Ganzheitliche Mobilitätskonzepte fördern Vielfalt und Innovation
Interview mit Holger Büscher, Geschäftsführer der akf servicelease GmbH, in Wuppertal

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Flottenmanagement: Herr Büscher, angesichts geopolitischer Veränderungen befindet sich die betriebliche Mobilität im Wandel. Welche Herausforderungen ergeben sich daraus für Unternehmen
Holger Büscher: Unternehmen sehen sich derzeit mit großer Unsicherheit konfrontiert. Die Herausforderungen sind die Digitalisierung, und hier vor allem die Künstliche Intelligenz (KI), Nachhaltigkeit sowie eine neue Mobilitätskultur. So müssen Unternehmen die Vielzahl verschiedener Mobilitäts- und Fuhrparklösungen sinnvoll und attraktiv für ihre Mitarbeiter integrieren. Auch steigt der regulatorische wie gesellschaftliche Druck zur Dekarbonisierung für die Firmen. Hinzu kommen aktuell geopolitische Entwicklungen, die sich direkt auf Energiepreise, Lieferketten und Fahrzeugverfügbarkeit auswirken. Unternehmen müssen folglich in der Lage sein, ihre Flotten jederzeit wirtschaftlich zu steuern, auch wenn zahlreiche Rahmenbedingungen kurzfristigen Schwankungen unterliegen. Gefragt sind daher flexible, individuelle und innovative Mobilitäts- und Fuhrparklösungen.
Flottenmanagement: Neben externen Faktoren prägen auch interne Trends die Unternehmensmobilität. Welche aktuellen Entwicklungen sind Ihnen besonders aufgefallen, und wie unterstützt die akf servicelease Unternehmen bei deren Umsetzung
Holger Büscher: Auf den Punkt gebracht: Wir beobachten einen klaren Paradigmenwechsel. So denken Unternehmen Mobilität heute nicht mehr isoliert, sondern als integralen Bestandteil ihrer Gesamtstrategie und beziehen auch das gesamte geopolitische Umfeld bewusst mit ein. Gleichwohl gilt es für Unternehmen, mit Unsicherheiten rund um Mobilität und Antriebsarten umzugehen. Diese Unwägbarkeiten erschweren zwar Entscheidungen, eröffnen aber zugleich Chancen dank flexibler Lösungen. Das heißt: Angesichts wirtschaftlicher Unsicherheit, hybrider Arbeitsmodelle oder auch veränderter Mitarbeitererwartungen benötigen Unternehmen heute neue Mobilitätsstrategien, die betriebswirtschaftliche, technologische sowie regulatorische Anforderungen gleichermaßen berücksichtigen. Hier beraten wir zu passgenau zugeschnittenen Leistungspaketen wie Open-End-Leasing oder flexiblen Kilometer- oder Fahrzeugwechselpaketen. Außerdem unterstützen wir bei der Integration neuer Mobilitätsformen sowie bei der schrittweisen Elektrifizierung der Flotten.
Flottenmanagement: Auch bei der akf servicelease steht eine umfassende Transformation bevor. Können Sie uns erste Einblicke geben? Welche Auswirkungen wird dies auf Ihre Kunden haben

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Holger Büscher: Die akf-Gruppe befindet sich derzeit in einem umfassenden Rebranding, das am 21. Mai offiziell vorgestellt wurde. Ziel ist es, die Zugehörigkeit zur Muttergesellschaft Vorwerk stärker hervorzuheben und die Marke moderner sowie eigenständiger zu gestalten. Ab dem 1. Juli tritt die „akf servicelease GmbH – der Flottenpartner“ zudem unter dem neuen Namen „akf-Mobility“ auf. Damit schlagen wir ein weiteres Kapitel unserer Unternehmensgeschichte auf und schärfen unser Profil im Markt. Der prägnantere Name spiegelt zudem unser vielfältiges Mobilitätsangebot noch besser wider. Wir richten unsere Leistungen zukunftssicher aus und begleiten damit unsere Kunden innovativ und flexibel bei ihrer Mobilitätsstrategie. Neben dem Full-Service-Leasing im B2B-Bereich umfasst „akf-Mobility“ künftig auch den Fahrzeugverkauf an Privatkunden, Langzeitmieten sowie mögliche zukünftige B2C-Angebote. Kurzum: Wir entwickeln unser Unternehmen im Rahmen eines neuen Markenauftritts weiter. Gleichzeitig bleibt unser Anspruch unverändert: Wir stehen weiterhin für verlässliche, langfristige und partnerschaftliche Lösungen rund um die betriebliche Mobilität.
Flottenmanagement: Die gewerblichen Zulassungszahlen des letzten Jahres zeigen, dass Elektromobilität im Alltag angekommen ist. Wie unterstützen Sie Flottenkunden beim Umstieg auf Elektrofahrzeuge, und welche Produkte und Dienstleistungen bieten Sie dafür an
Holger Büscher: Die Elektromobilität hat eine beeindruckende Entwicklung durchlaufen und ist heute alltagstauglicher denn je. Moderne Elektrofahrzeuge mit 800-Volt-Technologie und 350 kW Ladeleistung laden in nur zehn Minuten und bieten dabei beeindruckende Reichweiten. Steuerliche Vorteile, beispielsweise die 0,25-Prozent-Regelung für Fahrzeuge bis 100.000 Euro, erleichtern die Kaufentscheidung zusätzlich. Für Flottenkunden bieten wir auch hier passgenaue Leasingangebote sowie umfassende Beratung, um eine reibungslose Integration von Elektroautos in bestehende Fahrzeugflotten zu gewährleisten. Beispielsweise erlaubt unsere akf-Langzeitmiete Flottenmanagern auch hier, Risikofreiheit zu gewinnen, da sie keinen langfristigen Kapitalbindungen oder Restwertrisiken gegenüberstehen. Zudem gewinnen sie an Flexibilität, indem sie ihre Fahrzeuge bedarfsorientiert anpassen können. Zusammengefasst ermöglichen wir den Kunden mit unseren Mobilitäts- und Fuhrparklösungen, die Vorteile der E-Mobilität zu erfahren: Wir bieten ihnen aktuellste Fahrzeuge und damit ein Testfeld für alternative Antriebe und tragen gleichzeitig zur Erfüllung der Nachhaltigkeitsziele bei. Mit unseren Dienstleistungen unterstützen wir die Unternehmen dabei, die Potenziale der Elektromobilität optimal zu nutzen und somit die Transformation erfolgreich zu meistern.
Flottenmanagement: Angesichts der rekordverdächtig hohen Kraftstoffpreise stehen Unternehmen vor der Herausforderung, die steigenden Betriebskosten ihrer Fahrzeugflotten zu bewältigen. Wie reagieren sie darauf, und sehen sie darin einen zusätzlichen Anreiz für die Elektromobilität
Holger Büscher: Fakt ist: Die hohen Kraftstoffpreise führen zu einer stark steigenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen – sowohl im Neu- als auch im Gebrauchtwagenmarkt. Die gegenwärtige Situation erfordert somit anpassungsfähige Vertragsmodelle mit individuellen Laufzeiten, bedarfsgerechten Fahrzeugkonzepten und transparenten Kostenstrukturen. Gefragt bei Unternehmen ist entsprechend ein Mobilitätspartner auf Augenhöhe, der ihnen zuverlässig mit flexiblen, individuellen und innovativen Mobilitätsund Fuhrparklösungen zur Seite steht. Als flexible und wirtschaftliche Alternative zu klassischen Leasingmodellen bietet hier die Langzeitmiete gerade in herausfordernden Zeiten wie diesen zahlreiche Vorteile für Firmen. Die hohen Preise für fossile Kraftstoffe und die damit erheblich gestiegenen Betriebskosten für Fahrzeugflotten wirken meiner Überzeugung nach als klarer Katalysator für die Elektromobilität. Von der Politik würde ich mir in der gegenwärtigen Situation allerdings wünschen, dass der Fokus hier nicht nur auf Privatpersonen liegt, sondern auch auf Unternehmen, die auf wettbewerbsfähige Mobilitätslösungen angewiesen sind.
Flottenmanagement: Der Individualverkehr gewinnt an Bedeutung und umfasst mehr als das eigene Auto. Welche Rolle spielt ein vielfältiges Mobilitätsangebot in Unternehmen, und wie beeinflussen Nachhaltigkeitsziele sowie der „War for Talents“ diese Entwicklung
Holger Büscher: Mobilitätsangebote wie Fahrradleasing, ÖPNV-Lösungen oder Dienstwagen sind zwar nicht das allein entscheidende Kriterium bei der Stellenbesetzung, bleiben aber ein wirksames Instrument zur langfristigen Mitarbeiterbindung und Steigerung der Zufriedenheit. So hat sich der „War for Talents“ spürbar gewandelt: Während im Handwerk und in der Pflege weiterhin Fachkräftemangel herrscht, rücken in der Dienstleistungsbranche zunehmend Engagement und Motivation in den Vordergrund – formale Qualifikationen verlieren an Bedeutung. Gleichzeitig verändern Automatisierung und Künstliche Intelligenz (KI) die Arbeitswelt grundlegend und machen manche Qualifikationen obsolet. Unternehmen stehen daher vor der doppelten Herausforderung, leistungsbereite Mitarbeiter zu gewinnen und sich zugleich auf veränderte Kompetenzanforderungen einzustellen.
Damit gehört die Zukunft unverändert den Unternehmen, die Mobilität ganzheitlich als Teil ihrer Nachhaltigkeitsstrategie, Arbeitgebermarke und digitalen Transformation denken und leben. Wir unterstützen Unternehmen bei der Dekarbonisierung, beispielsweise durch moderne Ladeinfrastruktur, effiziente Abrechnungssysteme und umfassende Beratung zur optimalen Nutzung von Elektrofahrzeugen. Ein vielfältiges Mobilitätsangebot motiviert schließlich die Mitarbeiter und fördert die Nachhaltigkeitsziele der Unternehmen. Langfristige Veränderungen entstehen jedoch aus wirtschaftlicher Stärke, nicht aus Schwäche. Unsere Aufgabe ist es, Unternehmen auf dem Weg zu nachhaltigen und wirtschaftlich sinnvollen Lösungen zu begleiten.
Flottenmanagement: Immer mehr Mitarbeiter verzichten auf den Firmenwagen und nutzen bei kurzen Strecken und gutem Wetter das Fahrrad. Wie unterstützen Sie Unternehmen bei der Integration von Diensträdern in ihre Mobilitätskonzepte, und welche Leistungen bieten Sie dafür an
Holger Büscher: Wir sind davon überzeugt: Die Mobilität von morgen muss multimodal, intelligent, flexibel und nachhaltig sein. Genau hier setzen unsere Bike-Lösungen an: Sie fördern die Gesundheit, steigern die Lebensqualität und bieten gleichzeitig Unternehmen einen echten Mehrwert. Gemeinsam mit der Deutschen Dienstrad haben wir daher ein vollautomatisiertes Frontend-System entwickelt, das die Verwaltung von Diensträdern komplett digitalisiert. Mitarbeiter können auch am Wochenende ihr Wunschfahrrad beim Händler auswählen – der gesamte Prozess von der Bearbeitung bis zur Auszahlung läuft automatisiert und ohne manuelles Eingreifen ab. Dieses moderne System zeigt, wie effizient und benutzerfreundlich Mobilitätslösungen heute sind.
Besonders attraktiv ist zudem unser Gehaltsumwandlungsmodell: Arbeitgeber sparen Sozialversicherungsbeiträge und geben einen Teil als Zuschuss an die Mitarbeiter weiter, die dadurch steuerliche Vorteile erhalten. Dieses Modell stärkt die Wirtschaftlichkeit sowie die Mitarbeiterbindung und -gewinnung. Mit nahezu 120.000 Diensträdern bleibt die Nachfrage hoch, wobei Wiederholungskunden den Rückgang bei Neukunden aufgrund von Marktunsicherheiten ausgleichen. Das Dienstradmodell ist ein voller Erfolg für Unternehmen und die Volkswirtschaft, da es immer mehr Menschen zum Umstieg aufs Fahrrad motiviert. Unsere Lösungen ermöglichen eine unkomplizierte Integration von Diensträdern in Mobilitätskonzepte und schaffen echten Mehrwert für die Mitarbeiter.
Flottenmanagement: Wie wichtig ist es Ihrer Meinung nach, das Mobilitätsangebot von Unternehmen ganzheitlich zu gestalten? Bedeutet das, dass der Firmenwagen künftig an Bedeutung verliert
Holger Büscher: Ein ganzheitliches Mobilitätsangebot ist heute kein bloßes Nice-to-have. Vielmehr ist es mit Blick auf Kostenkontrolle, Nachhaltigkeit und Arbeitgeberattraktivität ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Für zahlreiche Mitarbeiter bleibt der Dienstwagen attraktiv, da Mobilitätsbudgets oft niedriger sind als die tatsächlichen Kosten eines Firmenwagens. Besonders junge Menschen, auch außerhalb großer Städte, interessieren sich weiterhin stark für Firmenwagen – vor allem für moderne Elektroautos oder leistungsstarke Modelle neuer Marken. Gleichzeitig gewinnt Flexibilität an Bedeutung. Als innovativer Mobilitätsdienstleister gilt es somit, Lösungen zu offerieren, die Unternehmen hinsichtlich ihres Fuhrparks beispielsweise mit der Langzeitmiete stets beweglich halten. Schließlich werden nur innovative und gesellschaftlich sinnvolle Formen der Unternehmensmobilität Fuhrparks in die Zukunft führen. Zu Ihrer Abschlussfrage, ob das Firmenfahrzeug an Bedeutung verlieren wird: Ich bin fest davon überzeugt, dass der klassische Firmenwagen seine Berechtigung nicht verlieren wird. Allerdings wird er seine Rolle verändern, denn er ist künftig ein Bestandteil eines flexiblen wie nachhaltigen Mobilitätsmixes und nicht mehr nur ein reines Statussymbol.

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