Der Weg zur Arbeit ist grundsätzlich dem privaten Bereich des Arbeitnehmers zuzuordnen. Dieser hat die hiermit in Zusammenhang stehenden Aufwendungen in der Regel selbst zu tragen.

Daran ändert sich nichts, wenn ein Kraftfahrer im Güterfernverkehr nach dem Wegfall eines bestimmten Transportauftrages die Fahrt nun nicht mehr von seinem Wohnort aus antreten kann, sondern stattdessen zu einer mehr als 600 km entfernten Betriebsstätte reisen muss.

Der Weg zur Arbeit ist jedoch grundsätzlich dem privaten Bereich des Arbeitnehmers zuzuordnen. Dieser hat die hiermit in Zusammenhang stehenden Aufwendungen in der Regel selbst zu tragen, was auch in der steuerrechtlichen Regelung des § 9 Abs. 1 Nr. 4 EStG zum Ausdruck kommt. Der Arbeitnehmer entscheidet, wo er seinen Wohnort wählt und welchen Arbeitsweg er in Kauf zu nehmen bereit ist. Ob die Kosten für den Weg zur Arbeitsstätte im Verhältnis zum erzielten Einkommen stehen, kann nur der Arbeitnehmer selbst bewerten. Das hängt von zahlreichen, insbesondere privaten, Faktoren ab, die der Arbeitgeber regelmäßig nicht kennt. Eine tägliche An- und Abreise zur Betriebsstätte ist bei Kraftfahrern im Güterfernverkehr ohnehin nicht üblich. Die Interessenlage hinsichtlich der Fahrtkosten für den Weg zur Arbeit ändert sich nicht deshalb, weil diese angesichts ihrer Höhe für den Arbeitnehmer ggf. unwirtschaftlich sind. Dadurch werden sie nicht zu Aufwendungen im Interesse des Arbeitgebers. Die Vertragsparteien können durch die Festlegung eines konkreten Arbeitsortes im Arbeitsvertrag näher bestimmen, in wessen Interesse welche Fahrtkosten liegen.

LAG Mecklenburg-Vorpommern, Urteil vom 13.08.2019, Az. 5 Sa 85/19