich wegen einer nicht aufklärbaren Verkehrsordnungswidrigkeit mit einem der vermieteten Fahrzeuge dieses latente Risiko, zeitigt die Fahrtenbuchauflage keine unvorhersehbare Folge, sondern verwirklicht ein kaufmännisch typischerweise einzukalkulierendes Wagnis der Geschäftstätigkeit einer gewerblichen Autovermietung. Da die Fahrtenbuchauflagen zeitlich begrenzt sind - hier auf sechs Monate - handelt es sich nicht um unbegrenzte Ertragsminderungen.

VG Düsseldorf, Urteil vom 08.10.2019, Az. 6 K 3553/18