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Full-Service-Leasing steht bei den Flotten hoch im Kurs. Was die gängigsten Module beinhalten, wer welche anbietet und worin die Vorund Nachteile liegen, haben wir hier zusammengestellt. Außerdem geben wir einen Ausblick auf zukünftige Full-Service-Produkte.

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Flottenbetreuung im Rundum-sorglos-Paket gleich mit der Finanzierung zu buchen, gehört in vielen Fuhrparks zum Standard. Bei der überwiegenden Zahl der Fahrzeuge werden heute notwendige Dienstleistungen für die gesamte Laufzeit ausgewählt und in einer monatlichen Rate bezahlt. In Deutschland und auch im übrigen Europa gilt Full-Service-Leasing als äußerst beliebt, da es das unternehmensinterne Fuhrparkmanagement auf unterschiedlichen arbeitsintensiven Ebenen entlastet, die nichts mit seinem Kerngeschäft zu tun haben, wie auch der Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen e. V. (BDL) argumentiert. Als weitere Vorteile gelten die konstanten Raten, also eine finanzielle Planbarkeit über die Laufzeit, und auch, dass die Kunden von Großmengenrabatten, die die Leasinggesellschaften aushandeln und weitergeben, profitieren können. Dank umfangreicher Reportings können die durch die Fahrer in Anspruch genommenen Dienstleistungen für das Fuhrparkmanagement transparent und zeitnah dargestellt werden. Auf Anbieterseite ermöglichen Online-Tools ebenfalls den Einblick in sämtliche Prozesse und Ereignisse, was wiederum eine relevante Auswertung der Daten zulässt und Kostenentwicklungen aufzeigt. Auch können ungewöhnliche Ereignisse zeitnah ermittelt und analysiert werden.

Nicht zuletzt der große Erfolg herstellerabhängiger Finanzierer im Bereich des Full-Service- Leasings, das bei ihnen auch Teil der Wertschöpfungskette ist, trägt dazu bei, dass Leasingverträge mit Zusatzdienstleistungen derart beliebt sind. Die letztjährige Auswertung des Corporate Vehicle Observatory (CVO) hat ergeben, dass bei Unternehmen mit großen Fuhrparks (mehr als 50 Fahrzeuge) 74 Prozent Full-Service-Leasing mit mindestens einer Dienstleistung nutzen, bei kleinen Fuhrparks mit bis zu neun Fahrzeugen wählt dies mit 53 Prozent mehr als jedes zweite Unternehmen.

Im Angebot der Leasingunternehmen stehen verschiedene fahrzeugbezogene Module, die je nach Bedarf gebucht werden können. Dataforce hat Ende 2017 eine Studie veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass die Rangfolge der beliebtesten Services vom Werkstattservice angeführt wird, gefolgt vom Ersatzwagenservice und an dritter Position der „Reifenservice“. Im Durchschnitt wählen die Kunden mehrere Module, bei den von uns befragten Gesellschaften sind es etwa drei. Die hier vorgestellten Serviceangebote stehen in der Regel mit unterschiedlicher Leistungstiefe bei jedem Anbieter im Portfolio. Helma Karohl, Commercial Director Athlon Germany, dazu: „Alle Servicepakete sind maßgeschneidert und werden stets nach den individuellen Bedürfnissen der Kunden flexibel zusammengestellt.“

Einige Module wie zum Beispiel Wartung oder Reifenservice können mit offener oder geschlossener Abrechnung gewählt werden. Bei der offenen Abrechnung werden alle verbuchten Posten eins zu eins abgerechnet und mit den monatlichen Vorauszahlungen der Rate abgegolten, ein Risiko von Nachzahlungen besteht, aber ebenso die Chance auf Rückerstattung. Bei der geschlossenen Abrechnung übernimmt die Leasinggesellschaft das Risiko von Mehrkosten, sei es aufgrund von Preissteigerungen oder von erhöhtem Bedarf.

Wartung/Service/Maintenance: Die Leasinggesellschaft übernimmt die Kosten für Instandhaltung, Inspektionen und verschleißbedingte Reparaturen bei den jeweiligen Partnerbetrieben (in der Regel sämtliche Markenbetriebe sowie überregional aufgestellte markenunabhängige Werkstattketten), Haupt- und Abgasuntersuchung sind inklusive, die Kostenübernahme von Schmierstoffen im Rahmen der Inspektion ebenfalls. Über die jeweilige Servicekarte des Anbieters erfolgt die Abrechnung bargeldlos. Bei Reparaturaufträgen über eine gewisse Summe hinaus ist die Einholung einer Freigabe durch den Leasinggeber erforderlich. Im Ausland kann, wenn vereinbart, der Werkstattbesuch über die jeweiligen Ländervertretungen abgewickelt werden.

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Reifenservice: Je nach Vertrag ist der Reifenund Felgenersatz sowie ein saisonaler Wechsel der Räder mit einer monatlichen Gebühr abgegolten. Separate Verträge mit bestimmten Fabrikaten können ausgehandelt werden. Es werden die Kosten für solche Reifentypen übernommen, deren Größe und Art den Reifen entspricht, die im Leasingvertrag beziehungsweise auf der Servicekarte aufgeführt sind. Gleiches gilt für den Bezug von Felgen. Wiederum gilt, dass nur die vom Dienstleister genannten Partnerbetriebe (Markenbetriebe sowie überregional agierende Reifenservicebetriebe) für die Inklusivleistungen gewählt werden dürfen. Je nach Anbieter werden dem Dienstwagenfahrer Hol- und Bringdienst und Reifeneinlagerung angeboten. Auch gibt es bei einigen Anbietern regelmäßig Aktionen wie „Alu statt Stahl“ ohne Mehrkosten. Volkswagen Leasing bietet einen Konfigurator an, der den optimalen Umfang des Reifenmoduls für das Flottenfahrzeug angibt. Verschiedene Pakete richten sich an den individuellen Bedarf. Außerdem kann bei diesem Anbieter eine Restprofiltiefe oberhalb der gesetzlich erlaubten festgelegt werden, bei der die Reifen getauscht werden sollen. Generell gilt der Reifenbezug, der in der Rate inklusive ist, für Deutschland. In bestimmten Fällen können Reifen auch bei Servicepartnern im Ausland bezogen werden.

Kraftstoffmanagement: Der Kraftstoffbezug, seien es herkömmliche Treibstoffe oder bei immer mehr Anbietern auch Strom, kann bargeldlos über eine oder mehrere Tankkarten (siehe auch S. 96) deutschland- oder europaweit umgesetzt werden. Der Dienstwagennutzer erhält eine auf sein Fahrzeug bezogene Karte, mit der er mittels einer PIN die Bezahlung autorisiert, meist muss auch der aktuelle Kilometerstand des Fahrzeugs angegeben werden. Die Leasinggesellschaft erhält die Daten vom Kraftstoffanbieter und gibt beziehungsweise berechnet diese weiter. Meist kann der Fuhrparkmanager wählen, ob der Bezug weiterer Tankstellenangebote wie Fahrzeugwäsche oder Shop-Produkte freigegeben wird. Hohe Sicherheitsstandards sehen einen Schutz vor Missbrauch vor. Dieses Modul ist ausschließlich in offener Abrechnung erhältlich.

Versicherung: Individuelle Versicherungsleistungen mit kooperierenden oder gewünschten Versicherungsunternehmen können direkt in die Full-Service-Leasingrate übernommen werden. Die Verwaltung übernimmt der Leasinggeber. Einige Unternehmen (unter anderen Arval, Athlon, LeasePlan, Volkswagen Leasing) bieten als Fahrzeugeigentümer alternative Produkte an, die dem Leasingnehmer eine Freistellung von Kaskoschäden zusprechen. Die Haftpflichtversicherung bleibt, GAP- und Deckungsrisiken sind ebenfalls abgedeckt. Ein aktives Riskmanagement gehört zum Leistungsumfang.

Kfz-Steuer/Rundfunkbeitrag: Die reguläre Kraftfahrzeugsteuerabgabe an die Zollverwaltung sowie die für Unternehmensfahrzeuge anfallenden Rundfunkbeiträge werden über die Leasingrate direkt an die Institutionen abgeführt. Darin inbegriffen ist gegen einen Gebührenaufschlag die Verwaltung sowie die An- und Abmeldung der Fahrzeuge bei den behördlichen Instanzen.

Strafzettelmanagement: Sämtliche Bußgeldbescheide, Ordnungswidrigkeiten und andere auf das Leasingfahrzeug bezogene Anschreiben im Zusammenhang mit in- und/oder ausländischen Verkehrsstraftaten gelangen automatisch zur Leasinggesellschaft als Eigentümerin der Fahrzeuge. Bei Wahl des Moduls führt sie sämtliche erforderlichen Bearbeitungsschritte datenschutzkonform, termingerecht und transparent durch. Alle Prozesse sind im Online-Tool einsehbar.

Führerscheinkontrolle: Professionelle, meist elektronische Lösungen zur Wahrnehmung der mindestens halbjährlichen Kontrollpflicht der Führerscheine aller Dienstwagennutzer können in der monatlichen Rate mit gebucht werden. An überregional aufgestellten Stationen werden die Führerscheine überprüft, die Logistik zur Aufforderung und Prüfung der erfolgten Kontrolle übernehmen die Dienstleister und unterstützen so den Fuhrparkleiter bei der Einhaltung der rechtlichen Vorgaben.

UVV-Prüfung/Fahrerunterweisung: Die UVVPrüfung des Fahrzeugs sowie die Fahrerunterweisung müssen gemäß DGUV Vorschrift im jährlichen Turnus erfolgen. Im Servicemodul ist die Aufforderung zur Fahrzeugprüfung sowie zur Fahrerunterweisung enthalten, beides wird über die Werkstatt/einen Kooperationspartner beziehungsweise über Online-Tools durchgeführt und dokumentiert, die Dienstleistung dann über die Leasinggesellschaft abgerechnet.

Miet-/Ersatzwagen: Rund um die Uhr und kurzfristig können Fuhrparkkunden passende Miet- oder Ersatzwagen für den Kurz- oder Langzeiteinsatz buchen. Der Service erfolgt über Partnerbetriebe mit deutschlandweitem Stationsnetz. Die Kosten werden in die monatlichen Zahlungen integriert.

Schadenmanagement: Der Leasinggeber übernimmt im Schadenfall die Koordination sämtlicher Prozesse wie die Kommunikation mit den Versicherungen, Werkstätten, Mobilitätspartnern et cetera und sorgt für Transparenz und tagesaktuelle Informationen zur Sachlage. Eine unterbrechungsfreie Mobilität des Dienstwagennutzers ist dabei das Ziel. Eine Kostenübernahme in Form der Vorkasse gehört ebenfalls zum Standard. Darüber hinaus liefern Reportings einen Überblick über das Schadenaufkommen der Flottenfahrzeuge.

Sonstiges: Als Mobilitätsdienstleister bilden Leasinggesellschaften ein enormes Portfolio an Produkten ab, die den Dienstwagen und den Fahrer in den Fokus stellen. Somit finden sich etliche weitere Zusatzleistungen wie eine Verkehrsrechtsberatung bei Fachanwälten im Angebot. Bei der Volkswagen Leasing steht beispielsweise ein telematikbasiertes Fuhrparkmanagement im Portfolio, das mittels Fahrtenreporting und elektronischem Fahrtenbuch Vorhersagen zu den Wartungen und zum Schadenmanagement liefern kann. Zu den Verträgen der Leasinggesellschaften gehören auch Smartphone-Apps und weitere fahrer- und fuhrparkleiterbezogene Onlineanwendungen, die sämtliche Kommunikationswege abdecken und den Dialog mit dem Fahrer ermöglichen.

Die Vorteile der Fuhrparkmanagement-Module liegen auf der Hand und ergänzen die schon oben erwähnten Argumente um Folgendes: Aufwendige und belegreiche Prozesse wie Rechnungsprüfungen können ausgelagert und extern von Spezialisten bearbeitet werden. Damit können unternehmensinterne Ressourcen besser auf die Kernkompetenz verwendet werden. Generell muss das Unternehmen abwägen, wie hoch der Aufwand einer Inhouse-Verwaltung bestimmter Dienstleistungen wäre. Dennoch empfiehlt es sich, auch bei den Servicemodulen immer Benchmarks durchzuführen, also fallbezogen und realistisch zu vergleichen. Denn natürlich erfordert eine Vergabe von Verwaltungsarbeiten eine Entlohnung dafür. Und aus den Pauschalen, die die Leasinggeber veranschlagen, lässt sich nicht immer nachvollziehen, welche Kosten sich darin detailliert niederschlagen.

Der Vormarsch des Full-Service-Leasings geht erst einmal weiter. Doch welche Entwicklungen kann der Kunde von den Anbietern als Mobilitätsdienstleister erwarten? „Das Full-Service-Leasing hat sich im Verlauf der vergangenen Jahre zu einer festen Größe im Fuhrparkmanagement entwickelt“, fasst Knut Krösche, Geschäftsführer der Volkswagen Leasing GmbH, zusammen. „Nahezu alle Betriebskosten eines Geschäftsfahrzeugs lassen sich über die intelligente Kombination verschiedener Dienstleistungspakete abdecken.

Dementsprechend wird die Anzahl der Services nicht mehr zwingend zunehmen. Vielmehr wird es darum gehen, die Qualität und Leistungsumfänge der bestehenden Services den digitalen Anforderungen entsprechend anzupassen und zu erweitern. Ein Beispiel hierfür sind App-basierte Tankkarten“, umschreibt er den Trend zur weiteren Digitalisierung des Bereiches.

Die nachhaltige Mobilität, wirtschaftlich und ökologisch, steht bei der Produktentwicklung von Arval im Vordergrund: „Diese Nachfrage bedienen wir 2018 mit gleich mehreren neuen Services: So können unsere Kunden mit Arval Car Sharing ihren Mitarbeitern die Möglichkeit geben, sich ein Fahrzeug über eine digitale Plattform für einen bestimmten Zeitraum zu reservieren. So verringern sich die Stillstandzeiten und die Effizienz des Fuhrparks steigt“, erläutert Christian Schüßler, Commercial Director bei Arval. Ermöglicht werde Arval Car Sharing über die Telematiklösung Arval Active Link, die die Fahrersicherheit bei gleichzeitiger Senkung der laufenden Kosten erhöhe, so Schüßler. Außerdem launcht Arval im zweiten Quartal ein Angebot zur Elektromobilität, mit dem sich der gesamte Bedarf des Kunden hinsichtlich Infrastruktur für Elektrofahrzeuge abdecken lasse – Ladestationen am Arbeitsort und zu Hause sowie integrierte, digitale Lösungen für die Verbrauchsüberwachung, das Finden von nahe gelegenen Ladestationen oder die Zahlungsabwicklung.

Dass die Leasinggesellschaften mit dem Ausbau der Full-Service-Produkte richtig liegen, sieht auch Roland Meyer, Geschäftsführer von Lease- Plan Deutschland: „Der Trend geht nach wie vor in Richtung ‚Car-as-a-Service‘ mit Rundum-sorglos- Paketen und Services aus einer Hand. Außerdem setzt sich der Trend zu digitalen Lösungen in der Kommunikation mit Unternehmen, Fahrern und Partnern weiterhin fort und eine weitere Entwicklung zeichnet sich ab. Da das Interesse an alternativen Antrieben zunimmt, werden sich durch den allmählichen Umstieg von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor auf Hybridautos oder vollelektrische Fahrzeuge auch die Anforderungen an die Services der Leasinggeber verändern und anpassen.“

Bis vor einiger Zeit stand und auch heute noch steht bei den Leasinggesellschaften mit ihrem modularen Angebot der Dienstleistungen die Erhaltung der Mobilität im Fokus. Doch der Trend hin zur Flexibilisierung der Mobilität, wie es Thomas Löschmann, Direktor Vertrieb Deutschland bei der akf servicelease GmbH, nennt, ist unaufhaltsam. Also weg vom reinen Firmenwagen hin zu alternativen Mobilitätskombinationen wie Entgeltumwandlungen. My Benefit Kit von Athlon zum Beispiel erlaubt es Mitarbeitern, ihr Mobilitätsbudget individuell einzusetzen. Solche Lösungen werden künftig vermehrt gefragt und demnach angeboten werden. Auch unlimitierte Dienstleistungen werden in nächster Zeit eine Rolle spielen, zum Beispiel unlimitierte Ersatzfahrzeuge (im Schadenfall) sowie unlimitierter Reifenersatz, daran arbeitet Raiffeisen Impuls Leasing. „Der Kunde hat nur so eine komplette, fixe Kostentransparenz“, begründet Claudia Heimke, Leitung Bestandskunden, das Angebot.

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