Mobilität rückt in den Mittelpunkt

Das Jahr 2026 bringt einen tiefgreifenden Wandel in der betrieblichen Mobilität. Das Angebot ist vielfältiger denn je, doch mit der Vielfalt steigen auch die Herausforderungen. Wie gestalten Unternehmen ihre Mobilitätsstrategien, um Nachhaltigkeit, Flexibilität und Kosteneffizienz optimal zu verbinden? Welchen Einfluss haben Digitalisierung, Klimaschutz und Markenbildung? Gemeinsam mit Leasingexperten hat Flottenmanagement aktuelle Trends analysiert und gibt einen fundierten Ausblick auf die Zukunft der Unternehmensmobilität.

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Immer häufiger liest man vom Wandel vom eigenen Fahrzeugbesitz hin zu flexiblen Mobilitätsdiensten, die oft als Pakete über benutzerfreundliche Apps – ähnlich einem Mobilfunkvertrag – angeboten werden. Doch lässt sich dieses Modell auf die betriebliche Mobilität übertragen? Und ist das überhaupt gewünscht? Die Herausforderung besteht darin, flexible und flächendeckende Mobilitätskonzepte zu entwickeln, die den speziellen Anforderungen der betrieblichen Mobilität gerecht werden. „Flexible, individuelle und innovative Mobilitäts- und Fuhrparklösungen werden getrieben von Digitalisierung, Nachhaltigkeit und neuer Mobilitätskultur. Unternehmen benötigen angesichts von Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit, hybrider Arbeitsmodelle oder auch veränderter Mitarbeitererwartungen neue Mobilitätsstrategien, die Ökonomie, Technologie und Regulatorik zusammendenken. Eine progressive Unternehmensmobilität, die zukunftsorientiert, innovativ sowie gesellschaftlich sinnvoll ist, bedarf passgenau zugeschnittener Leistungspakete, etwa Open-End-Leasing oder flexible Kilometer- und Fahrzeugwechselpakete“, erklärt Holger Büscher, Geschäftsführer der akf servicelease GmbH.

Der Fokus auf ganzheitliche Mobilität, Nachhaltigkeit, Flexibilität und Kosten verändert auch den Leasingmarkt, berichtet Katharina Schmidt, Head of Consulting, Energy Transition, Arval Mobility Observatory & Mitglied der Geschäftsleitung bei Arval Deutschland: „Der Leasingmarkt befindet sich derzeit in einem strukturellen Wandel. Im Mittelpunkt steht nicht mehr allein der Zugang zum Fahrzeug, sondern die Frage, wie Mobilität ganzheitlich gesteuert werden kann. Unternehmen betrachten Mobilität zunehmend als strategische Managementaufgabe – getrieben durch die Elektrifizierung der Flotten, steigende regulatorische Anforderungen und den wachsenden Bedarf an Transparenz, Steuerbarkeit und Planungssicherheit. Parallel dazu verschärft die gesamtwirtschaftliche Lage den Kostendruck auf Unternehmen. [...] In diesem Umfeld gewinnt Leasing weiter an Bedeutung, weil es Kosten kalkulierbar macht und zentrale Risiken – etwa bei Restwerten, Technologiezyklen oder regulatorischen Veränderungen – gezielt aus dem Unternehmen auslagert.“

Für Kunden ist entscheidend, dass die zunehmende Komplexität des betrieblichen Mobilitätsangebots den Unternehmenszweck nicht übersteigt. Max Nastold, Geschäftsführer der Kazenmaier Leasing GmbH, betont: „Der Leasingmarkt steht 2026 vor drei zentralen Entwicklungen: steigender Komplexität, wachsendem Flexibilitätsbedarf und einer deutlichen Verschiebung hin zu technologiegetriebener Mobilität. Die größten Herausforderungen entstehen weniger durch fehlende Nachfrage, sondern durch regulatorische Anforderungen, volatile Förderlandschaften und stark verkürzte Innovationszyklen – insbesondere bei Elektrofahrzeugen. [...] Unsere Aufgabe als Leasinggesellschaft ist es, genau diese Komplexität aus den Unternehmen herauszunehmen und in funktionale, wirtschaftlich belastbare Modelle zu übersetzen.“

Elektromobilität
Ein zentraler Trend in der betrieblichen Mobilität ist die zunehmende Elektrifizierung, die Leasing zu einem unverzichtbaren Baustein für die wirtschaftliche Umstellung gewerblicher Flotten macht. „In den vergangenen zwei Jahren haben wir eine deutliche und kontinuierlich steigende Nachfrage nach E-Fahrzeugen registriert. [...] Diese Entwicklung wird von mehreren Faktoren getragen: die zunehmende Sensibilisierung für nachhaltige Mobilitätskonzepte bei Kunden, Partnern und Investoren, steigende gesetzliche Vorgaben zur CO2-Reduktion sowie der Ausbau der Ladeinfrastruktur sind zentrale Gründe. Eine weitere große Rolle spielt die zunehmende Modellvielfalt. [...] Natürlich ist es wichtig, dass nur Mobilitätslösungen implementiert werden, die sowohl aus ökologischer als auch aus ökonomischer Sicht sinnvoll sind. Hier setzen wir mit unseren umfassenden Consulting-Lösungen an“, erklärt Uwe Hildinger, CEO und Vorsitzender der Geschäftsführung der Alphabet Fuhrparkmanagement GmbH. Auch Leasys verzeichnete in den letzten zwei Jahren eine steigende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen, wenn auch unterschiedlich je nach Flottengröße. Andrea Valente, Transformation Manager und Deputy Country Manager bei Leasys, erläutert: „In den letzten zwei Jahren hat die Nachfrage nach E-Fahrzeugen bei Geschäftskunden einen vorübergehenden Rückgang verzeichnet, gefolgt von einer erneuten Dynamik: Nach einem durch das Förderende bedingten Rückgang im Jahr 2024 erholte sich der Markt 2025 deutlich, getrieben durch strengere CO2-Vorgaben und die konsequente Elektrifizierung großer Firmenflotten. In diesem Sinne kann bereits von einem Durchbruch für die Elektromobilität im Segment der großen Flotten gesprochen werden, während kleinere Unternehmen bei der Einführung noch zurückhaltender sind.“

Fortschritte bei Reichweite, Ladeleistung und Software verkürzen Innovationszyklen gegenüber klassischen Antrieben, erhöhen jedoch Risiken wie technologische Überalterung und unsichere Restwerte. Leasing ermöglicht es Unternehmen, diese Risiken auszulagern und dennoch von den Vorteilen der Elektromobilität zu profitieren. Verena Roth, Geschäftsführerin Vertrieb der Volkswagen Leasing GmbH, betont: „Einer der großen Vorteile des Leasings ist, dass dadurch schnell neue und effiziente Technologien im Markt verfügbar werden und Kunden somit immer an den nächsten Technologiesprüngen partizipieren können. Insbesondere bei der E-Mobilität kommt dieser Effekt zum Tragen, weswegen nahezu alle unsere Großkunden auf das Leasing von E-Fahrzeugen setzen. Gleichzeitig müssen sie sich keine Gedanken über die Gebrauchtwagenvermarktung machen. Dies führt auch dazu, dass immer mehr ehemalige Kauffuhrparks sich mit dem Thema Leasing auseinandersetzen und sich aktiv von uns beraten lassen.“ Die schnellen Technologiesprünge in der Elektromobilität sorgen bei Unternehmen für Unsicherheit, ob klassische Leasinglaufzeiten noch zum Wunsch nach aktueller Technologie passen. Doch Leasing wird flexibler: „Die rasante Entwicklung im E-Fahrzeugmarkt hinterlässt auch im Leasinggeschäft deutliche Spuren. Neue Batterietechnologien, kürzere Modellzyklen und ein zunehmend internationaler Wettbewerb sorgen dafür, dass Restwerte schwerer einzuschätzen sind und die Kalkulation komplexer wird. Für gewerbliche Kunden hat das allerdings einen positiven Nebeneffekt: Leasing wird zur bevorzugten Lösung, um technologische Risiken auszulagern und die eigene Flotte ohne langfristige Bindung aktuell zu halten“, erklärt Matthias Birkle, Senior Key Account New Mobility bei Allane Mobility Consulting. Auch Henning Schick, Sales Director bei der Holman GmbH, sieht im Bereich der Elektromobilität große Chancen für flexible Leasingformen: „Die rasante Entwicklung im E-Fahrzeugbereich macht flexible Finanzierungsmodelle besonders attraktiv, da sie maximale Flexibilität bei Modell- und Technologiewechseln bieten. Mit der neuen 75-Prozent-Sonderabschreibung für E-Fahrzeuge setzt die Bundesregierung zusätzliche Impulse für die Elektromobilität. Viele glauben, die Förderung greife beim Leasing nicht, unser Leasingmodell Holman FlexLease zeigt jedoch, dass sie sehr wohl genutzt werden kann.“

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Digitalisierung
Gewerbe- und Flottenkunden erwarten von Mobilitätsdienstleistern nicht nur Innovationen in der Elektromobilität, sondern auch bei Angebotserstellung und Kundenbetreuung. „Flottenkunden erwarten zunehmend digitale Steuerungs- und Managementtools. Gleichzeitig stehen Unternehmen unter Kostendruck und müssen Investitionen in neue Technologien sorgfältig abwägen. Diese Balance zwischen Effizienz und Modernisierung bleibt eine zentrale Herausforderung“, gibt Dr. Claudia Conen, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL), zu verstehen und führt weiter aus: „Leasing-Prozesse im gewerblichen Bereich sind heute deutlich stärker digitalisiert als noch vor wenigen Jahren. Online-Bestellungen, digitale Vertragsunterzeichnungen und Schnittstellen zu Flotten- und ERP-Systemen sind weit verbreitet. [...] Geschäftskunden treiben diese Entwicklung besonders stark voran, da sie Transparenz, Steuerbarkeit und integrierte Workflows benötigen.“

Der Digitalisierungsgrad ist im Leasing entscheidend, bringt aber auch Herausforderungen mit sich: „Die Digitalisierung im Leasing bringt vor allem drei Herausforderungen mit sich: die Integration heterogener Systeme, steigende regulatorische Anforderungen sowie die Balance zwischen Automatisierung und individueller Kundenberatung. Gerade im Firmenkundengeschäft sind Prozesse oft komplexer als im Privatbereich, sodass eine gewisse Nähe zum Kunden weiterhin notwendig ist“, erläutert Sébastien Gressel, Leiter Firmenkunden und Flotten bei Mobilize Financial Services Deutschland. Für Unternehmenskunden stehen digitale Lösungen zur administrativen Entlastung im Vordergrund: „Bei gewerblichen Kunden sind insbesondere digitale Fuhrparkportale, automatisierte Reportings sowie Self-Service-Lösungen für Fahrer:innen stark nachgefragt. Sie reduzieren den administrativen Aufwand für Fuhrparkmanager, verbessern die Datenqualität und schaffen durchgängige Transparenz im laufenden Fuhrparkbetrieb. Vor allem größere Flotten profitieren dabei von der hohen Skalierbarkeit digitaler Lösungen“, betont Stefan Fölting, Head of Product Management & Marketing bei der Athlon Germany GmbH.

Fazit
Flexibilität, Digitalisierung und Elektromobilität gewinnen in der Mobilität für Unternehmenskunden zunehmend an Bedeutung. Dies bringt mehrere Vorteile mit sich: „Im Vergleich zu klassischen Beschaffungsformen wie dem Kauf oder der traditionellen Finanzierung ist Leasing bereits weitgehend digitalisiert. Viele Prozesse – von der Angebotskalkulation über das Vertragsmanagement bis hin zur laufenden Betreuung – lassen sich heute digital abbilden. [...] Gerade bei Geschäftskunden mit größeren Fuhrparks zeigt sich, dass effiziente digitale Abläufe geschätzt werden, qualifizierte Beratung jedoch weiterhin entscheidend bleibt – insbesondere bei vielschichtigen Fuhrparkstrukturen oder strategischen Mobilitätsentscheidungen“, so Frank Hägele, Mitglied der Geschäftsleitung der Deutschen Leasing AG, Geschäftsfeld Mobility. In den vergangenen Jahren haben sich die Angebote in der Unternehmensmobilität gewandelt – nicht durch Ersatz, sondern durch ergänzende Produkte. Der Wandel ist jedoch noch nicht abgeschlossen: „Die Automobilwirtschaft steht generell vor Veränderungen durch Elektrifizierung und Digitalisierung. [...] Technologische Vorstöße erfolgen in kurzen Abständen und nehmen direkten Einfluss auf Gebrauchtwagenpreise und somit auf die Kalkulation von Leasingverträgen. Elektrifizierung und Digitalisierung stehen natürlich auf unserer Agenda, aber der größte Hebel für Unternehmen sind die Gesamtbetriebskosten. Wichtiger als nur auf die Anschaffungskosten zu achten, ist es, generell die TCO, also die Gesamtkosten, zu betrachten und dort zu beeinflussen, wo es möglich ist. Wir raten Flottenbetreibern, ihre Car Policy für neue Hersteller zu öffnen sowie Fahrzeugund Betriebskosten zu vergleichen“, erklärt abschließend Alexander Lutz, Chief Commercial Director bei Ayvens.

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