Der größte Fehler moderner Fuhrparks? Am Menschen sparen.

Rainer Hansen, CEO der Consense GmbH

Der größte Fehler moderner Fuhrparks? Am Menschen sparen.

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Der größte Fehler moderner Fuhrparks? Am Menschen sparen.

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In der Fuhrparkwelt sprechen aktuell alle über Digitalisierung, KI, Outsourcing und Effizienz. Klar, es klingt modern, innovativ und vor allem wunderbar skalierbar. Die eigentliche Frage stellt aber kaum jemand: Wer kümmert sich wirklich um den Fuhrpark

Ich meine nicht Reports, Dashboards oder automatische Erinnerungsmails. Ich meine den echten Fuhrpark: die Fahrzeuge, Mitarbeitenden, Übergaben und Einweisungen – eben jene Situationen, die nicht in Excel-Listen passen.

Als Dienstleister könnte ich mich jetzt entspannt zurücklehnen und sagen, dass externe Vergabe alles lösen wird; es wäre vermutlich auch verkaufsfördernder. Die Wahrheit ist aber: Der klassische Fuhrparkverantwortliche vor Ort ist wichtiger denn je. Fahrzeuge verwalten kann eine Software, Menschen führen nicht.

Wer erklärt neuen Mitarbeitenden die Fahrzeugübergabe eindeutig? Wer erkennt, dass Nutzende zwar die jährliche UVV-Unterweisung absolviert, aber dennoch nie ein Elektrofahrzeug geladen haben? Wer spricht mit Mitarbeitenden, wenn Schäden immer wieder gleich entstehen? Und wer merkt eigentlich, wenn ein Fahrzeug zwar technisch in Ordnung ist, die Nutzenden aber völlig überfordert mit den neuen Systemen sind? Ein Fuhrpark funktioniert nicht am Bildschirm, er funktioniert im Alltag.

Ein langjähriger Fuhrparkverantwortlicher eines großen Stadtwerks hat zu mir gesagt: „Keine jährliche Unterweisung ohne vorherige Einweisung bei der Übergabe.“ Ein Satz, der hängen bleibt und die Herausforderungen moderner Fuhrparkstrukturen beschreibt. Wir alle dokumentieren hervorragend, aber erklären wir auch noch

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Natürlich hat KI unseren Alltag massiv verändert. Prozesse wurden beschleunigt, Routinen automatisiert und administrative Aufgaben erleichtert. Das ist sinnvoll und war überfällig. Aber KI wird nicht auf dem Hof stehen, wenn der neue Transporter übergeben wird. Sie wird nicht entscheiden, ob Mitarbeitende nach einem Unfall besser nach Hause fahren. Und sie wird auch nicht erkennen, dass Nutzende mit neuen Assistenzsystemen schlicht überfordert sind. KI kann und wird Hinweise liefern, Entscheidungen vorbereiten und Risiken sichtbar machen; die Verantwortung im Umgang mit Menschen bleibt jedoch beim Fuhrparkverantwortlichen.

Ich sehe eine gefährliche Entwicklung. Einige Unternehmen sparen die Fuhrparkverantwortlichen vor Ort kaputt und wundern sich später über gestiegene Schadenquoten, frustrierte Nutzende und fehlende Kommunikation. Die entscheidende Person, die diese Veränderungen im Alltag überhaupt umsetzen soll, sitzt aber oft allein irgendwo zwischen Einkauf, HR, Legal und Facility Management.

Aus meiner Sicht ist der Fuhrparkverantwortliche vor Ort unverzichtbar und nur gemeinsam mit einem dafür passenden Fuhrparkund Schadenmanager für alles gewappnet. Die Steuerung und KPI-Unterstützung durch externe Partner ist dabei der Werkzeugkoffer des Fuhrparkverantwortlichen. In diesem Tandem bleiben Fuhrparkverantwortliche handlungsfähig und entscheiden auf Basis belastbarer Daten. Doch es braucht gut ausgebildete Fuhrparkverantwortliche mehr denn je. Menschen, die nicht nur „im“, sondern „am“ Fuhrpark arbeiten. Der fachliche Austausch über Netzwerke, Verbände oder Ausbildungsangebote des Bundesverbands Betriebliche Mobilität spielen eine zentrale Rolle. Mobilität verändert sich aktuell schneller, als viele Unternehmen ihre internen Prozesse anpassen können. Fuhrparkthemen werden nicht weniger, sie werden komplexer. Daher braucht der Fuhrpark der Zukunft weniger PowerPoint-Präsentationen und wieder mehr Menschen mit Erfahrung, Haltung, Herz und Präsenz.

Fuhrparkverantwortliche im Unternehmen sind kein Auslaufmodell, sie sind eine der wichtigsten Schnittstellen moderner Mobilität. Mobilität wird digitaler, Verantwortung nicht.

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