Der praktische Klassiker
Der Audi A6 Avant ist nach wie vor eine feste Größe in der Flotte. Mit klassischen Verbrennerantrieben bedient er die Bedürfnisse von Vielfahrern. Flottenmanagement war zur Abwechslung mal mit einem Benziner unterwegs. Und zwar mit dem 45 TFSI Quattro Avant.

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Vielfahrer und elektrische Antrieb? Geht klar, auch Audi arbeitet mit Hochdruck daran, dass sich die Ladeperformance drastisch verbessert. Aber per heute gibt es immer noch Anwendungen, die den Verbrenner erfordern oder ihn zumindest als besser geeignet erscheinen lassen. Und dann darf man ja auch die Kundenwünsche nicht unterschätzen. Nicht wenige Interessenten möchten erst abwarten. Und gerade dort, wo viele Kilometer zurückgelegt werden, dürfte das batterieelektrische Fahrzeug tendenziell weniger gefragt sein als Diesel oder Benziner.
Apropos Benziner: Flottenmanagement hat für den aktuellen Test den Benziner einer Dieselversion vorgezogen. Der Benziner hat in der letzten Zeit durchaus an Beliebtheit gewonnen. Und User-Chooser, unter denen womöglich auch der eine oder andere Autofan zu finden ist, greifen sicherlich gerne zum Otto, wenn das Angebot wirtschaftlich ist. In puncto Effizienz muss sich der heute oftmals elektrifizierte Benziner ja ebenfalls nicht mehr verstecken. Auch wenn moderne Selbstzünder inzwischen leise und bärenstark sind, verströmt der Benziner immer noch eine etwas sportlichere Note. Er dreht leichtfüßig hoch und hängt besser am Gas. Und das Drehzahllevel ist ja auch deutlich höher.
Beim Audi A6 bietet sich der 45 TFSI geradezu an. Er ist als Basisbenziner der in der Anschaffung günstigste (netto 53.908 Euro als Kombi mit Allradantrieb) Otto-Direkteinspritzer des Modellprogramms. Den Aufpreis in Höhe von 2.312 Euro netto für den Allradantrieb sollte man sich unbedingt gönnen. Denn auch wenn der 45 TFSI bloß einen Zweiliter-Vierzylinder unter seiner Haube trägt — Power hat er genug angesichts von 265 PS. Außerdem stemmt die kultiviert laufende Maschine 370 Newtonmeter Drehmoment schon ab 1.600 Umdrehungen.
Das macht dann schon neugierig auf die erste Fahrt. Wie heutzutage üblich startet der Ingolstädter per Knopfdruck und verfällt in einen ruhigen Lauf. Ruhig bleibt der TFSI auch – nämlich bei zurückhaltender Fahrt, begleitet vom obligatorischen Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Fahrstufen. Da muss man sich dann um das Tempo der Schaltvorgänge jedenfalls keine Sorgen mehr machen. Spannend ist aber vielmehr, wie geschmeidig das Getriebe bei moderater Fahrt schaltet. Und in der Tat gehen die Übersetzungswechsel recht unbemerkt vonstatten.
Aber noch einmal zurück zum Allradantrieb. Beim beherzten Druck auf das Gaspedal sprintet der 45er manchmal dynamischer los, als man eigentlich wollte. Und allein für solche Fälle ist der Quattro schon Gold wert. Denn hier würden beim Fronttriebler mit großer Wahrscheinlichkeit schon Traktionsprobleme auftreten, vor allem bei Nässe. Der Allradler verarbeitet auch prompt hineinschießendes Maximaldrehmoment absolut souverän. Und generell darf man den Antriebsstrang als souverän bezeichnen, was bei der Leistung natürlich kein Wunder ist. So fällt die Beschleunigung mit 6,2 Sekunden (null auf 100 km/h) erwartungsgemäß feurig aus, und die Höchstgeschwindigkeit kann sich mit 250 km/h sehen lassen.

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Gleichzeitig haben sich die Ingenieure um Effizienz bemüht. So segelt der A6 konsequent bei Lupfen des Gaspedals. Das heißt in anderen Wörtern: Im Schubbetrieb schaltet der Benziner kurzzeitig ab, um Kraftstoff zu sparen. Das Ab- und Anschalten gelingt jedoch ansatzlos und hat keine Zugkraftunterbrechung zur Folge. Unter voller Last marschiert der Kombi nicht nur gut nach vorn, sein Vierzylinder klingt außerdem sportiv.
Aber wie reist man? Entscheidend für hohen Fahrkomfort auf langen Strecken ist ja nicht bloß per se die Fahrleistung. Der Testwagen besticht durch feine Stühle mit Teillederpolsterung. Es muss nicht immer die volle Dröhnung Rindshaut sein. Die Sitzmittelbahn in Mikrovlies sieht nicht nur gut aus, sondern mutet auch körpersympathisch an. Auf diesen Sesseln ein paar Hundert Kilometer am Stück reisen? Überhaupt kein Problem.
Ebenfalls kein Problem ist es, in der zweiten Reihe unterzukommen. Denn dort verwöhnt der Audi mit einem gerüttelt Maß an Beinfreiheit. Und es gibt außerdem — neben USB-C-Anschlüssen — eine gesonderte Bedieneinheit für die Temperaturregelung mit einer Art von Softtouchflächen. Zu wenig für erwachsene Spielkinder
Dann schnell nach vorn hüpfen, dort wartet nämlich jede Menge Touchscreen auf die Passagiere. Allerdings geht Audi geschickt vor, um die Bedienung möglichst angenehm zu gestalten. So gibt es einen eigens für die automatische Klimaanlage vorgesehenen Touchscreen, der statisch ausgeführt ist – hier finden sich also keine wechselnden Oberflächen. Der Screen darüber dagegen fungiert als Schnittstelle für die gesamte Fahrzeugbedienung. Dabei gestalten sich die Menüs als intuitiv. Das Kombiinstrument (besteht komplett aus Display) besticht durch verschiedene grafische Macharten, die man allerdings auf dem mittleren Screen konfiguriert.
Was braucht es noch zum A6-Glück? An dieser Stelle sei erwähnt, dass sich Interessenten durch 154 Seiten Preisliste wühlen müssen. Serienmäßig sind ein großer Fundus an Assistenzsystemen, LED-Scheinwerfer, ein umfangreiches Navigationssystem, Parkpiepser, Verkehrszeichen-Erkennung sowie Tempomat. Aber da geht natürlich noch deutlich mehr. Sollte noch Budget übrig sein, wäre das Assistenzpaket Plus zu netto 3.244 Euro keine schlechte Sache mit vielen verschiedenen Notbremsszenarien. Etwas mehr Tech-Leben kommt mit dem netto 1.361 Euro teuren Remote-Parkassistenten in die Bude. Dann lässt sich der Audi sogar per App fernsteuern. Auch im Bereich Fahrwerk bietet Audi Individualisierung. Regelbare Dämpfer starten ab netto 950 Euro (netto). Die feinere Luftfederung will mit netto 1.681 Euro bezahlt werden. Und auf eine Hinterachslenkung müssen A6-Fahrer ebenso wenig verzichten – sie ist mit zusätzlichen 1.597 Euro netto zu bezahlen.

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